04.09.2008, 00:00 Uhr

WENN AM 3. JÄNNER 2009 ZUM 47. MAL DAS WIENER STADTHALLENTURNIER...

Wenn am 3. Jänner 2009 zum 47. Mal das Wiener Stadthallenturnier...

Wenn am 3. Jänner 2009 zum 47. Mal das Wiener Stadthallenturnier angepfiffen wird, feiert der österreichische Bandenzauber sein knapp 50-jähriges Bestehen. Gemäß dem Motto "Wiener Stadthalle – Hallenfußball mit Tradition" blicken wir in den kommenden drei Tagen auf  die Hallenjahre 1959 bis 2007 zurück. Dafür, dass auch die 47. Auflage Geschichte schreibt (im Bild oben sehen wir Florian Metz sowie die beiden AG-Vorstände Thomas Parits u. Markus Kraetschmer), sorgt schon alleine der Zuschaueransturm. Am Montag morgen waren nur noch knapp 1.000 Karten (Gesamtkapazität: 18.472 Zuschauer; 9.236 Zuschauer pro Tag) erhältlich. Im 1. Teil der Hallengeschichte bringen wir die Jahre 1959 bis 1974/1975, in Teil 2 am Dienstag die Jahre 1975/1976 bis 1990/1991, in Teil 3 am Mittwoch die Jahre 1991/1992 bis 2007. 1959 – 1. Wiener Stadthallenturnier auf plastikbedecktem Betonboden An 3 Spieltagen (5., 14. und 18.02.1959) wird unter den Teams Austria, Rapid, Simmering und WAC vor 29.000 Zuschauern der Hallentitel ausgespielt. Austria dominiert das Turnier und siegt ohne Punkteverlust. Das erste Spiel der Hallengeschichte gewinnen die Veilchen mit 7:6 (6:2) gegen den WAC. Als Erster trifft Swoboda von der Austria in der Stadthalle ins gegnerische Tor. Herausragender Spieler ist Dr. Schleger (Austria), von der Zeitung Kurier bekommt er den Titel „Matthews der Halle“ verliehen. Das erste Hallenderby zwischen Austria und Rapid endet am 18. Februar 1959 mit 8:3 (4:1). Gespielt wird auf einem plastikbedeckten Betonboden (60x30 Meter). Eine eigene Story darüber gibt es hier 1960 – Vienna schlägt Sportclub zwei Sekunden vor dem Ende Das erste Derby zwischen Vienna und Sportclub. Der Siegtreffer der Vienna zum 5:4 (0:3) fällt zwei Sekunden vor Schluss. Illustrierte Kronen Zeitung, So., 07.02.1960: „15 Sekunden vor Schluss warf Sportclub einen Corner, 10 Sekunden vor Schluss warf Schmied aus, 5 Sekunden vor Schluss passte Grohs zu Buzek und 2 Sekunden vor Schluss kanonierte Buzek in das linke untere Eck.“ 1961 – Halle drei Mal ausverkauft 42.000 – alle drei Tage mit je 14.000 Zuschauern (heutiges Fassungsvermögen: 9.236 Zuschauer pro Tag) ausverkauft! 1962 – Sprechchöre: „Whiskey für Hof!“ Illustrierte Kronen Zeitung, Sa., 03.02.1962: „Also begnügte man sich in Sprechchören 'Whiskey für Hof!' zu fordern, und wirklich, nach jeder 'Ode' nahm sich der Sportclub-Stürmer zusammen.“ Erich Hof wird mit sechs Treffern Torschützenkönig, „sein“ Sportclub Turniersieger. 1963 – der Schwarzhandel blüht Das Turnier zieht - das erste Mal ist der Schwarzmarkt ein Thema. Illustrierte Kronen Zeitung, Di., 12.02.1963: „Der Schleichhandel blühte gestern vor der Wiener Stadthalle: 13.500 füllten die Tribünen und Hunderte wollten noch hinein. Das waren die Überpreise, die Agioteure zwischen Schneematch und Verkehrschaos verlangten: 100 Schilling für einen Stehplatz (sonst 18 Schilling), 300 Schilling für einen Sitzplatz (sonst 100 Schilling)!“ 1964 – Sonderprämien für Turniersieger Die Spieler des Sportclubs, Sieger des 6. Wiener Stadthallenturniers, erhalten pro Kopf eine Sonderprämie von 400 Schilling für ihren Turniersieg. 1965 – Parkett- statt Betonzauber Die Bretter, die beim Stadthallenturnier die Fußballwelt bedeuten feiern ihre Premiere. Der plastikbedeckte Betonboden hat ausgedient. 1966 – Turnier fester Bestandteil des Stadthallenprogramms Erstmals sind mit den „Alten Internationalen“ (Platz fünf und damit Letzter) und dem „FC Wien“ (Platz zwei) Teams dabei, die nicht der höchsten Spielklasse angehören. Die Kronen Zeitung schreibt am 09.02.1966 nach Turnierende: „Das Hallenfußballturnier ist jetzt zu einem festen Bestandteil des Stadthallenprogramms geworden, so wie seinerzeit Papp-Kampfabende oder alljährlich die Wiener Eisrevue. Es kommt nicht in erster Linie auf die Besetzung an, die Freunde des Hallenfußballs sind immer zur Stelle.“ 1967 – Donaupark- statt Stadthalle Das erste und einzige Mal wird das Turnier in der Donauparkhalle und nicht in der Wiener Stadthalle ausgetragen. Lediglich 6.800 Zuschauer besuchen die Spiele – im Jahr darauf kehrt man in die Stadthalle zurück. 1968 – Vojvodina Novi Sad erstes ausländisches Team Erstmals ist mit Vojvodina Novi Sad ein ausländisches Team am Start. Nach vier Spielen wird Vojvodina mit null Punkten und einer Tordifferenz von 15:36 Letzter. Der Turniersieg bleibt in Wien, die Austria gewinnt zum dritten Mal. 1969 – erstmals Turnier an zwei Tagen Nur 7.500 Besucher an zwei Tagen – soviel kamen früher an einem Abend. Das Turnier in der Krise. Im Jahr darauf gibt es keinen Hallenfußball in Wien. Auch 2009 gibt es wieder ein Zweitagesturnier – von einer Krise allerdings keine Spur, die Halle wird zwei Mal restlos ausverkauft sein. 1970 – kein Stadthallenturnier Das Turnier fällt das erste Mal aus, bevor im nächsten Jahr mit zwei Turnieren durchgestartet wird. 1971 – das große Comebackjahr, zwei Turniere – mit Salzburg und FC Bayern zwei neue Sieger Im Jahr 1971 feiert das Wiener Stadthallenturnier (das erste Mal in der Geschichte) sein großes Comeback. Beim Turnier im Februar gewinnt Austria Salzburg, die als Nationalliga-Herbstmeister das erste Mal am Wiener Parkett gastieren. Im Dezember gibt es noch ein Turnier, da der große FC Bayern München aus Termingründen nur in der Zeit vor Weihnachten (17., 18. und 19.12.1971) das Hallenturnier bereichern kann. Die Bayern kommen mit all ihren Stars wie Beckenbauer, Müller, Hoeness, Krauthausen, Schwarzenbeck, Breitner & Co. Den Bayern sei Dank – erstmals wird das Wiener Stadthallenturnier für vier Stunden live im TV übertragen. Den einzigen Punkteverlust kann unser Lokalrivale den Bayern zufügen – das Spiel endet 5:5 (3:3). Zum besten Spieler wird Franz Beckenbauer geehrt, Torschützenkönig (acht Treffer) wird Gerd Müller. Der Kurier titelt daraufhin am 20.12.1971: „Gerd Müller auch in der Wiener Stadthalle ‚Abstauberkönig’“. 1972 – Favorit entzaubert Dynamo Kiew, zum damaligen Zeitpunkt eine der technisch besten europäischen Spitzenmannschaften mit Byschowetz & Co., betritt das Wiener Parkett. Der hohe Favorit wird allerdings entzaubert, am Ende werden sie Vorletzter, belegen Rang vier. Turniersieger werden zum ersten Mal die Hütteldorfer. 1973 – Kurier Medienpartner, Außenseiter Sportclub triumphiert Der Kurier wird Medienpartner des Turniers. Der Februartermin ist Geschichte, gespielt wird Ende Dezember. Der Sportclub, in der Herbstmeisterschaft nur Vorletzter, gewinnt als großer Außenseiter zum siebenten Mal das Stadthallenturnier und verweist die Favoriten Rapid und Austria/WAC auf die Plätze. 1974/1975 – Bahamas-Urlaub für Reschützegger und Englisch Zehn Mannschaften spielen erstmals in zwei Gruppen – „Bundesliga“ (Admira Wacker, Austria Klagenfurt, Austria/WAC, Rapid Wienerberger und Eisenstadt) und „Nationalliga“ (Radio Winkler Wiener Neustadt, Sportclub, Stohlhofer Simmering, Vienna und als Gastteam 1860 München). Begonnen wird das Turnier Ende Dezember, beendet Anfang Jänner. Gespielt wird an sechs Tagen, solange wie noch nie davor. Im Finale schlägt Admira Wacker (Erster der Gruppe „Bundesliga“) den Sportclub (Erster der Gruppe „Nationalliga“) mit 4:3 (1:2). Karl Reschützegger, jahrelang der Inbegriff für DEN Stadthallenfußballer, setzt bei Simmering-Trainer Erich Strobl durch, dass sein Freund Englisch ebenfalls spielen darf. Nach den Dezember-Spielen interessiert die zwei das Wiener Stadthallenturnier nicht mehr, ihr gemeinsamer Bahamas-Urlaub ist wichtiger. Links Wiener Stadthallenturnier Spielplan und Vorverkaufsinformationen: www.stadthalle.at/section/events/id/3414 Turnierlogo "Dribblanski" und honorarfreie Fotos "Präsentation des Comebackturniers am 5.11.2008": hallenturnier.onlinearchiv.at Das Wiener Stadthallenturnier 2007 auf YouTube: www.youtube.com/watch?v=_sFtJkTcY40 Facebook-Gruppe "Wiener Stadthallenturnier 2009": www.facebook.com/groups/edit.php?gid=37751235677&members=1#/group.php?gid=37751235677&ref=mf