24.03.2008, 00:00 Uhr

NOCH NIE HAT EIN DERBY MIT SO VIELEN PAUKENSCHLÄGEN BEGONNEN. ERST...

Noch nie hat ein Derby mit so vielen Paukenschlägen begonnen. Erst...

Noch nie hat ein Derby mit so vielen Paukenschlägen begonnen. Erst musste Fränky Schiemer wegen einer Wadenmuskel-Verhärtung das Aufwärmen abbrechen, Michi Madl kurzfristig einspringen. Der nächste Hammer nach nicht einmal fünf Minuten, als eine Dober-Flanke Boskovic mit dem Kopf zum 1:0 über die Linie drückte. Und dann die Schande von Hütteldorf: Ein Austrianer, den Ausdruck Fan möchten wir ausdrücklich aussparen, traf mit einem explodierenden Knallkörper Rapids Keeper so schwer am Kopf, dass dieser mit einem Gehörsturz ausgewechselt werden musste, die Partie für sechs Minuten unterbrochen war. Ein unrühmlicher Start, von solchen Rowdies will sich der Klub in aller Deutlichkeit distanzieren. Diese Szene beeinflusste irgendwie für längere Zeit die weitere Partie, denn die Stimmung im Stadion war eigenartig. Rapid tat sich mit der Führung im Rücken etwas leichter, hatte in der ersten Hälfte, in der gleich fünf Minuten nachgespielt wurden, auch keine Topchance mehr, Austria legte wenigstens unmittelbar vor dem Wechsel eine Cornerserie hin, bei der aber auch nichts Zählbares herauskam. Karl Daxbacher reagierte nach 45 Minuten, brachte Okotie statt Blanchard, aber es war einfach nicht unser Tag. Schon gar nicht nach dem 0:2, dem ein Fehler von Jacek Bak vorausgegangen war. Der Pole ließ sich halb rechts den Ball von Hofmann leichtfertig abluchsen, die Vorlage des Rapid-Kapitäns nützte abermals Boskovic mit einem Schuss vom Strafraum zum vorentscheidenden 2:0 (57.). Austria steckte zwar nicht auf, probierte wie schon gegen Salzburg auch diesmal ein 0:2 umzudrehen, hatte durch Hattenberger auch zwei passable Möglichkeiten, aber das Tor gelang Rapid: Hoffer passte von rechts scharf zur Mitte, Hofmann verwertete zum 3:0 (82.).  Manager Markus Kraetschmer zum Vorfall mit dem Knallkörper: "Unentschuldbar, was heute passiert ist. Egal, ob Provokationen vorher waren, wir sind nicht im alten Mesopotanien. Aber ich bleibe auch dabei, dass 98 Prozent in Ordnung sind und wir nicht alle über einen Kamm scheren dürfen. Viele andere machen sich wochenlang einen Kopf, wie sie eine tolle Choreo machen können, investieren Stunden ihrer Freizeit, um diese umzusetzen. Wir hatten sogar 25 eigene Ordner mit und werden mit den Fans gemeinsam versuchen, diese wenigen Leute auszuforschen, das wollen wir nicht auf uns sitzen lassen, es wird Stadiobverbote geben müssen. Dieser Vorfall hat aufs ganze Match gedrückt, wir werden sofort damit beginnen, diese negativen Ereignisse im Detail aufzuarbeiten." SK Rapid: Koch (11. Hedl); Dober, Tokic, Patocka, Katzer; Hofmann, Heikkinen, Boskovic, Kavlak (77., Drazan); Hoffer (87., Jelavic), Mayerhofer. Austria Wien: Safar; Standfest, Bak, Madl, Majstorovic (76., Sun Xiang); Sulimani (61., Krammer), Hattenberger, Blanchard (46., Okotie), Acimovic; Diabang, Bazina. Gelb: Dober, Tokic; Sulimani, Majstorovic. Tore: Boskovic (5., 57.), Hofmann (82.). SR: Steiner; !7.000.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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