31.05.2008, 00:00 Uhr

NOCH IMMER BLICKT DIE WELT AUF DIE EURO IN UNSEREM LAND, LEIDER IST DIE...

Noch immer blickt die Welt auf die EURO in unserem Land, leider ist die...

Noch immer blickt die Welt auf die EURO in unserem Land, leider ist die österreichische Nationalmannschaft seit Montag auch nur mehr in der Zuschauerrolle. Austrias General Manager Thomas Parits machte für das Team selber 27 Spiele, was ihm während der  EURO durch den Kopf geht, erzählt er im Interview mit www.fk-austria.at. Seit Montag Abend ist es traurige Gewissheit, dass wir nach der Vorrunde ausgeschieden sind. Hat sich in Ihren Gedanken jetzt über Nacht etwas geändert? „Geändert hat sich nichts, denn Österreich hat in den drei Spielen eine gute Leistung gebracht. Lediglich an Offensivstärke hat es uns etwas gefehlt, das bezeugt, dass wir kein Tor aus dem Spiel gemacht haben. Und das ist für das Erreichen des EURO-Viertelfinales zu wenig. Obwohl wir Kroatien in deren Hälfte eingeschnürt haben, Polen glatt verlieren hätte müssen und wir gegen die Deutschen taktisch klug agiert haben. Aber im Endeffekt zählen nur die Tore und wenn du die nicht schießt, kannst du nix gewinnen.“ Haben Sie Bedenken, dass die gute Stimmung, die im Land geherrscht hat, bald weggeblasen sein wird? „Nein, ganz sicher nicht. Da wir nicht enttäuscht haben, werden auch einige zum Fußball zurückkommen, die zuletzt wegen der fehlenden Resultate fern geblieben sind. Wir haben uns in unserer Gruppe gut verkauft, waren körperlich mit den Gegnern auf Augenhöhe, letztendlich war aber doch ein Qualitätsunterschied da. Bei einer EURO ist nur die Creme de la Creme, da werden Fehler rigoros bestraft. Uns fehlte ein Torjäger, der die Spiele entscheidet, die auf Messers Schneide stehen.“ Welche Mannschaften haben Sie bislang am meisten beeindruckt? „Holland gegen Frankreich war ein Topspiel auf extrem hohen Niveau. An der Spitze stehen aber auch die Spanier und die Kroaten, die alle Gruppenspiele gewonnen haben. Dieses Niveau ist außerhalb unserer Reichweite, aber wir haben ganz woanders dazugewonnen – an der Infrastruktur.“ Sie meinen die neuen Stadien? „Ganz genau. Wir haben ein paar Schmuckkästchen mehr, die wir in Europa herzeigen können.“ Wird sich der positive Auftritt der Nationalmannschaft auch auf die Liga auswirken? „Das hoffe ich, und für mich gibt es auch eine ganz klare Botschaft: Man muss jedes Spiel mit hundert Prozent Einsatz bestreiten und noch mehr arbeiten, dann kann man auch das Publikum zurückgewinnen. Das Ziel der Spieler muss es sein, in eine der europäischen Topligen zu kommen, dafür müssen sie aber alles investieren, was in ihnen steckt. Wie etwa die Türken, die sich mit unbändigem Willen und Einsatz für das Viertelfinale qualifiziert haben. In Deutschland, Spanien, Italien und Englang gibt es in den Matches keine Pausen, da geht es neunzig Minuten im Höllentempo um jeden Zentimeter.“ Und was können wir für die Austria davon mitnehmen? „Im operativen Bereich wird es unsere Aufgabe sein, einen guten Kader auf die Beine zu stellen, der einen gesunden Konkurrenzkampf zulässt. Alle Großklubs in den großen Ligen haben 25 nahezu gleichwertige Spieler, die sich jeden Tag im Training zerreißen müssen. Dort müssen wir auch hinkommen, sie müssen begreifen, dass sie noch mehr leisten müssen. Die Stimmung in der Bevölkerung ist derzeit so positiv, dass sicher ein großer Prozentsatz, der sich bisher gar nicht für Fußball interessiert hat, wieder ins Stadion gehen wird. Dort müssen wir alles daran setzen, dass er auf lange Sicht bleibt.“ Haben Sie taktische Neuigkeiten bei den Spielen gesehen? „Nicht unbedingt, aber ich muss sagen, dass viele in der Defensive gut sind, aber die Leistungen der Offensive trennt oftmals die Spreu vom Weizen. Da zeigt Holland perfekten Fußball, auch die Spanier mit Xavi, Iniesta, Torres und Villa. Das sind Ausnahmespieler, die nicht nur mit Kraft agieren, sondern auch durch ihre individuellen Fähigkeiten begeistern.“ Man muss auch den Organisatoren der EURO ein großes Lob aussprechen, die Abläufe funktionieren reibungslos. „Die Organisation ist perfekt, das ist auch nach außen hin ein sehr gutes Zeichen. Aber auch die Fans sind vernünftig und beweisen, dass man keine Bengalen im Stadion braucht, um gute Stimmung von den Rängen zu haben, keiner pfeift bei den Hymnen der Gegner – diese Begeisterung ist unbezahlbar, das gibt dem Fußball einen sehr positiven Touch und macht ihn sympathisch. Die Gänsehautstimmung ist im Stadion noch ein Vielfaches aufregender als im TV, über den Bildschirm kommen die Emotionen gar nicht so rüber. Ich habe bei den Österreich-Spiele gemeinsam mit Wolfgang Katzian, Rudi Reisner und Markus Kraetschmer von der Fantribüne aus mitgefiebert, das hat dem emotionalen Faktor zusätzlich einen Kick gegeben.“ Das EURO-Fieber hat Sie offenbar voll gepackt… „Ja, die Spiele sind eine echte Freude. Die Nationalmannschaft hat begriffen, dass sie alles in die Waagschale werfen muss, das müssen auch die Ligaklubs beherzigen und dann werden auch die Fans aufspringen und so wie in den Stadien mit den Nationaltrikots und bunten Farben in Gesicht herumlaufen. Ein tolles Zeichen!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 11 25
2. FC Red Bull Salzburg 11 24
3. SK Rapid Wien 11 19
4. FK Austria Wien 11 18
5. FC Flyeralarm Admira 11 17
6. LASK 11 13
7. CASHPOINT SCR Altach 11 13
8. RZ Pellets WAC 11 12
9. SV Mattersburg 11 7
10. SKN St. Pölten 11 2
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