08.09.2008, 00:00 Uhr

IM ERSTEN TEIL DES GROßEN INTERVIEWS ZUM JAHRESENDE ZIEHT AUSTRIAS...

Im ersten Teil des großen Interviews zum Jahresende zieht Austrias...

Im ersten Teil des großen Interviews zum Jahresende zieht Austrias AG-Vorstand Thomas Parits eine deutlich positive Bilanz über die bisherige Saison, spricht über die besonderen Momente des vergangenen Herbstes und lobt die zahlreichen Neuzugänge ebenso wie unsere aufstrebenden Youngsters. Herr Parits, die Herbstsaison ist seit vergangenem Wochenende Geschichte. Wie fällt eine erste Bilanz von Ihnen aus? Wir haben unser Ziel, unter die Top 4 in der Tabelle zu kommen, erreicht. 42 Zähler und ex aequo Platz 2 sind durchaus respektabel. Wenn ich aber beispielsweise die zwei Remis gegen Kapfenberg betrachte, wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Unzufrieden dürfen wir aber nach diesem Herbst, angesichts der Voraussetzungen, mit der Loslösung von Magna, einem neuen Trainer und zahlreichen neuen Spielern, mit denen wir in die Meisterschaft gestartet sind, aber sicher nicht sein. Ich habe an den Erfolg geglaubt und wir haben schlussendlich einiges erreicht. Was war Ihr schönster bzw. schlimmster Moment in dieser Saison? Unser schönster Moment war für mich eindeutig der 3:2-Heimsieg gegen Salzburg. Einen 0:2-Rückstand gegen diesen Gegner mit einem Tor in der Nachspielzeit noch in einen Sieg zu verwandeln war eine große Leistung. Was der schlimmste Moment in dieser Saison war, kann sich jeder Austrianer schnell ausrechnen. Das UEFA-Cup-Aus gegen Lech Posen, Sekunden vor dem Abpfiff, war ein emotionaler Tiefschlag. Die Gruppenphase, mit diesen besonders attraktiven Gegnern und bis zu einer Million Euro noch einmal aus der Hand zu geben, war hart. Wir sind trotzdem wieder aufgestanden, haben konsequent weitergearbeitet und wurden dafür belohnt. Mitgeholfen haben dabei auch zahlreiche neue Gesichter, die erst im Sommer zu den Veilchen gestoßen sind. Wie zufrieden sind Sie mit unseren Neuverpflichtungen?Rückblickend kann man sagen, dass wir uns wirklich sehr gut verstärkt haben. Matthias Hattenberger hat mich nach einer kurzen Anlaufphase voll überzeugt. Er hat in seinen ersten Monaten hier viel Herz gezeigt, sehr viele Bälle erobert und vor allem kämpferisch alles gegeben. Dafür haben wir ihn geholt und diese Aufgabe hat er bis zu seiner Verletzung sehr gut ausgefüllt. Mario Bazina war, wie erwartet, die große Verstärkung in der Offensive und wird auch im Frühjahr eine ganz wichtige Rolle spielen. Ebenfalls schon sehr gut eingelebt haben sich Thomas Krammer und Rückkehrer Michael Madl, die zahlreiche vielversprechende Auftritte hinlegten. Beide haben aber noch viel Potential nach oben und ich bin überzeugt, dass sie sich ebenso wie Momo Diabang und Xiang Sun, die durch körperliche Defizite und Verletzungen zurückgeworfen wurden, nach der Winterpause noch um Klassen stärker präsentieren werden. Für beide gilt: A vor E, Arbeit kommt vor Erfolg und beherzigen sie diese Regel, werden wir noch viel Freude mit ihnen haben.  Besonders erfreulich ist zweifellos auch die Entwicklung unserer Youngsters…. Absolut. Unsere neue Philosophie, verstärkt auf junge Spieler zu bauen, ist sensationell aufgegangen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass mit Markus Suttner und Aleksandar Dragovic allein im Herbst zwei unserer Talente schon fast einen Stammplatz erobert haben. Drago ist ein unglaubliches Talent, spielt für seine erst 17 Jahre in der Innenverteidigung schon wie ein alter Hase. Seine Disziplin und Ruhe sind bewundernswert. So wie ein Spieler trainiert, präsentiert er sich auch beim Match. Aleksandar gibt immer hundert Prozent und hat in diesem Herbst so richtig angeklopft. Jetzt muss er am Boden bleiben und konsequent weiterarbeiten. So wie er, hat auch Markus Suttner seine Chance genützt. Als junger Spieler bekommt man nicht viele dieser Möglichkeiten aber speziell in den letzten Runden vor der Winterpause hat er wirklich aufgezeigt. Seine Vorlagen in den Strafraum werden immer besser, vier Assists in zehn Meisterschaftsspielen sind beachtlich. Auch sein Fehler in Ried hat ihn nicht aus dem Takt gebracht. Sutti hat unbeirrt weiter gemacht und in den vergangenen Spielen mit starken Leistungen die Früchte dafür geerntet. Beide Beispiele sind ein wichtiges Signal an unseren Nachwuchs, dass junge Spieler, die hart an sich arbeiten, bei uns ihre Chancen bekommen. Lange Zeit haben wir diesen Weg nicht derart konsequent bestritten, aber diese ersten sehenswerten Erfolge bestärken uns darin, ihn weiter zu verfolgen. Rubin Okotie war im vergangenen Winter noch vierter Stürmer, mittlerweile ist unser Rohdiamant zum ersten Mann im Austria-Angriff aufgestiegen. Was gibt es zu ihm zu sagen? Er hat im abgelaufenen Jahr eine gute Entwicklung hinter sich gebracht. Aber auch für ihn gilt es, sich zu verbessern. Er muss noch mehr Tore schießen, aber ich denke, das ist nur eine Frage der Zeit. So wie unsere anderen sechs ganz jungen Spieler zu denen auch noch Fränky Schiemer und Emin Sulimani zu zählen sind, profitiert er von unseren routinierten Achse rund um Safar, Bak, Blanchard, Bazina und Acimovic, die es unseren Talenten erleichtert, sich immer besser in Szene zu setzen. Alle sind echte Vorbilder. Sie sind vor allem deshalb noch so erfolgreich, weil sie die gleiche Einstellung an den Tag legen, wie in Zeiten, wo sie bei anderen Vereinen weitaus mehr Geld verdient haben. Genau deshalb sind sie auch in Hinblick auf unsere Youngsters so wertvoll. Einer, der bisher mit seiner Saison nicht wirklich glücklich sein kann, ist Florian Metz, der im Vergleich zur Vorsaison auf sehr wenig Spielzeit kam. Wie sehen Sie seine Situation? Ich habe mit ihm nach dem Spiel in Mattersburg ein längeres Gespräch geführt, weil ich gesehen habe, dass er wirklich enttäuscht über seinen bisherigen Saisonverlauf war. Es passiert jedem Spieler, dass er, aus welchen Gründen auch immer, einmal ein halbes Jahr verbummelt. Er war zu den ungünstigsten Momenten verletzt und als er wieder einsatzbereit war, haben die direkten Konkurrenten mit starken Leistungen keinen Anlass gegeben, sie auszuwechseln. Fußball ist nicht berechenbar, aber die Chance kommt bei jedem, wie man an den Beispielen Dragovic und Suttner gesehen hat. Auch Florian muss die Fehler zuerst bei sich selber suchen, nicht aufgeben und weiterkämpfen. Vor einem Jahr war er bei uns schon Stammspieler. Ich weiß, was er kann und schätze ihn als Fußballer ungemein. Mit einer guten Vorbereitung wird er sicher die Möglichkeit bekommen, sich diesen Platz in der Startelf wieder zurückzuerobern.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 19
2. FC Red Bull Salzburg 8 17
3. FC Flyeralarm Admira 9 15
4. FK Austria Wien 8 14
5. SK Rapid Wien 9 13
6. LASK 9 13
7. CASHPOINT SCR Altach 9 12
8. RZ Pellets WAC 9 11
9. SV Mattersburg 9 6
10. SKN St. Pölten 9 1
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