07.06.2008, 00:00 Uhr

IM  INTERVIEW MIT WWW.FK-AUSTRIA.AT SPRICHT AUSTRIAS TORMANNTRAINER...

Im  Interview mit www.fk-austria.at spricht Austrias Tormanntrainer...

Im  Interview mit www.fk-austria.at spricht Austrias Tormanntrainer Franz Gruber über Neuerwerbung Robert Almer, Nachwuchstalent Heinz Lindner und seine ganz eigene Trainingsphilosophie. Im Torhüter-Check präsentiert er die Schlussmänner unserer EURO-Gruppengegner und klärt auf, wer für ihn in der österreichischen Einserfrage Favorit ist. Zwei volle Trainingswochen sind bei der Wiener Austria bereits absolviert. Wie ist die Sommervorbereitung bei unseren Torhütern angelaufen? Ich bin mit den bisher gezeigten Leistungen zufrieden. Mit Robert Almer, der von Mattersburg kam, hat Szabolcs Safar wieder einen neuen, zweiten starken Torhüter an seiner Seite, was ihn sichtlich motiviert. Die hohe Intensität im Training hat Almer anfangs noch etwas zu schaffen gemacht, aber mittlerweile ist er auf einem guten Weg. Robert Almer ist bei vielen Austria-Fans noch nicht so bekannt. Könntest Du ihn kurz vorstellen? Ich kenne ihn schon sehr gut, weil er vor seinem Wechsel jahrelang bei den Austria Amateuren tätig war. Die Saison in Mattersburg mit etlichen Bundesligaspielen, in denen er durchwegs überzeugte, hat ihm sehr gut getan. Almer ist in diesem Jahr wirklich gereift und präsentiert sich vor allem, was sein Selbstbewusstsein angeht, deutlich stärker. Technisch ist er ein sehr gut ausgebildeter Keeper und vor allem ein sehr akribischer Arbeiter, der immer mehr machen will, als verlangt wird. Er hat sehr gute Anlagen. Was er jetzt braucht ist der Feinschliff für eine beständige Klasse. Vom Potential her ist er eindeutig ein Bundesliga-Tormann, der zuletzt entscheidende Schritte gemacht hat und uns sicher weiterhelfen wird. Die Austria hatte in den letzten fünf Jahren immer die besten Torhüter der Liga und das wird mit Safar und ihm hoffentlich auch in der kommenden Saison der Fall sein. Wie sieht es im Nachwuchs aus, gibt es einen Kandidaten, der schon bald in die Fußstapfen von Wohlfahrt & Co. treten könnte? Ja, wir haben mit Heinz Lindner, der im letzten Saisonspiel bei den Amateuren sein Debüt in der Red-Zac-Liga gab,  einen Torhüter im Talon, der uns in Zukunft noch sehr viel Freude bereiten wird. Es war enorm wichtig, dass wir ihn halten konnten. Von seinen sportmotorischen Fähigkeiten ist er für sein Alter der beste Nachwuchstormann, den ich in meiner bisherigen Karriere betreut habe. Er wird mit uns auch auf das Trainingslager in die Flachau fahren. Zu Ex-Amateure Tormann Bartolomej Kuru möchte ich auch noch kurz ein paar Worte sagen. Er ist ein Top-Talent, aber für ihn war es nun der richtige Zeitpunkt das umsorgte Heim zu verlassen. Egal wo er landet, es wird für seine weitere Entwicklung ein wichtiger Schritt sein, sich in einer ungewohnten Umgebung zu behaupten. Das Zeug dazu hat er. Robert Almer hat zuletzt erwähnt, dass Dein Torhütertraining besonders abwechslungsreich ist. Kannst Du uns Deine Philosophie etwas näher bringen? Zu allererst ist für mich gerade bei Torhütern die körperliche Grundlage ein entscheidender Faktor. Ein Tormann muss immer voll konzentriert sein. Um das zu gewährleisten, muss in stressigen Situationen noch genügend Sauerstoff im Hirn sein. Sonst passieren Fehler und die werden bei Torhütern kaum verziehen. Als Keeper hat man vielleicht drei Situationen in einem Match,  wo man sich auszeichnen kann oder aber zum Verlierer abgestempelt wird. Genau in diesen Momenten heißt es hellwach sein und dafür ist eine gute Grundkondition unerlässlich. Was meine Trainingsphilosophie angeht, ist es wichtig,  möglichst unterschiedliche Übungen anzubieten, um Langeweile zu vermeiden. Der defensive technische Teil, also Fang-, Fall- und Aufstehtechniken sollen daher möglichst gut in Übungen verpackt sein. Dabei greife ich auch gerne zu Hilfsmitteln, wie Stangen, Puppen, Schanzen zum Abfälschen von Bällen und ähnlichen Elementen. Gerade bei Tormännern macht es auch Sinn multisportiv zu denken, also Elemente aus anderen Sportarten wie zum Beispiel Turngeräte einzubauen. Auch optische und akustische Signale sind eine Möglichkeit Torleute zu sensibilisieren. Nicht zu unterschätzen ist die psychologische Komponente. Die Psyche bei Torhütern wird um etliches mehr belastet, weil sich ein Fehler auf ihrer Position meist viel gravierender auswirkt. Gibt es Probleme oder ist ein Tormann psychisch angeknackst, muss hier von mir schnell und effektiv gehandelt werden. Insgesamt  bevorzuge ich in allen Fragen einen eher strengen Führungsstil. Sicher darf auch gelacht werden und sicher kann es einmal lockerer abgehen,  aber nur, wenn jederzeit wieder auf  Vollgas umgeschaltet werden kann.