15.06.2008, 00:00 Uhr

FAST FÜNF WOCHEN IST ES HER, DASS SICH AUSTRIA-KAPITÄN JOCELYN...

Fast fünf Wochen ist es her, dass sich Austria-Kapitän Jocelyn...

Fast fünf Wochen ist es her, dass sich Austria-Kapitän Jocelyn Blanchard im vorletzten Meisterschaftsspiel gegen Red Bull Salzburg einen Teilabriss im hinteren rechten Oberschenkel zuzog. Seitdem arbeitete der Franzose mit Hochdruck an seinem Comeback auf dem Rasen und Anfang der Woche war es endlich soweit. Nachdem er bereits am vergangenen Samstag das Lauftraining mit dem Team absolviert hatte, stieg der 36-jährige am Montag erstmals wieder teilweise ins Mannschaftstraining ein. Die Erleichterung über diese vielversprechenden Fortschritte war dem Franzosen am Mittwoch auch nach seinen ersten Trainingseinheiten noch anzusehen: „Für mich war das nach den anstrengenden letzten Wochen ein ganz entscheidender Schritt.“ Für diesen ersten wichtigen Teilerfolg schob Blanchard allerdings auch kräftig Überstunden. Bereits kurz nach der Verletzung schwitzte er im französischen St. Raphael an der Côte d’Azur in einem Rehabilitationszentrum mehrere Stunden pro Tag. Abgesehen von einem Kurzurlaub mit der Familie trieb er auch während der vierwöchigen Trainingspause mit unzähligen Reha-Einheiten fast ausschließlich seinen Heilungsprozess voran. Dennoch bleibt Blanchard nach der schwersten Verletzung in seiner bisherigen Karriere vorsichtig: „Normalerweise ist in diesem Fall mit einer Pause von sechs bis acht Wochen zu rechnen. Ich bin sicher etwas vor dem Plan, aber bei mehr als fünfzig Prozent sehe ich mich noch nicht. Auch wenn es wirklich schon sehr gut läuft, muss ich vorsichtig bleiben und nicht unnötig einen Rückfall riskieren.“ Ähnlich sieht das auch Trainer Karl Daxbacher: „Jocelyn macht wirklich alles menschenmögliche um für die Mannschaft so schnell wie möglich wieder fit zu werden. Bei manchen Ballübungen, die er derzeit noch nicht mitmachen darf, sieht man förmlich wie es in juckt, aber wir dürfen nichts übereilen.“ Dass der Franzose auch unter Daxbacher eine wichtige Rolle spielen dürfte, kann man bei Austrias Neo-Coach bereits heraushören. „Er ist ähnlich wie Ivica Vastic für sein Alter eine echte Ausnahmeerscheinung. Blanchard lebt den Fußball, für ihn ist das einfach mehr als ein normaler Job“, so Daxbacher nach den ersten Gesprächen mit dem Austria-Kapitän. Und der hat unter den ganz jungen Spielern mit Aleksandar Dragovic schon einen potentiellen Nachfolger ausgemacht: „Drago ist mit seinen gerade 16 Jahren ein sehr großes Talent. Sicher muss er noch viel lernen, aber das Potential ist zweifellos da!“ Ähnlich sieht das Blanchard auch bei David Alaba, der die Violetten in Richtung Bayern München verlassen dürfte: „Einerseits ist es schade, dass wir ihn wahrscheinlich nicht halten können, aber andererseits ist es für die Austria auch eine Ehre, wenn Bayern sich die Dienste von solch einem Talent sichern will. Bei ihm war es nur eine Frage der Zeit, bis ein europäischer Topklub anklopft. Für mich ist er in fünf Jahren ein potentieller Stammspieler in München, wenn er sich weiter so entwickelt. Dann wird es zumindest noch immer heißen, dass er durch die sehr gute Nachwuchsschule der Wiener Austria gegangen ist“, so Blanchard, dessen Sohn Hugo sich derzeit in der U9 der Veilchen selbst die ersten Sporen verdient. Das Fußballfieber grassiert also in der Familie Blanchard und mit der anstehenden EURO dürfte das auch nicht geringer werden, wie der Franzose voller Vorfreude bestätigt: „Vielleicht gelingt es mir noch, die eine oder andere Karte zu bekommen, aber selbst wenn nicht, bin ich schon heiß auf die EURO in Österreich. Wir werden Fußball auf höchstem Niveau erleben und meine Franzosen haben trotz der schwierigen Auslosung sicher alle Chancen!“