01.08.2008, 00:00 Uhr

AUSTRIAS ABWEHRCHEF JACEK BAK KANN SICH NOCH GENAU AN DEN TAG DER...

Austrias Abwehrchef Jacek Bak kann sich noch genau an den Tag der...

Austrias Abwehrchef Jacek Bak kann sich noch genau an den Tag der Auslosung für die 1. Hauptrunde des UEFA-Cups vor einigen Wochen erinnern: „Als ich erfahren habe, dass wir Lech Posen bekommen können, habe ich der Mannschaft unseren nächsten Gegner in der Kabine bereits prophezeit. Dass wir meinen Ex-Klub dann wirklich zugelost bekamen, war Schicksal und ich habe mich unglaublich darüber gefreut.“ Kein Wunder, denn es war ausgerechnet der polnische Kultklub, bei dem Jacek Bak 1992 mit gerade einmal 19 Jahren seinen Durchbruch schaffte und zwei Meistertitel holte, ehe er nach Frankreich zu Olympique Lyon wechselte. Seine zweite Station in der französischen Ligue 1 bei Lens ist es auch, die ihn für das schwere Duell mit Posen optimistisch stimmt. „Mit Lens haben wir Lech bereits einmal bezwungen und ich bin sicher, dass uns das wieder gelingen kann.“ An der Tatsache, dass die Mannschaft von damals nicht mehr mit jener der heurigen Saison zu vergleichen ist, ändert das für Bak nichts: „Derzeit hat Posen ein sehr junges, hungriges Team, das zu außergewöhnlichen Leistungen fähig ist, wie die Kantersiege gegen Grashoppers Zürich oder auch Polens Meister Wisla Krakau vergangenes Wochenende zeigen.“ Bak hat bei der Mannschaft von Trainerguru Francisek Smuda, der in Polen mit Vitex Lodz, Wisla Krakau und Legia Warschau bereits etliche Meistertitel holte und zu den angesehensten Coaches in Polen zählt, eine Schwäche ausgemacht: „Es fehlt ihnen oft noch an Konstanz. So verloren sie beispielsweise nach dem 6:0-Erfolg in Zürich nur wenige Tage später in der Meisterschaft gegen Aufsteiger Arka Gdynia völlig überraschend mit 1:2.  Nach der Glanzleistung gegen Krakau wäre jetzt wieder ein Ausrutscher fällig", schmunzelt Bak. Wirklich verlassen will sich der 35-Jährige auf diese Prognose aber doch nicht: „Ich mache mir keine Illusionen, wir werden zwei starke Vorstellungen brauchen, um gegen Lech zu bestehen, aber wenn jeder Spieler so heiß wie ich auf diese Partie ist, dann kann sich Posen auf einiges gefasst machen.“ Alte Bekannte wird Bak gleich einige treffen. Neben ehemaligen Nationalteamkollegen wie Rafal Murawski oder Hernán Rengifo spielte er mit Alt-Goalgetter Piotr Reiss und Abwehrrecken Bartosz Bosacki in den 90er Jahre sogar noch bei Lech Posen zusammen. Für Nostalgie wird laut Bak aber trotzdem kein Platz sein. „Posen ist vor allem offensiv ernorm stark. Es wird auf mich also eine Menge Arbeit zukommen, aber Sorgen mache ich mir deshalb keine.“ Zum wichtigsten Duell des Spiels wird von polnischen Medien jenes zwischen dem Rekordnationalen Bak und Posen-Youngster Robert Lewandoski, der zuletzt auch sein Debüt im Team gab, hochstilisiert.“ Für Bak, der in den letzten Tagen von polnischen Medien förmlich mit Interviewanfragen bombardiert wurde, ist dieser Zweikampf Jung gegen Alt eine besondere Motiviation: „Lewandoski ist ein sehr talentierter Stürmer und er hat eine große Zukunft vor sich, aber gegen mich wird er trotzdem keinen Stich machen“, heizt Austrias Nummer sechs den Kracher gegen die Polen noch einmal an. In seiner Heimat warnen aber auch viele Zeitungen vor verfrühtem Optimismus für das Spiel in Wien: „Posen wird in Polen zwar leicht favorisiert, aber es gibt auch viele vorsichtige Stimmen. Man hat nicht vergessen, dass die Austria in den letzten Jahren Legia Warschau bereits zwei Mal aus dem Bewerb geschossen hat und die Erwartungshaltung ist nach den letzten starken Vorstellungen von Lech nicht gerade kleiner geworden.“ Wenn Jacek also heute (Anpfiff: 19:30 Uhr) den Rasen des Horr-Stadions betritt, beginnt für unseren Routinier Teil eins von einer Reise zu seinen Wurzeln: „Für mich ging mit der Auslosung nicht nur einer der letzten ganz großen Wünsche meiner Karriere in Erfüllung, sondern es schloss sich auch ein Kreis, der vor mehr als 15 Jahren mit meinem Debüt für Lech begann. Bevor es in zwei Wochen in den Hexenkessel von Posen geht, wo ich mich vielleicht ein letztes Mal den polnischen Fans präsentieren kann, müssen wir am Donnerstag einfach mit einem guten Ergebnis die Basis für den Aufstieg legen!“

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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