16.08.2007, 00:00 Uhr

ZUM EINJÄHRIGEN JUBILÄUM SEINER RÜCKKEHR VON PANATHINAIKOS...

Zum einjährigen Jubiläum seiner Rückkehr von Panathinaikos...

Zum einjährigen Jubiläum seiner Rückkehr von Panathinaikos Athen zur Wiener Austria, spricht Fitnesstrainer Gerhard Zallinger in Teil zwei des Interview über die Nationalmannschaft, Austrias Dauerbrenner und „Super-Oldies“, den verletzen Milenko Acimovic und das anstehende Marathonprogramm. Sie gelten als einer der führenden Fitness-Experten im österreichischen Fußballgeschäft. Der Nationalmannschaft wurde bis zum 3:2-Sieg über die Elfenbeinküste oft vorgeworfen, konditionelle Schwächen zu haben. Wie sehen Sie die Situation und was für Verbesserungsvorschläge hätten Sie? Wenn es nicht läuft, oder die Mannschaft gegen Ende des Spiels nachlässt, wird gerne die Konditionsfrage gestellt. Das ist ein Fakt, damit muss man in diesem Job zurecht kommen. Wenn Spieler nach englischen Wochen wie zuletzt teilweise schon ausgelaugt zum Team kommen, dann dürfen wir keine Wunder erwartet. Ansonsten habe ich zu wenig Einblick in die Konditionsarbeit beim Team, um eine fundierte Meinung abgeben zu können. Was jedenfalls verbesserungswürdig ist, ist die Kommunikation des ÖFB mit den Vereinen. Gerade vor einer einmaligen Chance wie der Euro im eigenen Land, gehören Kräfte gebündelt. Speziell in einem Bereich wie der Konditionsarbeit wäre eine engere Abstimmung mit den Klubs wünschenswert, weil beide Seiten davon profitieren würden. Ich denke da beispielsweise an vereinsübergreifende Meetings. Bisher scheiterte es aber daran, dass seitens des Nationalteams keiner an uns herangetreten ist und auch daran, dass sich einzelnen Herren bei den Klubs unverständlicherweise dagegen sträuben. Es geht hier nicht um den heiligen Gral und es wird sicher keiner seine Geheimnisse komplett preisgeben, aber im Sinne aller, sollte für diese Jahrhundertchance persönliche Eitelkeit zurückgesteckt und einem Strang gezogen werden. Inwieweit sind noch Fortschritte bei der Konditionsarbeit bei der Austria möglich? In diesem Zusammenhang ist sicher Individualtraining ein Stichwort für die Zukunft. Wir sind noch einen Schritt davon entfernt, aber doch am Weg dorthin. Ziel muss es sein, bei jedem Spieler, so gut es möglich ist, auf individuelle Defizite einzugehen und gleichzeitig die Stärken auszubauen. Wichtig ist hier auch, sich immer bewusst zu sein, dass Spieler unterschiedliche biologische Voraussetzungen haben und sich jeweils schneller oder langsamer erholen. Wer sind denn bei der Mannschaft konditionell aktuell die Dauerbrenner? Die Antwort ist schwer, aber konditionell gesehen sind sicher Fränky Schiemer, Joachim Standfest und Wolfi Mair so etwas wie die Spartenkaiser. Warum das so ist, kann nicht so leicht beantwortet werden. Entweder die Spieler haben einfach die biologischen Voraussetzungen oder sie haben seit ihrer Jugend sehr viel in diesem Bereich an sich gearbeitet. Wer zuletzt im Kraftbereich auch sehr zugelegt hat, ist Andreas Lasnik.