08.10.2007, 00:00 Uhr

WIE SICH DIE ZEITEN DOCH ÄNDERN. VOR NICHT EINMAL EINEM JAHR WAREN...

Wie sich die Zeiten doch ändern. Vor nicht einmal einem Jahr waren...

Wie sich die Zeiten doch ändern. Vor nicht einmal einem Jahr waren viele Spieler froh, wenn sie zum Nationalteam reisen konnten und für wenige Tage auf andere Gedanken gebracht wurden. Im Herbst 2006 war die Austria ständig am unteren Tabellenende, da gab's Null komma Josef zu lachen. Heute hat sich das Blatt gewendet, sind unsere Teamkandidaten heilfroh, wenn sie wieder in den Kreis der Austria-Familie zurückkehren. Bereits um 08:15 Uhr parkte Joachim Standfest heute seinen BMW am Parkplatz des Horr-Stadions ein. Damit war er nach Zeugwartin Gerlinde Stoyer der Allererste in der Kabine, offensichtlich konnte er es gar nicht erwarten, zurück nach Favoriten zu fahren. "Ich hatte einen Tag frei, komme direkt von meiner Familie aus Graz", erklärte er sein frühes Erscheinen. Aber er leugnete auch nicht, froh zu sein, seine Austria-Kumpel wieder zu sehen, zu tief sitzt noch immer der Stachel des 0:2 gegen die Südamerikaner und des 0:0 gegen Japan. Standfests Gemütszustand kann man nach den Schelten der Medien sowie der Öffentlichkeit nicht gerade als Champagner-Laune bezeichnen, eher schon als Alarmglockenschrillen. Der Steirer war zwar noch einer der Aktivposten der ÖFB-Elf, nimmt sich aus der Kritik aber nicht aus. "Man ist hilflos auf dem Feld. Wir sind nur zwanzig Minuten gegen Chile gut gewesen, auf einmal sind wir nicht mehr zu Gegner und Ball hingekommen", wundert er sich. Jeder hat Ehre in sich, will sich sicherlich nicht den Hintern vor der Heim-EM versohlen lassen, aber es fehlt an Erklärungen für die Leistungen. "Mir ist unverständlich, warum wir uns so schlecht präsentiert haben." Im Training hätte alles so gut ausgesehen, doch im Match konnte nicht alles herausgekitzelt werden. "In der Kabine war nach dem Chile-Spiel eine Totenstille, die Enttäuschung bei allen wir riesig." Sein Mittel für die kommenden Länderspiele: "Versuchen, mit einfachsten Mitteln wie Kampf und Einsatzwillen zum Erfolg zu kommen." Land unter im Nationalteam, das Paradies bei Violett. Geht es nach den Voraussetzungen, war es für die Teamspieler wahrscheinlich selten so schön wie jetzt, wenn man wieder die Fischhofgasse rauf zum Horr-Stadion fährt. Tabellenführer, weiterhin ungeschlagen, im UEFA-Cup noch dabei (4.300 Karten bereits verkauft), tolle Stimmung im Umfeld der Veilchen - scheinbar genau zum richtigen Zeitpunkt greift ein Rad perfekt ins andere. Gönner Frank Stronach, General Thomas Parits und Coach Georg Zellhofer haben dem Klub neues Leben eingehaucht, das soll Austria Kärnten auch am Sonntag zu spüren bekommen. Standfest, der am Freitag gegen Japan das Premieren-Spiel in der neuen Wörthersee-Arena absolvierte, steigert die Vorfreude auf den Schlager noch mehr. "Das feinste Stadion, das wir in Österreich haben. Alles ist sehr eng, die Stimmung bleibt drinnen, die Atmosphäre ist einzigartig." Plötzlich ist es wieder das Grinsen bei ihm und noch breiter wird es sein, wenn er einen Blick auf die Tabelle der T-Mobile-Bundesliga macht: Austria on top!