11.09.2007, 00:00 Uhr

SELBST EX-VEILCHEN ERNST DOSPEL (IM BILD GEGEN SUPERSTRATEGE MILENKO...

Selbst Ex-Veilchen Ernst Dospel (im Bild gegen Superstratege Milenko...

Selbst Ex-Veilchen Ernst Dospel (im Bild gegen Superstratege Milenko Acimovic) stellte sich nach dem Schlußpfiff als fairer Gratulant ein. Der nunmehrige Rieder ging auf General Manager Thomas Parits zu und beglückwünschte ihn zu dieser Mannschaft, deren Moral und der tollen Performance beim 2:1-Last-minute-Sieg. Nur Augenblicke davor war er ebenso regungslos wie seine Mitspieler, wurde plattgewalzt, überfahren, überrollt - die Austria Wien ist wieder da! Auch Ried-Coach Helmut Kraft zollte der Leistung der Austria großen Respekt: "Sie gewinnt zwar oft nur mit einem Tor Unterschied, aber sie wollen mehr schießen, beschränken sich nicht nur auf den knappen Vorsprung." Da wollen wir einem Konkurrenten ausnahmsweise gar nicht widersprechen. Egal, gegen wen wir heuer gespielt haben, Torchancen wurden immer am Fließband produziert. Parits legt nach: "Es ist beeindruckend, dass die Mannschaft scheinbar nicht verlieren will. Wie in Oslo haben sich auch diesmal einen Rückstand weggesteckt." Während wir für viele Gegner erschreckend erfolgreich agieren, ist unser Auftreten für unsere Fans mit Sicherheit ein Genuß. Mehr noch sogar: Widerstand ist zwecklos, der sympathische Anstrich der Veilchen ist allerorts spürbar. Parits, der am Sonntag seinen 61. Geburtstag im Stadion zelebrierte, strahlt: "Die Mannschaft macht Spaß, spielt groß auf, ist eine Einheit mit den Fans, man hat das Gefühl, dass alles ineinander verschmolzen ist. Man hätte mir vom Klub kein schöneres Geschenk als diesen Sieg machen können." Egal, wen man aus diesem Team der außergewöhnlichen Gentlemen hervorheben möchte, es wäre unfair dem anderen gegenüber, denn jeder im Kader hat seinen ganz persönlichen Anteil am Erfolg. "Alle haben begriffen, dass man 20 Spieler für den Erfolg und eine geschlossene Mannschaftsleistung braucht. Wir sind so gut aufgestellt, dass zwei von der Bank gegen Ried reinkommen uns uns zum Sieg knallen." Eine Folge des zurzeit vorherrschenden Leistungsprinzips: Wer sich im Training aufdrängt, der bekommt seine Chance. Damit stacheln sich die Spieler gegenseitig an, das Produkt sieht man ebenfalls am Output für das Nationalteam. Gleich sechs Österreicher sind einberufen für die Länderspiele gegen die Schweiz und Elfenbeinküste. Parits: "Die Spieler wissen, dass diese Saison mit der EURO eine ganz spezielle ist. Wer dabei ist, kann sich international ins Fenster stellen, so eine Chance bekommt man als Österreicher nicht oft im Leben." Zurzeit sind wir für das Gros der Liga ein unantastbarer Gegner, aber das kann sich auch schnell wieder ändern, deswegen möchte Parits dem Wörtchen "Meisterschaft" nicht einmal in den hintersten Winkel seines Gehirns Zutritt gewähren: "Dieser Gedanke würde mir nie über die Lippen kommen, denn mit der Drei-Punkte-Regel bist du auch gleich wieder weg. Unser nächstes Ziel ist Platz drei in der UEFA-Gruppenphase (Auslosung am Dienstag, ab 12 Uhr, Anm. d. Red.), weiter denken wir nicht."

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 35 78
2. FK Austria Wien 35 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 35 60
4. CASHPOINT SCR Altach 35 53
5. FC Flyeralarm Admira 35 46
6. SK Rapid Wien 35 43
7. SV Mattersburg 35 40
8. RZ Pellets WAC 35 39
9. SKN St. Pölten 35 37
10. SV Guntamatic Ried 35 35
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