08.03.2007, 00:00 Uhr

JETZT IST VORSICHT GEBOTEN, BLOß NICHT AUFTRUMPFEN, AUCH WENN WIR...

Jetzt ist Vorsicht geboten, bloß nicht auftrumpfen, auch wenn wir...

Jetzt ist Vorsicht geboten, bloß nicht auftrumpfen, auch wenn wir wieder gewinnen und es noch so verlockend sein mag. Aufschwung in der Meisterschaft, 3:0-Sieg im Cup in Ried - es wäre alles bereit für eine deftige Kampfansage, aber die kommt keinem bei der Austria so schnell über die Lippen. Jedem ist bewußt, dass es sehr schnell gehen kann, und man sitzt gleich wieder im Paternoster und fährt durch den Keller... Die Saison 2006/07 ist keine, auf die ein gängiges Verhaltensmuster angepasst werden kann. Pfui im Herbst, hui im Frühjahr. Einige Gründe dafür sind offensichtlich: 1.) Die neuen Spieler: David Lafata, Joachim Standfest und Ronald Gercaliu haben bereits voll eingeschlagen und sich einen Stammplatz erkämpft, Vaclav Sverkos und Milenko Acimovic waren lange verletzt, sie haben noch großes Potenzial. Aber insgesamt muss man sagen, dass wir die halbe Mannschaft getauscht haben und dass sich alle recht schnell aneinander gewöhnt haben. "Aber wir haben noch große Reserven", weiß Generalmanager Thomas Parits (Bild), "es wird von Spiel zu Spiel besser, wir sind auf einem guten Weg." 2.) Einstellung und Umsetzung passen: Speziell der Sieg in Ried hat gezeigt, dass unsere Tendenz weiter nach oben zeigt. Vor der Pause war die Leistung zwar nicht zufriedenstellend, aber wir haben 1:0 geführt. Und nach dem Wechsel war die Defensive wie die chinesische Mauer - keine Löcher und undurchlässig. Parits: "Sie haben als Block agiert, die einzelnen Formationen haben perfekt verschoben, zwischen ihnen herrschte Harmonie. Die Vorgaben wurden umgesetzt." 3.) Das Selbstvertrauen ist wieder da: Schon im Trainingslager in Marbella hat sich Parits die Spieler vorgeknöpft und ihnen vermittelt, dass sich Vertrauen in die eigene Stärke nur durch Erfolge einstellen wird. Sieben Punkte aus den ersten drei Meisterschaftsspielen waren der Traum, das wurde auch Realität. Damit haben wir an Brust gewonnen. "Wir wußten, dass wir jeden schlagen können, jetzt haben wir auch die Gewißheit, dass wir vor niemandem Angst haben müssen. Und wir werden noch besser", tönt der General, der aber fast im selben Atemzug auf die Bremse steigt. Gedämpft sagt er: "Wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen. Wir sind lediglich im Geschäft drinnen, haben unsere Ziele erfüllt, aber wir haben noch genug Arbeit. Wir konnten die Neuen zwar schnell integrieren, aber wir sind noch weit weg von dem, was ich mir vorstelle." Parits läßt also nicht einmal eine Klein-Euphorie aufkommen, zuviele Steine liegen noch auf dem harten Weg zurück in die Erfolgsspur. Ist ja auch richtig, denn von der aktuellen Woche der Wahrheit ist erst ein Tag vorbei. Im Nachhinein ist es möglicherweise der leichteste gewesen, weil Ried in der Meisterschaft mit der Sensation spekuliert und noch weiter in der Tabelle gen Spitze schielen möchte. Die Partie am Samstag im Horr-Stadion, bei der es um wichtige Bundesliga-Punkte geht, wird zur echten Herausforderung, ebenso danach das Spiel in Altach. Passt man nicht auf, liegt gleich wieder die Welt in Scherben. Parits weiß: "Mit dem Einzug ins Cup-Halbfinale sind wir unserem Ziel "nternationale Startplatz" ein Stück näher gekommen, aber das ist bis zum Semifinale nun schon wieder zweitrangig. Fakt ist, dass es von den Riedern am Samstag keine Geschenke geben wird, wir müssen uns wieder alles hart erarbeiten." Der Paternoster ist immer im Hinterkopf.