11.08.2007, 00:00 Uhr

IST DER KAPITÄN AM DONNERSTAG AN BORD? JOCELYN BLANCHARD FÜHLT...

Ist der Kapitän am Donnerstag an Bord? Jocelyn Blanchard fühlt...

Ist der Kapitän am Donnerstag an Bord? Jocelyn Blanchard fühlt sich zwar von Tag zu Tag besser, aber er kennt seinen Körper und wenn ihm der unmissverständliche Signale sendet, dann hat er gelernt, darauf zu hören. Ob der 35jährige Franzose am Donnerstag gegen Girondins  Bordeaux in unserem ersten UEFA-Cup-Gruppenspiel dabei sein kann, wird sich erst entscheiden, wir haben "Jos" dennoch zum Interview gebeten, denn er ist das Herz der Mannschaft, der verlängerte Arm des Trainers. Jocelyn, wie hast du die Altach-Niederlage vor dem TV erlebt? Ehrlich gesagt, gar nicht, denn ich habe zur selben Zeit Bordeaux in Nancy gesehen. Aber wie zu erwarten war, war es eine schwere Partie, in Altach auf diesem kleinen Platz tut sich keine spielerische Mannschaft leicht. Ich habe aber auch gehört, dass unsere Jungen alles gegeben und probiert haben, das späte Gegentor war Pech. Zum Teil wird in den Medien jetzt von einer Minikrise geredet, wie siehst du das? Wir haben keine Krise. Wir haben viermal nicht gewonnen, davon aber zweimal 2:2 gegen Rapid und Mattersburg gespielt, wo wir in beiden Matches genauso gut gewinnen oder auch verlieren hätten können. Altach haben wir schon besprochen, nur der Auftritt in Innsbruck war schlecht, dort sind wir nur mit 50 Prozent aufgetreten, haben unsere Qualität vermissen lassen. Wir sind jetzt in einer Phase, wo wir viele Spiele haben, ständig zumindest acht Teamspieler abstellen und auch einige Verletzte haben. Das ist etwas viel für uns, aber das Gute ist, dass wir noch immer Erster sind - wir sind noch da.! Bedeutet Dir der Herbstmeistertitel etwas? Es ist gut für den Klub und unsere Fans, aber wir haben noch nichts erreicht. Wenn ich die Runden Revue passieren lasse, fällt mir ein, dass wir nicht so gut gestartet sind, dann haben wir uns super erfangen und sind auch erfolgreich durch die UEFA-Cup-Quali gegangen, am Ende sind wir wieder in eine schwierigere Phase eingetaucht. Wir hatten aber auch viele Spiele, bei denen es immer um Platz eins gegangen ist. Wie gegen den LASK, Salzburg oder Mattersburg. Für eine junge Mannschaft ist das ein großer Druck, für die Liga ist es sehr gut. Wie geht es Deiner Oberschenkel-Verletzung? Jeden Tag besser, aber ich bin noch nicht zu hundert Prozent fit. Ich habe noch Schmerzen und mir fehlt zurzeit noch das Vertrauen in meinen Körper. Ich werde sicher nichts überstürzen. Du hast Dir Bordeaux im Fernsehen angesehen, sie haben 0:1 in Nancy verloren, Deine Eindrücke? Es war eine gutes Spiel, Bordeaux hat in dieser Saison zum ersten Mal auswärts verloren. Sie haben eine technisch gute Mannschaft, die immer versucht über die spielerische Linie zum Erfolg zu kommen. Nancy ist kompakt gestanden, war sehr aggressiv, so müssen auch wir auftreten. Wir dürfen keine Angst haben und müssen die Zweikämpfe suchen, dann werden auch wir unsere Möglichkeiten bekommen. Eines muss uns klar sein: Spielerisch können wir nicht mit ihnen mithalten, aber wir müssen alles geben, was wir haben. Was hat für Dich Vorrang: Das Überstehen der Gruppenphase im UEFA-Cup oder die Meisterschaft? Die internationalen Spiele sind wichtig für unsere Jungen. Vor dem Fernseher kann man nichts lernen, nur auf dem Platz. Ich bin Realist und sage, dass wir nicht ins Finale kommen werden, aber es ist ein Geschenk für den Klub, für unsere Fans und für unsere Jungen. Die klare Antwort auf die Frage ist also, dass die Meisterschaft mehr Gewicht hat. Du bist wie eine Maschine, bist im täglichen Training und im Wettbewerb immer der Antreiber, motivierst deine Mitspieler. Wie ist Deine Philosophie? Ich habe eine Vorbildwirkung, dessen bin ich mir bewusst. Ich kann nicht sagen, dass ich heute nicht trainieren möchte, sondern ich gebe den Takt vor, andersrum wäre ich auch ein schlechtes Beispiel. Aber genau das ist auch meine Motivation. Ich weiß, wofür ich laufe und arbeite und ich will, dass díe Jungen das sehen und meinen Weg mitgehen. Sie sollen sich denken: Er ist schon 35 und spielt immer noch auf diesem Niveau, ist fast nie verletzt oder krank, das möchte ich auch erreichen. Schon als ich ich jung war, wollte ich immer zumindest auf derselben Höhe laufen mit den Routiniers, nie dahinter. Das müssen unsere Spieler auch denken.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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