14.07.2007, 00:00 Uhr

ES IST SCHON EIN GANZ BESONDERES PHÄNOMEN, DAS RUND UM DIE WIENER...

Es ist schon ein ganz besonderes Phänomen, das rund um die Wiener...

Es ist schon ein ganz besonderes Phänomen, das rund um die Wiener Austria immer wieder auftaucht - die Unzufriedenheit. Obwohl wir seit nunmehr 13 Runden Tabellenführer sind, wird geraunzt. Hätte uns jemand zu Saisonbeginn gesagt, dass wir nach 21 Runden mit drei Punkten Vorsprung an der Spitze liegen, wären sich wohl alle Violetten vor Freude in den Armen gelegen. Das musste auch einmal gesagt werden. Aber es ist auch niemand bei der Austria so blind, um die vorliegenden Probleme nicht erkannt zu haben. Wir haben General Manager Thomas Parits zum aktuellen Interview gebeten. Herr Parits, bewegte Tagen liegen hinter uns. Niederlage in Helsingborg, Remis in Ried - sind Sie froh, dass es schon am Donnerstag im UEFA-Cup weitergeht? Ich muss zugeben, dass ich mit beiden Spielen nicht zufrieden war. In Helsingborg waren wir vor der Pause voll da, haben uns aber plötzlich wie von der Rolle präsentiert. Ich habe mir dort schon etwas ausgerechnet, ein Remis war möglich. Und in Ried haben wir uns zwar nur wenige Chancen herausgespielt, aber die Reaktion auf Helsingborg, die wir sehen wollten, war wenigstens da. Wo liegen unsere Probleme zurzeit? In der Offensive. Hinten stehen wir kompakt und lassen nur wenig zu, aber im Spiel nach vorne haben wir einen Knopf drinnen. Das hängt meiner Meinung nach damit zusammen, dass wir zu Saisonbeginn mit einem treffsicheren Kuljic, dahinter einem Acimovic als hängende Spitze und zwei starken Flügelspielern, Sulimani und Lasnik, eine enorme Durchschlagskraft nach vorne entwickeln konnten und auch zu vielen Standardsituationen gekommen sind. Das fehlt uns derzeit, weil einige außer Form sind.  Das Positive ist, dass wir noch immer drei Punkte Vorsprung in der Tabelle haben. Daran sieht man, dass nicht nur wir Probleme haben, ich bin aber zuversichtlich, dass wir alles bald wieder voll im Griff haben werden. Wie lautet Ihre Erfolgsformel dafür? Blanchard ist wieder zurück, ebenso Bak, Sariyar und Acimovic, Sulimani und Standfest waren krank, mussten sich erst wieder erfangen, sie werden von Tag zu Tag zu mehr Kräften kommen. Und wenn unseren Stürmern Okotie, Aigner oder Lafata der Knopf aufgeht, könnten unsere Sorgen bald weggeblasen sein. Kurzfristig ist wichtig, dass wir am Donnerstag gegen Panionios gewinnen, damit wir in Istanbul eine Chance auf den Aufstieg im UEFA-Cup haben. Und in der Meisterschaft, wo wir zugegebenermaßen einen größeren Vorsprung haben könnten, haben wir auch alle Chancen einen guten Polster zu schaffen. Am Sonntag Sturm daheim, dann Mattersburg auswärts und im Frühjahr starten wir mit zwei Heimspielen. Heisst, dass wir in den kommenden vier Bundesliga-Runden drei Heimpartien haben - da könnten wir uns eine gute Basis schaffen.  Demnach machen Sie sich keine allzu großen Sorgen. Nur weil wir immer noch Tabellenführer sind, heißt das noch lange nicht, dass wir gut spielen. Ich bin nicht blind und belüge mich nicht selber. Einige sind außer Form, aber in Ried haben Einsatz und Biss gepasst, mit derselben Einstellung werden wir auch wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Das einfachste Rezept wären wahrscheinlich Siege, damit würde jede Diskussion im Keim erstickt werden. So ist es. Wir sind jetzt in einer Phase, in der es nicht optimal läuft, aber ich bin überzeugt, dass wir da auch wieder rauskommen, es fehlt nur das Erfolgserlebnis.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 35 78
2. FK Austria Wien 35 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 35 60
4. CASHPOINT SCR Altach 35 53
5. FC Flyeralarm Admira 35 46
6. SK Rapid Wien 35 43
7. SV Mattersburg 35 40
8. RZ Pellets WAC 35 39
9. SKN St. Pölten 35 37
10. SV Guntamatic Ried 35 35
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