17.02.2007, 00:00 Uhr

ES GIBT SPIELE, DA HAT SZABOLCS SAFAR MEHR KONTAKT MIT DEN ORDNERN HINTER...

Es gibt Spiele, da hat Szabolcs Safar mehr Kontakt mit den Ordnern hinter...

Es gibt Spiele, da hat Szabolcs Safar mehr Kontakt mit den Ordnern hinter dem Tor als mit dem Ball. Von der Papierform her hätte es eigentlich auch beim Halbfinal-Cupmatch gegen den Drittligisten Salzburg Amateure so sein sollen, aber die Regie wurde offenbar über den Haufen geworfen. Und doch war es wiederum Safar, der sich an das Storybook penibel genau gehalten und mit seiner Erfahrung das Elfemeterschießen für uns gewonnen hat. Obwohl er keinen einzigen Penalty parierte... Nach den regulären 90 Minuten stand es 1:1, ebenso nach der Verlängerung - die Stimmung unter den knapp 9.000 Besuchern in Salzburg kochte, das Volk wollte ein Spektakel sehen. Nur nicht unsere Nummer 1, die von den Emotionen her wie ein Gefrierschrank auf der Linie auf die Elfmeter seiner Gegner wartete. Peng, peng, peng ist es gegangen und Hütter, Obermair und Prenn haben allesamt nicht einmal das Tor getroffen, Safar war dennoch dreimal in der richtigen Ecke. Kann man das trainieren? Der bescheidene Keeper sagt: "Nein, das ist Gefühlssache. Und man braucht die Nerven dazu." Dass er die hat, hat er bei der Austria schon sehr oft bewiesen. Als er noch hinter Joey Didulica die Nummer 2 war, spielte er zumeist nur im heimischen Cup, dabei konnte er sich bereits fünfmal im Elfmeterschießen auszeichnen (2 x Sturm Graz, 1 x GAK, Mattersburg und Paching), gestern machte er das halbe Dutzend voll. Sein Geheimnis: "Man muss lange warten können und den Schützen ausschauen", umspielt ein Lächeln seine Lippen. Adi Hütter, der den ersten Elfer an die Latte knallte, hatte schon vor der Verlängerung so eine Ahnung, sagte er doch zu "Safi", mit dem er drei jahre gemeinsam bei Salzburg kickte: "Hoffentlich gibt's kein Penaltyschießen, wir waren lange nur zu zehnt, zudem fehlt die Routine." Dann war es ausgerechnet der 37jährige, der den Anfang vom Ende eingeleitet hatte. "Wahrscheinlich dachte er, dass ich ihn kenne und weiß, welches Eck er wählen wird und wollte genau zielen." Safar hatte Recht, Hütter wählte seine Lieblingsecke. Szabolcs Safar als strahlender Stern in der Salzburger Nacht - obwohl er einer war, denn er entschärfte auch während des Spiels einige scharfe Dinger, als einer der Matchwinner würde er sich selber nie bezeichnen. Der stille Sportsmann denkt trotzdem laut über die Zukunft nach. "Jetzt stehen wir wieder im Cupfinale und das wollen wir gewinnen. Auch in der Meisterschaft ist Platz zwei mit einer Serie durchaus möglich." Doch dafür müssen wir uns sicherlich etwas steigern. Was uns am 1. Mai im Finale gegen Mattersburg (Spielort noch offen) erwarten wird, werden wir bereits in den kommenden zwei Wochen erfahren, denn jetzt gibt es in der Meisterschaft ein "Doppel" gegen die Burgenländer, Auftakt ist am Samstag, um 18:30 Uhr, im Horr-Stadion.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 19 44
2. FC Red Bull Salzburg 20 43
3. SK Rapid Wien 20 34
4. FC Flyeralarm Admira 20 31
5. LASK 20 27
6. CASHPOINT SCR Altach 20 25
7. FK Austria Wien 19 23
8. SV Mattersburg 20 21
9. RZ Pellets WAC 20 16
10. SKN St. Pölten 20 7
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