04.03.2007, 00:00 Uhr

DIE FREUDE WAR UNÜBERSEHBAR. NICHT NUR BEI HANNES AIGNER SELBER, ALS...

Die Freude war unübersehbar. Nicht nur bei Hannes Aigner selber, als...

Die Freude war unübersehbar. Nicht nur bei Hannes Aigner selber, als er in der 91. Minute gegen Ried den Siegtreffer mit einem Hammerschuß unter die Latte knallte, auch bei der ganzen Mannschaft. Sie herzten den Tiroler, tätschelten ihn liebevoll, klatschten untereinander ab. Nach dem Schlußpfiff war der 26jährige ebenfalls umringt, diesmal aber von Journalisten, bei denen er einen Interview-Marathon absolvieren musste. Den hat er aber gerne hinter sich gebracht. Oft wurde die Austria in den vergangenen Jahren aufgrund ihrer Launenhaftigkeit wie die Bayern als FC Hollywood bezeichnet. Diesmal könnte man den Vergleich wieder wagen, allerdings aus ganz einem anderem Grund: Aigners Eltern waren extra aus Tirol angereist, um dem Filius auf die Beine zu schauen. Bislang haben sie ihm nur die Daumen in Innsbruck gedrückt, Austria-Partien im Horr-Stadion haben sie noch nie gesehen. Dass ihm dann noch das entscheidende Tor in den letzten Sekunden gelingt, hätte aus der Feder eines Schnulzen-Regisseur aus der US-Filmfabrik stammen können. Noch schöner wird die Story letztendlich, weil Aigners Papa überhaupt noch nie zuvor in Wien war. Für sie war es sicherlich ein schöner Nachmittag. Für Hannes Aigner auch. Beim seinem wuchtigen Schuß hatte man den Eindruck, dass er am liebsten das Netz auch durchlöcherte hätte. War Frust auch dabei? "Überhaupt nicht", lacht der bullige Sturmtank, "ich habe gar nicht nachgedacht, nur draufgehalten." Als Angreifer hat man es im Moment bei der Austria gar nicht so leicht. Vaclav Sverkos und David Lafata sind im Normalfall (fast) gesetzt, Aigner, Pichlmann und Wallner buhlen dahinter um die Gunst des Trainers. Aigner sieht die Situation realistisch: "Wir haben einen gesunden Konkurrenzkampf im Sturm, aber damit kann ich ganz gut umgehen. Jetzt zählt eben jede Minute, die ich zum Einsatz komme und die muss ich versuchen zu nützen. Ich kann nur über meine Trainingsleistungen und meine Bereitschaft signalisieren, dass ich immer bereit bin." Bereut hat er den Wechsel aus Tirol nach Wien keine Sekunde. "Ganz im Gegenteil. Ich finde es sehr wichtig, dass man auch einmal etwas anderes erlebt. Die Austria kann ich mit Wacker nicht vergleichen, denn man sieht überall, dass hier mehr Geld dabei ist. Die Austria ist ein vorbildlich geführter Klub, bei dem jeder Teilbereich von einem anderen bearbeitet wird. In Innsbruck gab es zumeist nur eine Person, die sich um alles kümmern musste. Abgesehen davon hat man ganz andere Perspektiven hinsichtlich Europacup etc." Aigners Tor veranlaßte Sport-am-Sonntag-Moderator Boris Jirka sogar zur Frage an ORF-Analyseexperte Peter Schöttel, ob denn der Austria-Angreifer nicht auch ein Thema fürs Nationalteam wäre, da wir dort nicht mit Stürmern gesegnet sind? Schöttels Antwort: "Ein Teamspieler sollte zuerst einmal Stammspieler sein." Der beste Schütze der Violetten (6 BL-Tore, 1 Cup)  sieht es genauso. "Ich stimme dem Peter zu. Erst muss ich mich hier durchsetzen, dann kann man weiterschauen." Sollte er irgandwann tatsächlich einmal seine Nationalteam-Premiere feiern, werden seine Eltern sicher wieder dabei sein.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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