28.09.2007, 00:00 Uhr

DAS "ABENTEUER UEFA-CUP" KÖNNTE FÜR DIE WIENER AUSTRIA...

Das "Abenteuer UEFA-Cup" könnte für die Wiener Austria...

Das "Abenteuer UEFA-Cup" könnte für die Wiener Austria noch lange andauern. Zumindest die Voraussetzungen dafür wurden mit dem 2:0-Sieg über Valerenga Oslo geschaffen, die Kür soll am 4. Oktober beim Rückspiel in der nördlichen Europa-Metropole folgen. Selbst Coach Georg Zellhofer war - für alle Insider völlig ungewohnt - relativ sehr euphorisch: "Das war eine sehr reife, solide und konzentrierte Leistung, wir haben verdient gewonnen." Zellhofer stand mit der Mannschaft heute um 10 Uhr bereits wieder auf dem Platz. Während aber diejenigen, die gestern gespielt haben, zwecks Regeneration bald wieder in der Kabine waren, trainierte "Zelli" auf dem Platz noch fleißig mit dem Rest. "Bravo, Wolfi! Mach' ihn rein, David! Super Reflex, Saso!", rief er beim Schußtraining, bei dem er selber immer wieder die Bälle aufspielte oder reinflankte. Und obwohl er im Normalfall sehr pünktlich ist, vergaß er diesmal sogar die Zeit um sich, verschwitzte somit, dass um 11 Uhr Pressekonferenz im Horr-Stadion angesetzt war. "Sorry, aber mir taugt's heute so, ich möchte am liebsten hier bei der Mannschaft draußen bleiben", entschuldigte er sich. Zellhofers gute Laune und seine Vitalität sind gute Indikatoren. Nach dem so wichtigen Resultat gegen die Norweger wäre der Lila-gute-Laune-Bär eine Idee für ein neues Maskottchen, denn wo man am Freitag hinblickte, war alles Friede, Freude, Eierkuchen. "Dabei war es ein kniffliges Spiel, denn Valerenga zog eine Menschenmauer in der eigenen Hälfte auf, die wir erst einmal knacken mussten", so der Coach, der seiner Mannschaft gleich am Morgen in der Kabine noch einmal Extralob spendete. "Das haben sie sich verdient. Wir haben gesehen, wozu wir imstande sind, wenn wir arbeiten und nicht so locker auftreten wie in Kärnten. Wir haben uns eine solide Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen." Alles eitel Wonne, bis auf ein kleines Nebengeräusch, das Zellhofer sauer aufstieß: "Die Pfiffe unserer Fans, die es eine Zeit lang gegeben hat, habe ich nicht verstanden. Aus taktischen Gründen haben wir Tempo rausgenommen. Gegen Jablonec haben wir das nicht gemacht und drei Tore kassiert. Diesmal waren wir clever, das hatte nichts mit einer destruktiven Spielweise zu tun, wenn wir den Ball einmal zurückgespielt haben." Zellhofer hat mit seinen Ausführungen natürlich Recht und er dachte auch während der Pressekonferenz schon wieder an das tägliche Brot und somit an das spielstarke Sturm Graz, das derzeit getrost in die Belletage des heimischen Fußballs einzureihen ist. Die Steirer haben Rapid mit 5:1 aus dem Hanappi geputzt, liegen nur drei Punkte hinter uns in der Tabelle. Deswegen kann man sich auch das ständige Understatement-Geschwafel von deren Coach Franco Foda nicht mehr anhören. Sturm hat drei Teamspieler (Salmutter, Prödl, Säumel), wir zwei (Kuljic, Standfest). Sturm hatte nach dem Preisschießen gegen Rapid zwei freie Tage, wir haben nur einen Tag zur Vorbereitung auf diese Partie. "Wir sind gewarnt", so Zellhofer, "sie versuchen immer zu untertreiben, aber auch ein Muratovic oder Haas spielen nicht nur wegen der guten, steirischen Luft dort." Möglich, dass Austria am Sonntag (15:30 Uhr / Horr) rotiert, Gercaliu fällt mit einer Oberschenkel-Verletzung sicher aus.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 12 28
2. FC Red Bull Salzburg 12 25
3. SK Rapid Wien 12 22
4. FK Austria Wien 12 18
5. FC Flyeralarm Admira 12 18
6. LASK 12 16
7. CASHPOINT SCR Altach 12 16
8. RZ Pellets WAC 12 12
9. SV Mattersburg 12 7
10. SKN St. Pölten 12 2
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