08.08.2007, 00:00 Uhr

AUSTRIAS ABWEHRCHEF UND FRANKREICH-SPEZIALIST JACEK BAK SPRICHT IM...

Austrias Abwehrchef und Frankreich-Spezialist Jacek Bak spricht im...

Austrias Abwehrchef und Frankreich-Spezialist Jacek Bak spricht im Interview über UEFA-Cup-Gegner Bordeaux, seine ersten Monate in Wien, überwundene Sprachbarrieren und die Europameisterschaft in Österreich. Wie geht es Deiner Rückenverletzung und sind Sie wieder völlig fit für das Europacupspiel gegen Girondins Bordeaux? Bei mir ist wieder alles in Ordnung, der Rücken zieht nur mehr ganz leicht, aber ich bin für das Spiel gegen die Franzosen zu 100 Prozent einsatzfähig.   Du hast für Lens und Lyon über 200 Ligaspiele in Frankreich bestritten. Was weißt Du aus Deinen Jahren in Frankreich über Bordeaux und kennst Du noch einige Spieler? Bordeaux hat trotz einiger namhafter Abgänge eine tolle Mannschaft. Ich habe gegen viele Spieler dort selbst noch gespielt. Torhüter Ramé ist ein ganz sicherer Rückhalt. Mit Jurietti hat er einen erfahrenen Abwehrchef mit viel Routine vor sich. Besonders gefährlich ist das brasilianische Trio Jussié, Fernando und Wendel. Fernando ist aktueller brasilianischer Teamspieler und mit Jussié habe ich selbst noch bei Lens gespielt. Ich freue mich schon auf einen Plausch mit ihm. Er ist ein echter Wirbelwind, vielleicht nicht der Größte, aber ungemein schnell und technisch stark. Gemeinsam mit Stürmer Chamakh ist er einer der Schlüsselspieler bei den Franzosen. Dass Regisseur Micoud manchmal sogar auf der Bank Platz nehmen muss, sagt schon alles über die Stärke und den guten Kader von Bordeaux aus.   Wo siehst Du die Unterschiede zwischen der französischen Liga und der österreichischen Bundesliga? Die französische Liga ist viel größer und hat eine deutlich höhere Leistungsdichte. Taktisch und technisch ist das Level dort sehr hoch. Dadurch können Teams aus Frankreich einen irrsinnigen Druck auf den Gegner ausüben und man muss echt aufpassen, nicht einfach überrannt und ausgespielt zu werden. Auch Kreativität und Spielwitz haben dort einen sehr hohen Stellenwert. Im Gegensatz dazu wird in Österreich viel mehr der Körper eingesetzt. Für mich ist das aber kein Problem, ich bin das von meinen vielen Spielen mit der Nationalmannschaft auch gewöhnt und kann damit umgehen. Wie beurteilst Du als Frankreich-Spezialist die Chancen der Austria gegen Girondins Bordeaux? Es wird sicher kein leichtes Match, aber wir können gewinnen, davon bin ich überzeugt. Wenn wir konzentriert und aggressiv spielen, Bordeaux wenig Platz zum Kombinieren lassen, sind sie sicher nicht unschlagbar. Du bist jetzt schon einige Monate in Wien, wie hast Du dich eingelebt? Wien ist eine wunderschöne Stadt, ist für mich so etwas wie ein kleines Paris. Es gibt tolle Museen, gemütliche Kaffeehäuser und ich fühle mich hier auch nach kurzer Zeit schon irrsinnig wohl. Überhaupt ist Österreich ein tolles Land und als begeisterter Schifahrer habe ich es von hier aus auch nicht so weit in die Berge. Zum Glück ist auch der Weg zu meinem Heimatort Lublin in Ostpolen nicht allzu weit. Mein Frau und mein Sohn sind dort geblieben, aber wenn es der Terminplan zulässt, besuche ich sie. Und bei der Austria, wie bist Du von der Mannschaft aufgenommen worden und wie findest Du dich im Team zurecht? Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden,  was bei meinen vorherigen Stationen nicht immer der Fall war und was mir die Eingewöhnung hier sehr erleichtert hat. Ich war insgesamt sehr positiv überrascht.   Ist es für Dich ein Problem, dass Du kein Deutsch sprichst?  Wie kommunizierst Du denn mit Deinen Mitspielern, gibt es da nicht eine gewisse Sprachbarriere? Das ist zum Glück überhaupt kein Problem. Einige wie Blanchard, Ertl, Schiemer und auch Gercaliu sprechen Französisch. Mit Kuljic, Majstorovic, Acimovic, Lafata und Vachousek funktioniert es auch recht gut, weil ihr Jugoslawisch und Tschechisch dem Polnischen sehr ähnlich ist. Gibt es da als Abwehrchef dennoch nicht manchmal Probleme in der Hektik die richtigen Worte zu finden? Nein, weil die wichtigsten Begriffe wie Achtung, Raus- und Reinlaufen und so weiterkenne ich schon und irgendwie kann ich mich mit jedem, wie beispielsweise Schiemer, auch mit einem Gemisch aus Englisch, Französisch und Polnisch schon verständigen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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