11.10.2006, 00:00 Uhr

WAS HABEN WIR EIGENTLICH VERBROCHEN? SIEBENTES BUNDESLIGA-SPIEL, NOCH...

Was haben wir eigentlich verbrochen? Siebentes Bundesliga-Spiel, noch...

Was haben wir eigentlich verbrochen? Siebentes Bundesliga-Spiel, noch immer kein Sieg, obwohl wir wieder einmal die bessere und aktivere Mannschaft auf dem Platz waren. Wir scheinen die Seuche an den Beinen kleben zu haben, wenngleich hinter den Kulissen eifrig nach Erklärungen bei den Analysen gesucht werden. Wie diese auch aussehen mögen, auf eines brennt Sportdirektor Peter Stöger bereits jetzt - auf ein Gespräch mit Frank Stronach. Stöger will mit dem Betriebsführer so schnell wie möglich den direkten Kontakt suchen, um die Situation besprechen zu können. "Auch wenn er seine Meinung öffentlich nicht mehr kundtut, hat er sehr wohl eine. Er sagt sie nur nicht nach außen." Stöger selbst tut es schon und erwartet auch so etwas wie Rückendeckung von anderen. "Wir gehen den Weg mit weit mehr Österreichern als in den letzten Jahren, mussten das Budget erheblich reduzieren, dennoch werden von uns dieselben Erfolge verlangt. Extern wie intern. Das muss auch von anderen nach außen transportiert werden. Natürlich stellen wir an uns selbst weiterhin hohe Ansprüche, Platz neun ist dabei mit Sicherheit zu wenig." Auch wenn es bereits einige Male gesagt wurde, man kann es gar nicht oft genug herausstreichen: Wir befinden uns in einer Umbauphase, die Mannschaft muss sich erst entwickeln. Wenn jemand einen Kollaps herbeireden möchte, dann also bitte nicht bei der Mannschaft oder dem Trainerteam, sondern bei den Erwartungen. Dennoch gibt es keine langen Entschuldigungsreden, das 1:1 gegen Ried sitzt in den Knochen. Trainer Frenkie Schinkels, der ganz schlecht geschlafen hat, sagt: "Der Druck wird immer größer. Wir hätten einen Befreiungsschlag gebraucht, haben die Partie fest im Griff, und dann kassieren wir noch den Ausgleich." Eine Situation übrigens, bei der man schon nach einer Sekunde wusste, dass es klingeln wird. Alle in der Vorwärtsbewegung, dann der Fehler von Lasnik an der Seitenoutlinie, Martinez nützte die Chance sieben Minuten vor dem Ende eiskalt. Während es für Ried ein Prachtergebnis war, war es für die Austria ein Keulenschlag. "Wenn dir jemand sagt, dass du von sieben Partien fünfmal nicht verlierst, klingt das nicht so schlecht. Wenn du dabei aber fünfmal nicht gewinnst, hört sich das ganz anders an. Ich kann der Mannschaft dennoch nichts vorwerfen. Sie hat alles probiert, ließ nur die Cleverness vermissen, um den Todesstoß zu versetzen. So etwas wird in unserer Situation leider bestraft." Wie geht es nun weiter? Die zehntägige Länderspielpause wird genützt, um zusätzliche Kräfte für den Fight um eine Rang- und Formverbesserung mobiliseren zu können. Die Weichen werden gestellt, jetzt muss der Zug dann aber auch so fahren. Die Fans jedenfalls haben kapiert, dass man heuer ein anderes Augenmaß anwenden muss. Kein Murrer und keine Transparente trotz der sieglosen Phase. "Sie waren wieder top, Kompliment", applaudieren Stöger und Schinkels unisono.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 35 78
2. FK Austria Wien 35 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 35 60
4. CASHPOINT SCR Altach 35 53
5. FC Flyeralarm Admira 35 46
6. SK Rapid Wien 35 43
7. SV Mattersburg 35 40
8. RZ Pellets WAC 35 39
9. SKN St. Pölten 35 37
10. SV Guntamatic Ried 35 35
» zur Gesamttabelle