28.10.2006, 00:00 Uhr

WAS ERWARTET MAN SICH VON EINEM TESTSPIEL SEINER LIEBLINGSMANNSCHAFT?...

Was erwartet man sich von einem Testspiel seiner Lieblingsmannschaft?...

Was erwartet man sich von einem Testspiel seiner Lieblingsmannschaft? Keine Niederlage und eine Leistung, auf der man aufbauen kann. Das sind sie auch schon die zwei großen Eckpfeiler, die man als Resümee nach dem ersten Testspiel der Wiener Austria unter der Sonne Marbellas aufstellen kann. Ob das Glas halbvoll oder halbleer ist, diesen Schluß wollen jetzt noch nicht ziehen, dafür ist es viel zu früh. Aber eines kann man auf den Spickzettel schreiben: Noch sind nicht alle in Topform. Tag 2 im Trainingslager von Marbella. Endlich lacht die Sonne vom Himmel, die angenehmen Temperaturen lassen die Herzen der Spieler und der handvoll mitgereisten Fans höher schlagen. Wenigstens etwas, denn das Daumendrücken für einen Sieg gegen Busan I'Park hat sich nur zu 50 Prozent bezahlt gemacht. Ein torloses Unentschieden gegen einen Südkoreaner? Kein Highlight für die Vereinshistorie, könnte man denken. Aber das Resultat war durchaus achtsam. Das sah auch Trainer Georg Zellhofer so: "Die Südkoreaner hatten zwar keine Torchance, waren aber beweglicher und spielfreudiger als wir, dennoch haben wir sie in der Defensive sehr gut geblockt." Weniger gut gefiel ihm dagegen unser Angriffsspiel. "Zuviele Abspielfehler, zu wenig Ruhe am Ball." Dennoch wird Zellhofer mit ruhigem Gewissen den morgigen Nachmittag frei geben. Die Vorbereitung auf die Rückrunde läuft nach Plan, an diesem Eindruck wird auch dieses Ergebnis nichts ändern. Mario Tokic hatte seine Verteidigung bestens aufgestellt, besonders in der ersten Hälfte war die Defensive mit Gercaliu und Schiemer sehr kompakt. "Vor allem Gercaliu war ein Aktivposten", schickt der Trainer hinten nach.  Und auch das neue System bei Standards hat sich bewährt, das Spiel auf einer Linie mit "Raster-Deckung" hat funktioniert. Zellhofer hat neben anderen noch eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Milenko Acimovic hat das gewisse Etwas eines Klassefußballers, muss aber nach seiner eben erst abgeklungenen Verkühlung noch Kraft tanken. Er spielte unmittelbar hinter Thomas Pichlmann als hängende Spitze, holte sich ab und an auch Bälle von weiter hinten und versuchte diese geschickt zu verteilen. Aufgrund mangelnder Fitness war nach 45 Minuten aber Schluss für ihn. Kapitän Jocelyn Blanchard sieht noch viele Hausaufgaben auf die Mannschaft zukommen. "Das Passspiel muss genauer werden. Wir verschenken zu viele Bälle, sind zu nervös und müssen unseren eigenen Fehlern nachlaufen. Das kostet Kraft. Noch haben wir etwas Zeit, aber es ist gut möglich, dass ich nächste Woche mit der Mannschaft das Gespräch suche, wenn wir weiterhin so schlampig sind." 15 Minuten vor dem Ende hätte Hannes Aigner fast noch das Siegestor erzielt, der Keeper wehrte sein Heberversuch aber noch an die Latte ab. Austria spielte mit: Rouwelaar; Troyansky (61., Aigner), Tokic, Schiemer, Gercaliu (46., Schicker); Mair, Metz, Blanchard, Acimovic (46., Netzer), Lasnik; Pichlmann. Am Freitag spielen wir um 16 Uhr gegen Saturn Moskau.