14.07.2006, 00:00 Uhr

VIEL WURDE DARÜBER DISKUTIERT, ETLICHES GESCHRIEBEN - DIE ZUKUNFT DER...

Viel wurde darüber diskutiert, etliches geschrieben - die Zukunft der...

Viel wurde darüber diskutiert, etliches geschrieben - die Zukunft der Wiener Austria nach dem Ende des Betriebsführer-Vertrags. Die Klubspitze war seit der Kündigung des Vertrages mit MAGNA gefordert, für die Zeit danach neue Finanzierungs-Quellen zu erschließen. Austria-Präsident Dr. Peter Langer (im Bild mit Frank Stronach): "Wir haben den Großteil unserer Hausaufgaben erledigt, verhandeln zwei bis drei sehr interessante Projekte und sind bei der Fixierung eines neuen Großsponsors gerade in den Endverhandlungen." Tolle Nachrichten für alle Fans, doch das ist noch lange nicht alles. Zur Erinnerung: Als im November des Vorjahres die Ankündigung von Frank Stronach kam, dass er den Betriebsführer-Vertrag kündigen wird, stand die Austria in Wahrheit vor einem großen Scherbenhaufen - ohne Geld, ka Musi! "Die Aufgaben und die Gespräche der letzten Monate waren nicht sehr leicht", schildert Langer, "der Markt ist überschaubar klein, wir kennen die Budgets der anderen Klubs. Bis auf Salzburg kann keiner riesige Sprünge machen." Die Lösung dieser Gesamtproblematik war somit nicht einfach, denn die Wirtschaft in Österreich gibt nicht so viel her. "Wir haben alle potentiellen Partner angerufen, die Netzwerke vieler Vereinsfunktionäre ausgelotet", erzählt Langer. "Nunmehr befinden wir uns auf der Zielgeraden." Bei der Austria wird somit nach dem 30.06.2007 vieles anders. Der Betriebsführer-Vertrag läuft zwar definitiv aus, Frank Stronach könnte mit MAGNA dennoch im Boot bleiben. Aber in völlig anderer Form. Langer: "Wir haben von ihm eine Zusage, dass er weiterhin als Sponsor bereit stehen wird, wenn wir gewisse Bedingungen erfüllen. Eine davon ist natürlich das geplante Stadion." Laut Dr. Langer gibt es aber auch hier sehr konkrete Zeitvorstellungen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Gemeinde Wien und MAGNA bereits in den nächsten acht Wochen zu einer Einigung gelangen.    Auch die Klubstruktur soll geändert werden. Die Austria hat eine Budgetgröße wie ein mittelständisches Unternehmen erreicht, die Vereinsstruktur ist nicht mehr zeitgemäß. Demnach muss sich auch auf dieser Ebene etwas ändern. Angedacht ist eine Struktur ähnlich einer Kapitalgesellschaft mit einem Aufsichtsrat sowie einem operativen, wirtschaftlichen und sportlichen Management. Das Management soll innerhalb einer bestimmten Budgetgröße und sportlichen Vorgaben operieren, somit wären schnelle und direkte Entscheidungswege garantiert. Gewisse Vorgänge (z. B. Transfers, die eine Summe X überschreiten bzw. Bestellung und Abberufung des Cheftrainers) wären aber Vorgänge, die Aufsichtsrat gesondert entscheiden soll.  Im Aufsichtsrat sollen Repräsentanten der Sponsoren vertreten sein, vielleicht auch eine Austria-Ikone. Diese Person wäre ideal, um eine Kontrollfunktion zwischen dem Sport und der Wirtschaft innerhalb des Klubs zu schaffen. Dr. Langer wird in den nächsten Wochen mit einigen Personen in Kontakt treten, um ihre Bereitschaft auszuloten. "Es wird aber nicht Toni Polster sein", verrät der Klubchef, der auch ein Budget in der ungefähren Größenordnung des jetzigen anstrebt (15 Mio. €). Eines ist fix: Es kommen andere Zeiten auf die Violetten zu. Es sollten aber wirklich positive sein...