18.10.2006, 00:00 Uhr

VERFOLGT MAN IN DEN LETZTEN TAGEN DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER DEN FK...

Verfolgt man in den letzten Tagen die Berichterstattung über den FK...

Verfolgt man in den letzten Tagen die Berichterstattung über den FK Austria MAGNA, so bekommt man den Eindruck, die Violetten bräuchten in Lissabon erst gar nicht um den Einzug in die Gruppenphase der Champions League anzutreten. Nicht ganz zu Unrecht, wie man nach den letzten Ergebnissen zugeben muss, allerdings soll der Auftritt gegen Benfica noch lange nicht der letzte in der „Königsklasse“ des europäischen Klubfußballs sein. Mit einem Kraftakt soll das 1:1 von Wien noch in einen Erfolg umgedreht werden, die Voraussetzungen dafür stimmen zumindest schon theoretisch. „Wir sind dazu in der Lage, das haben wir schon des Öfteren bewiesen. Wir werden jedenfalls alles versuchen“, verspricht Kapitän Jocelyn Blanchard eine leidenschaftliche Aufholjagd. Zumindest ein Tor müssen wir schießen, jedes Remis ab 2:2 würde aufgrund der Auswärtstorregel auch genügen. „Wir wissen, dass wir eine historische Chance haben“, meint der Franzose weiter, der im Jahr 1996 mit Metz Sporting Lissabon eliminierte. Auf einen wird es bei dem geplanten Husarenstück am Dienstag Abend besonders ankommen – Szabolcs Safar. Der Goalkeeper wird der Fels in der Brandung sein, auf ihn wartet ab 21:15 Uhr (MEZ) ein harter Arbeitstag. „Der Druck wird enorm sein, wir müssen danach trachten, dass wir solange wie möglich zu Null spielen, das erhöht unsere Chancen“, sagt er. Das wäre mit Sicherheit ein gutes und zunächst auch probates Rezept, denn die Benfica-Fans sind sehr kritisch. Wenn es nicht läuft, dann kann es in dem 65.000 Zuschauer fassenden Stadion sehr ruhig werden, ab und zu werden sogar die Gegner angefeuert, wenn das eigene Team einen Totalausfall hat. Gelingt Rui Costa & Co. allerdings etwas, dann ist das Stadion da Luz, das Stadion des Lichts, ein Hexenkessel. Steile Tribünen und Fangruppen, die hinter den Toren sitzen und wie ein Echo die Choräle hin und her singen. Jeder, der schon einmal dort war, war tief beeindruckt. Davon will Safar gar nichts hören. „Ich konzentriere mich nur auf das Spiel, nicht was rundherum abgeht.“ Dabei ist es ihm gar nicht so unrecht, wenn er einiges zu halten bekommen würde. „Für einen Tormann ist es immer eine ungute Situation, wenn er das ganze Match über nur ein bis zwei Bälle zu fangen hat. Anders ist man wenigstens warm und immer hochkonzent-riert.“ Dass Safar eine der Schlüsselfiguren sein wird, bekräftigt auch sein Tormanntrainer. Franz Gruber ist überzeugt, dass „Safi der Grundstein zum Erfolg sein wird. Er hat schon vor eineinhalb Jahren gegen Utrecht, Saragossa und Parma großartig gespielt, er kann mit dem Druck mühelos umgehen.“ Gruber spricht über seine Nummer 1 derzeit nur in höchsten Tönen und hat damit Recht, denn über Joey Didulica, der sich in Alkmaar übrigens beim Saisondebüt am Knöchel verletzte und sechs Wochen ausfallen wird, redet niemand mehr. „An Safar liegt es bestimmt nicht, dass wir in der Tabelle nicht weiter oben stehen. Er ist zwar ein ganz anderer Typ, aber den hohen Standard im Tor haben wir mühelos gehalten.“ Richtig, in den zweieinhalb Jahren, in denen der Austro-Ungar nun für die Austria spielt, hat es nie etwas gegeben, was einen zweifeln lassen könnte. Ausgezeichnet hat er Didulica nach seinen Sperren im UEFA-Cup und der Meisterschaft vertreten, ebenso tadellos war er bei unseren beiden Cupsiegen. Der Pokal, das war immer sein Bewerb. Warum also nicht auch der Meisterpokal? Oder wie er seit einigen Jahren heißt – die Champions League. Safars Einstellung jedenfalls ist top. Nach dem 0:1 in Graz sagte er: „Ich hätte den Elfmeter halten müssen. Das wäre ein Extra gewesen.“ Solche Extras wird es gegen Benfica ebenfalls geben, wenn Manu, Nuno Gomes oder Rui Costa vor seinem Tor aufkreuzen werden. Mach’ es einfach dann, Safi!

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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