23.12.2006, 00:00 Uhr

SIE HABEN SICH DAMALS NICHT UNBEDINGT GESUCHT, ABER GEFUNDEN: JOCELYN...

Sie haben sich damals nicht unbedingt gesucht, aber gefunden: Jocelyn...

Sie haben sich damals nicht unbedingt gesucht, aber gefunden: Jocelyn Blanchard und der FK Austria MAGNA. Die beiden bilden seit dem Sommer 2003 ein bestechendes Duo, der Franzose wurde für seine herausragenden Leistungen in der vergangenen Saison sogar zum Spieler des Jahres ausgezeichnet. Auch heuer, in dieser bislang so schwierigen Saison, steht der Kapitän seinen Mann. Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Kein Feldspieler hat so wie er alle Matches über die vollen 90 Minuten bestritten, immerhin sind das schon 18 in der Bundesliga und 6 im Europacup. Auch morgen gegen den GAK wird er wieder die Mannschaft aufs Feld führen - neben Szabolcs Safar der einzige, der bei alle Meisterschaftsspielen dabei. Trainer Georg Zellhofer sagt über seinen verlängerten Arm stolz: "Er ist noch einer vom alten Schlag und einer, der Profi richtig schreiben und buchstabieren kann. " Auch sein Stehvermögen und seine Akzeptanz innerhalb der Mannschaft haben ihm einen Ruf eingebracht, der einem Mann seines Formats gerecht wird, immerhin kickte der 34jährige auch ein Jahr mit Zindedine Zidane bei Juventus Turin. Zellhofer lobt darüber hinaus seine Vorbildfunktion auf dem Platz und sein Engagement in der Kabine. "Er ist für die jungen Spieler eine große Leitfigur, unterstützt sie in jeder Lebenslage - so einen Kapitän kann ich jedem Trainer nur wünschen. Wir sind sehr froh, dass er bei uns ist." Die Erfahrung von Blanchard ist jetzt besonders gefragt. Gegen den GAK wird er voraussichtlich der einzige sein, der auch als Stammspieler in der Meistermannschaft war - der letzte Mohikaner. Schon 2005/06 hat er nur 3 von 36 Bundesliga-Runden verpasst, die Arbeitsbiene im Mittelfeld ist damit "Mr. 100 Prozent". Wie man so ein Monsterprogramm unbeschadet übersteht? Der Franzose zuckt mit den Schultern: "Das ist auch eine Frage der Mentalität. Der Körper ist immer in der Lage so etwas zu schaffen, wenn man gut trainiert. Aber im Fußball spielt sich vieles auch im Kopf ab. Ich gebe im Training immer 100 Prozent, wenn man einige Zeit die Zügel schleifen läßt, kann man nicht sofort wieder voll da sein. 50 Prozent im Training, 50 Prozent weil es "nur" ein Meisterschaftsspiel ist, dann wieder Umschalten auf 100 Prozent im Europacup - das funktioniert nicht." Generalmanager Thomas Parits fügt an: "Wenn einer so wie er 90 Minuten unermüdlich rackert, dann ist das ansteckend und die Jungen können gar nicht anders als ebenfalls mitzuziehen." Da bis auf Ertl mittlerweile die gesamte Verteidigung verletzungsbedingt fehlt (Tokic, Radomski, Schicker, Schiemer) wird Michi Madl von den Amateuren als Innenverteidiger in den Kader aufgenommen. Einen kleinen Silberstreif gibt es noch am Horizont: Fernando Troyansky hat jetzt zwar zwei Tage nicht trainiert (Wadenverletzung), vielleicht geht es sich dennoch aus, dass er morgen spielen kann. "Wir werden aber nichts riskieren, denn wir haben noch einige wichtige Spiele", erklärt der Coach, der gegen den GAK wieder voll punkten möchte: "Das würde uns Selbstvertrauen für Pasching und Salzburg geben."

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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