12.08.2006, 00:00 Uhr

SEIN HEIMDEBÜT ALS GENERALMANAGER HÄTTE NICHT BESSER VERLAUFEN...

Sein Heimdebüt als Generalmanager hätte nicht besser verlaufen...

Sein Heimdebüt als Generalmanager hätte nicht besser verlaufen können. Vier Hochzeiten und ein Todesfall. 4:1 gegen den FC Wacker Tirol und Thomas Parits hätte sich beruhigt zurücklehnen können. Hat er aber nicht gemacht. Stattdessen hat er gleich wieder begonnen die Ärmel hochzukrempeln und an der Zukunft der Wiener Austria zu basteln. Wie er sich diese vorstellt, was er sich vom Spiel in Amsterdam erwartet und welche Blockade er bereits gelöst hat, erzählt er im Interview auf www.fk-austria.at.   Herr Parits, in der UEFA-Cup-Gruppenphase geht es am Donnerstag gegen den Topklub Ajax Amsterdam. Ganz ehrlich, was erwarten Sie sich davon? Wir gehen dort als Aussenseiter rein, können nur gewinnen. Für uns wird es eine schöne Aufgabe, denn jeder spielt lieber einmal gegen so eine Mannschaft in so einem tollen Stadion bevor er sich dreimal auf den Trainingsplatz stellt. Es wird eine tolle Erfahrung für alle, von der man viel lernen kann. Wir stehen jedenfalls nicht unter Druck, denn in unserer Situation erwartet niemand einen Sieg von uns.   Das war gegen Wacker Tirol etwas anders, oder? Ja, da hatten wir den Druck, sind damit aber sehr gut umgegangen. Unser einziges Problem ist jetzt nur die Verletzungsgefahr, denn der Kader ist nicht sehr groß, bei weiteren Ausfällen wären wir gehandicapt.   Mit welchem Resultat wären Sie in Amsterdam zufrieden? Zufrieden bin ich mit jedem positiven Ergebnis, ich hoffe aber in jedem Fall, dass wir dort eine gute Rolle spielen werden. Und ich will sehen, dass wir den Aufwärtstrend fortsetzen, dass sich einiges geändert hat und dass wir aggressiv wie gegen Tirol zur Sache gehen.   Spekulieren Sie noch mit dem dritten Gruppenplatz, der den Aufstieg im UEFA-Cup in die Runde der letzten 32 bedeuten würde? Solange die theoretische Chance besteht, werden wir versuchen, sie zu nützen. Im Fußball ist alles möglich. Zwar haben wir unser Auftaktmatch gegen Waregem verloren, aber wir glauben noch immer an unsere theoretische Chance. Wir haben auch nichts zu verlieren, denn uns hat nach dem 1:4 gegen die Belgier jeder schon abgeschrieben. Sollten wir es tatsächlich noch schaffen, wäre es wie Ostern und Weihnachten zusammen.   Wie sehen Sie die Zukunft der Austria? Priorität genießt kurzfristig natürlich, dass wir aus dem unteren Drittel rauskommen. Damit würde auch etwas Ruhe einkehren und das Selbstvertrauen zurückkommen  und wir würden Leistungen sehen, die unserer Austria würdig sind. Mittelfristig müssen wir die Überführung des Vereins in eine AG sorgfältig abhandeln. Das ist aber ein Prozess, der länger dauern wird.   Von Frank Stronach gibt es die Zusage, dass man im Winter die eine oder andere Verstärkung bekommen wird. Seid ihr auf dem Transfermarkt schon aktiv? Nein, bislang noch nicht. Georg Zellhofer wird sich noch eine Zeit lang alles ansehen, seine Wünsche deponieren und dann entscheiden wir gemeinsam und werden die notwendigen Maßnahmen setzen. Wir werden aber sicher nicht nur irgendeinen Namen holen, wenn einer kommt, muss er viel besser auf der Position sein als der, der hier ist.   Sie arbeiten nun seit knapp eineinhalb Wochen für Violett - Ihr erster Eindruck? Positiv. Und die Probleme, die da sind, werden wir aufarbeiten. Wichtig war jetzt einmal, dass wir die sportliche Seite lösen. Die Prämiengeschichte war sicher eine Blockade, die haben wir behoben. Jetzt sind wir einen Schritt weiter, haben die Köpfe etwas frei bekommen, die Mannschaft spürt, dass ein neuer Weg eingeschlagen wird. Der radikale Schnitt im Sommer war vielleicht nicht ganz der richtige. Jetzt bewegt sich etwas, aber jedem ist klar, dass es Verstärkungen erst im Winter geben kann. Bis dahin müssen wir alle Gas geben und das Maximum abrufen.