24.06.2006, 00:00 Uhr

NEUES SPIEL, NEUE CHANCEN - ALTES PROBLEM. WIE AUCH SCHON IN DEN ERSTEN...

Neues Spiel, neue Chancen - altes Problem. Wie auch schon in den ersten...

Neues Spiel, neue Chancen - altes Problem. Wie auch schon in den ersten Bundesliga-Spielen, fehlte auch im Derby die Treffsicherheit. Somit beginnen natürlich die üblichen Mechanismen und vieles wird in Frage gestellt. Aber nicht Austriaintern, sondern von Trainingskiebitzen, VIP-Klub-Insidern oder notorischen Nörglern. Auf der violetten Kommandobrücke herrscht dagegen weiterhin Ruhe und Zuversicht. Weil man daran glaubt, dass der Automatismus vor dem gegnerischen Kasten wieder zurückkommt. Fünf Bundesliga-Spiele, aber erst zwei Tore geschossen - da schrillen bei vielen die Alarmglocken. Coach Frenkie Schinkels beruhigt: "Es stimmt, dass wir nicht gerade wie auf dem Fließband treffen, aber unsere Offensivabteilung muss sich erst finden. Wallner hat zwar einen Riesenschritt gemacht, aber Aigner und Pichlmann brauchen noch etwas mehr Zeit. Die hatte vor einem Jahr auch Filip Sebo. Roland Linz hat zum Glück für ihn und uns gleich in seinem ersten Spiel getroffen, Sigi Rushfeldt war schon jahrelang da, ihn kannte man. Unsere neuen Spieler haben dieselbe Qualität wie die alten, brauchen aber ein Erfolgserlebnis. Alles benötigt auch seine Zeit." Zudem sind Spieler keine Computer, die man programmieren kann. Was auch die Zuversicht schürt, ist dass in dieser schwierigen Phase wenigstens die Defensive weiterhin als Prunkstück dasteht. Vier Tore kassiert, nur Tabllenprimus Salzburg und der Zweite Tirol haben weniger (3). Eine weitere Perspektive ist die Art und Weise, wie die Austria in den meisten ihrer bisherigen Saisonspiele aufgetreten ist: Überlegen bis zur gegnerischen Strafraumgrenze, leider fehlte oft nur der letzte Pass oder das erlösende Tor. In Panik verfallen ist also gar nicht angesagt. "Ich weiß schon, dass man nicht zufrieden sein kann, wenn man mit der Austria nicht auf Platz eines oder zwei steht", erklärt Frenkie Schinkels, "davon lassen wir uns aber nicht verrückt machen. Für mich zählt die Tabelle erst nach acht Runden." Geschlossenheit und entschlossenes Auftreten lassen sich allerdings nicht herbeireden, das müssen die Spieler schon selber übernehmen. Auch der Trainer beharrt darauf: "Jeder muss mehr Verantwortung übernehmen und selber den Abschluss suchen, stattdessen wird bei uns oft noch einmal weitergespielt, damit man selber  nicht schiessen muss. Damit meine ich aber nicht nur die Stürmer, auch das Mittelfeld muss mit Distanzschüssen gefährlicher werden. Ebenso bei Standardsituationen - ich hoffe, dass wir überall gefährlicher werden, dann wird auch die Euphorie wieder zurückkommen." Dass es sich dabei um keine Durchhalteparolen handelt, sollte jedem klar werden, wenn er an die letzten Tage und Wochen denkt. Ist eine Mannschaft nicht intakt oder überfordert, spielt sie nicht 1:1 gegen den Titelfavoriten Salzburg oder gegen das europäische Topteam Benfica Lissabon. Zumindest damit kann man allen Nörglern den Wind aus den Segeln nehmen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 19
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. FK Austria Wien 9 15
4. SK Rapid Wien 9 13
5. LASK 9 13
6. FC Flyeralarm Admira 9 13
7. CASHPOINT SCR Altach 9 12
8. RZ Pellets WAC 9 11
9. SV Mattersburg 9 6
10. SKN St. Pölten 9 2
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