28.01.2006, 00:00 Uhr

NACH DEM FINISH DER T-MOBILE-LIGA VOR EINIGEN WOCHEN HABEN INZWISCHEN AUCH...

Nach dem Finish der T-Mobile-Liga vor einigen Wochen haben inzwischen auch...

Nach dem Finish der T-Mobile-Liga vor einigen Wochen haben inzwischen auch die violetten Amateure ihre Schlussrunde in der Meisterschaft absolviert. Der hervorragende 4. Platz in der Endtabelle steht in der Aufstiegssaison der Jungveilchen zu Buche. Austria-Sportdirektor Peter Stöger hat sich trotz stressiger Sitzungen und intensiver Saisonplanung für www.fk-austria.at Zeit genommen, um ein längeres Gespräch zu führen. Sein Rückblick und Ausblick nach einem Jahr „Amas“ in der zweithöchsten heimischen Spielklasse: Noch einmal herzliche Gratulationen an den obersten Sportchef! Peter, wie zufrieden bist du unterm Strich mit der abgelaufenen Saison der Austria? Die Kampfmannschaft hat mit Ergebnissen und Titeln ein fast optimales Jahr hinter sich. Da geht, vor allem national, nicht mehr. Im Winter haben wir leider, wie auch damals schon gesagt, unser Europacup-Ziel, die Gruppenphase des UEFA-Cups nicht erreicht. Was auch noch nicht völlig umgesetzt ist, ist der Einbau unserer jungen Spieler. Das hat noch nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Es waren zwar immer wieder Lichtblicke dabei, aber da gibt es noch Potential. Man darf jedoch auch nicht vergessen, dass es für viele Zugänge bei der Austria eine neue Situation gibt. Mit einem derart starken Kader zu arbeiten und sich langfristig gegen qualitativ hochwertige Konkurrenten durchzusetzen, ist für viele absolutes Neuland. Wir haben aber im vergangenen Jahr die richtigen Spieler ausgewählt, sie werden heuer weitere Chancen bekommen, sich hineinzuarbeiten. Wie zufrieden warst du mit den Amateuren? Die Platzierung des Teams in der Red-Zac-Liga war top! Zwischenzeitlich haben wir sogar lange die Tabellenführung gehalten, das war unverhofft, aber umso erfreulicher. Gegen Saisonende konnten wir in diese gefestigte Truppe sogar immer mehr und noch jüngere Spieler einbauen. Wir haben die jüngste Mannschaft und gleichzeitig das Team mit dem höchsten Österreicher-Anteil gestellt, das sind hervorragende und sehr erfreuliche Zwischenergebnisse. Eigentlich beträgt der Österreicher-Anteil nahezu 100 Prozent, weil die Spieler im Amateure-Kader die keinen rotweißroten Pass besitzen, seit Jahren in Österreich leben und nur auf dem Papier so genannte Ausländer sind. Ernüchternd war leider die geringe Zuseherzahl bei den Spielen der Amateure im Horr-Stadion. Wir haben am Beginn der Saison mit dem Kombi-Abo ein gutes Paket geschnürt, das den Stadionbesuch zu günstigen Konditionen ermöglicht. Leider wurde das noch nicht so angenommen, wie wir das erhofft hätten. Diejenigen, die Woche für Woche unsere Jungs unterstützt haben, möchte ich aber auch besonders loben. Wenn das jetzt insgesamt mehr werden würden, täte uns das alle freuen und es würde der Mannschaft noch mehr Rückhalt geben. Sie hätte es sich auf alle Fälle verdient. Dass attraktiver Fußball geboten wird zeigt auch der Zuseher-Schnitt, wenn unsere Amateure auswärts angetreten sind. Sie sind der absolute Publikumsmagnet, keine andere Auswärtsmannschaft hat in der abgelaufenen Saison im Schnitt mehr Zuseher angezogen. Das möchte ich auch allen Kritikern unserer Mannschaft in der Red-Zac-Liga ins Stammbuch schreiben, denn erhöhtes Publikums-Interesse bedeutet auch für alle Vereine wirtschaftliche Vorteile. Worauf hast du bei den „Amas“ in der vergangenen Saison den größten Wert gelegt? Unterm Strich waren wir echt zufrieden. Ein Lob an unsere Routiniers möchte ich gleich vorweg anbringen. Die älteren Spieler waren sehr wichtig für die Entwicklung der Mannschaft und haben in schwierigen Phasen jenen Rückhalt gegeben, den wir uns erhofft und erwartet haben. Besonders erfreulich ist auch die Entwicklung der jungen Spieler. Michael Madl als Stammspieler in der Abwehr, Rubin Okotie im Sturm aber auch Tomas Simkovic konnte sich in etlichen Spielen im Mittelfeld etablieren. Christoph Saurer hat ebenfalls eine sehr gute Saison gespielt, das ist insofern besonders positiv, weil er in seiner Karriere bereits jetzt schwierige Phasen, in denen es nicht so lief, wegstecken konnte. Er ist in dieser Saison wieder aufgestanden und hat deutlich gezeigt, dass er einer sein könnte, der bald den Sprung schafft. Wie stehen die Chancen der jungen Spieler in der kommenden Saison? Wir verringern den Kader, geben aber keinen von den jüngeren Spielern, die wir in der vergangenen Saison geholt haben, ab. Damit rücken unsere Talente näher und sie haben nach der Lernphase in der vergangenen Saison größere Chancen auf Einsätze, als noch vor einem Jahr. Wir werden zu Saisonbeginn zwar keinen Spieler der Amateure fix in die Kampfmannschaft holen, in der vergangenen Saison konnte man jedoch trotz des großen Kaders sehen, dass wir sehr bald die Spieler, die in Frage kommen, heraufziehen und ihnen ihre Chancen geben. Welche Routiniers stärken den Amateuren in Zukunft den Rücken? Derzeit ist geplant, dass in der kommenden Saison Harald Suchard, Günter Schiesswald, Roman Mählich und Michael Koller die arrivierten Spieler der Amateure sein werden. Wir überlegen, eventuell einen fünften Routinier dazu zu holen, denn auch erfahrene Spieler bleiben nicht über die gesamte Saison verletzungsfrei. Der Großteil der Mannschaft wird sich aber aus Spielern des Austria-Nachwuchses und der Frank-Stronach-Akademie zusammensetzen. Gibt es schon eine Entscheidung, wer der neue Co-Trainer der Amateure wird? Das wird sich voraussichtlich noch in dieser Woche entscheiden. Zur Besetzung des Chef-Trainerpostens durch Thomas Janeschitz möchte ich aber auch noch zwei Sätze sagen. Die Umbesetzung ruht auf der Entwicklung und weiteren Verjüngung der Mannschaft. Thomas Janeschitz kennt von diesen 12-15 sehr jungen Spielern, die nachrücken, den Großteil aus seiner Zeit als Akademie-Trainer. Er kennt auch nach der Saison in der Bundesliga das Anforderungsprofil an die Spieler noch genauer und wird jede Unterstützung aus Akademie und Trainerstab der Kampfmannschaft erhalten. Dass Karl Daxbacher sehr gut gearbeitet hat und ein ausgezeichneter Betreuer für die Amateure war, haben wir immer gesagt. Für manche ist der Tausch nicht nachvollziehbar, wir wollten aber wie gesagt mit Thomas Janeschitz noch mehr das drei-Stufen-Modell zwischen Akademie, Red-Zac-Team und Bundesliga-Mannschaft unterstützen. „Daxi“ ist aber in jedem Fall ein sehr fähiger Trainer zur richtigen Zeit gewesen und hatte großen Anteil an der Entwicklung der Mannschaft. Wir alle wünschen ihm von Herzen, dass er nach dem Aufstieg mit den Austria-Amateuren den nächsten Schritt für sich persönlich machen kann und mit dem LASK den Aufstieg schafft. Welche Chancen gibst du unserer der Jungveilchen-Truppe in der kommenden Saison? Es wird ein sehr schwieriges Jahr, das ist uns allen bewusst. Wir lassen uns aber auch gerne wieder positiv überraschen. Das die Mannschaft über etliche Wochen an der Spitze der Tabelle stand, hat uns alle sehr gefreut, das können wir aber in der kommenden Saison von diesem Team nicht fordern. Das wird aber auch nicht oberstes Ziel sein.