02.06.2006, 00:00 Uhr

MIT ENTHUSIASMUS IST PETER STÖGER AN SEINE AUFGABEN ALS SPORTDIREKTOR...

Mit Enthusiasmus ist Peter Stöger an seine Aufgaben als Sportdirektor...

Mit Enthusiasmus ist Peter Stöger an seine Aufgaben als Sportdirektor herangegangen. Die Ruhe, die in und um den Klub herrscht, registriert er völlig zufrieden. Auch auf dem Transfersektor wurde keine Lawine losgetreten, alle Gesichter sind bekannt, kein Neuer ist dazugestoßen. "Das kann nur ein Vorteil für uns sein", analysiert Stöger, "erstmals seit langem haben wir die Möglichkeit mit Bekannten zu arbeiten." Peter Stöger ist keiner, der sich selbst inszeniert. Er liebt die feinen Töne, die Nuancen und lässt sich nicht so einfach anmerken, wie es in ihm aussieht. Man muss ihn schon genau kennen, um zu erfahren, wie er sich nach dem letzten Spiel der Herbstsaison gefühlt hat. Es war das Bild eines stillen Siegers, der seinen Triumph innerlich genoss. Dem Ex-Regisseur der Violetten geht es in seinem Job als Chef des sportlichen Managements aber nicht um Anerkennung, er ist süchtig nach Erfolg und um in Ruhe arbeiten zu können, ist es auch kein Nachteil, wenn der Druck weg ist. Überhaupt scheint "Ruhe" ein neues Schlagwort bei der Austria zu sein. Kein Aufgeschrei in der Transferzeit, keine lauten Töne nach dem Erreichen des Winterkönigs. "Das ist gut so, denn das ist eine andere Qualität der Arbeit. Wir sind im Ablauf ein kleines Team, somit gibt es keine Kommunikationsprobleme. Wir arbeiten alle daran, um über die Ruhe im Verein unsere sportlichen und wirtschaftlichen Ziele zu erreichen." Der Druck war von Anfang an natürlich groß. Nach zwei Jahren ohne Meistertitel und der wirtschaftlichen Vorgabe der Kostenreduktion. An den Ansprüchen, die von außen an ihn gestellt wurden, maß er sich auch selbst. "Ich habe schon vor Frank Stronachs Ankündigung aus dem Betriebsführervertrag auszusteigen gesagt, dass Einsparungspotenzial da ist. Diesen Weg werden wir weitergehen. Aber nicht auf Kosten der Qualität. Das ist uns im Herbst auch schon gelungen. Wir haben mit den Amateuren sogar eine zweite Profimannschaft, konnten die Kosten dennoch optimieren und sind mit beiden Teams Tabellenführer." Und Stöger plant noch einmal ein Cost cutting. "Im Sommer wird das Budget weiter reduziert. Wir werden an den richtigen Stellen den Rotstift ansetzen, uns aber sicherlich nicht sportlich zu Tode sparen. Dazu gibt es auch eine klare Aussage von Frank Stronach. Im Trainingslager in Marbella werde ich mit jenen Spielern Gespräche führen, deren Verträge im Juni auslaufen. Keiner braucht nervös zu sein. Man muss bei den Leuten in die Köpfe bringen, dass wir das Geld, das wir zur Verfügung haben, sinnvoll einsetzen. Das heißt, dass wir überzeugt sein müssen, dass ein Spieler Sinn für uns macht." Dass die Arbeit als Tabellenführer leichter fällt, kann er nicht bestätigen. "Da ist kein Unterschied. Egal, auf welcher Position du stehst, du willst immer alles unternehmen, um erfolgreich zu sein und gewissenhaft deinen Job machen." Tatsächlich sind Stöger und sein Trainerteam heuer schon mit dem Rücken zur Wand gestanden. Der Umfaller im UEFA-Cup, der Hand in Hand mit einem kurzen Durchhänger in der Meisterschaft einherging. "Obwohl wir zu Beginn alles gewonnen haben, waren wir voll angezählt. Dann kam jene Phase, die mir am meisten imponiert hat. Wir sind aus dem Tal herausgekommen und stehen an der Spitze. Wenn man einen positiven Lauf hat, geht alles von selber. Wenn es bergab geht, kann man sich nur als Einheit helfen. Das haben wir bewiesen, dass wir eine sind." Vor weiteren Erfolgen haben die Fußball-Götter aber erst den Schweiß gesetzt. "Wir bereiten uns nun seit 5. Jänner konzentriert auf die Meisterschaft vor, nächste Woche holen wir uns in Spanien den Feinschliff. Und dann warten wir ab, wie wir aus den Startlöchern kommen." Keine Frage, Ziel bleibt die Meisterschaft!  

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 36 81
2. FK Austria Wien 36 63
3. SK Puntigamer Sturm Graz 36 60
4. CASHPOINT SCR Altach 36 53
5. SK Rapid Wien 36 46
6. FC Flyeralarm Admira 36 46
7. SV Mattersburg 36 43
8. RZ Pellets WAC 36 42
9. SKN St. Pölten 36 37
10. SV Guntamatic Ried 36 35
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