25.10.2006, 00:00 Uhr

KEIN SPIELER IST EIN FREUND VON TRAININGSLAGERN. ES LIEGT IN DER NATUR DER...

Kein Spieler ist ein Freund von Trainingslagern. Es liegt in der Natur der...

Kein Spieler ist ein Freund von Trainingslagern. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Phase der Vorbereitung in Fußballerkreisen schlicht und ergreifend in die Kategorie "zuwider" fällt. Die meisten überbrücken die Langeweile in der zwangsverordneten Abgeschiedenheit mit Playstation spielen, Pokern, Lesen oder DVD schauen. Aber es gibt noch jemanden, der keine Langeweile aufkommen läßt - Jelle Ten Rouwelaar. Der blüht im Grunde erst so richtig auf, wenn die Stimmung bei den anderen im Keller ist. Der 26jährige ist die Stimmungskanone im Team der Austria. Das merkt man auch im Trainingslager in Marbella. Er kann keine Minute ruhig sitzen, klappert immer alle Tische ab, wirft zumindest einem eine knappe Wortspende hin und der Rest ist schon wieder am Lachen. Das Gute an Rouwelaars Witzen ist, dass sie nie verletzend sind und wenn, dann hat er maximal sich selber auf der Schaufel. Der Kabarettist der Veilchen hat aber noch ganz andere Qualitäten als nur jene des ungekrönten Entertainers. Auch auf dem Platz trumpft der Ersatzkeeper zurzeit groß auf und liefert serienweise Trainings auf sehr hohem Niveau. Seine rasanten Auftritte sind nicht unbemerkt geblieben. Tormanntrainer Franz Gruber hat nicht erst in Spanien gesehen, dass der Holländer einen mächtigen Satz vorwärts in seiner Entwicklung gemacht hat. "Seit dem ersten Training im Jänner merke ich, dass Jelle nicht mehr nur da ist, um die Nummer zwei zu sein. Für uns ist das natürlich perfekt, denn in der Vergangenheit haben wir gelernt, dass sich zwei sehr gute Torleute gegenseitig zu Höchstleistungen pushen." Dabei hat es noch vergangene Woche so ausgesehen, als ob Jelle in seine Heimat zurückkehren würde. Sein Vater ist an Krebs erkrankt, er will ihm in diesen schweren Momenten unbedingt mit all seiner Kraft zur Seite stehen. Zufällig kam kurz vor Transferende auch noch ein Angebot von Heerenveen für ihn. "Mein Vater wohnt zwei Minuten vom Stadion, ich wäre immer da gewesen, wenn er mich gebraucht hätte." Aber die Austria wollte ihn logischerweise nicht ziehen lassen. Rouwelaar hat im Nachhinein natürlich Verständnis dafür und verspricht: "Ich akzeptiere das und werde weiterhin Gas geben. Das erste halbe Jahr bin ich hier gewesen, um mich einzugewöhnen, jetzt habe ich ein neues Ziel - ich will spielen."

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 34 75
2. FK Austria Wien 34 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 34 57
4. CASHPOINT SCR Altach 34 53
5. FC Flyeralarm Admira 34 46
6. SK Rapid Wien 34 40
7. SV Mattersburg 34 40
8. RZ Pellets WAC 34 38
9. SKN St. Pölten 34 36
10. SV Guntamatic Ried 34 32
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