30.10.2006, 00:00 Uhr

IN RUHIGEREN ZEITEN SIND GESCHICHTEN WIE JENE UNSERES MISSGLÜCKTEN...

In ruhigeren Zeiten sind Geschichten wie jene unseres missglückten...

In ruhigeren Zeiten sind Geschichten wie jene unseres missglückten Jerez-Abstechers dankbare Platzfüller. Wenngleich man festhalten muss, dass es nur eine nette Story zum Lesen für alle Daheimgebliebenen ist, für den Tross der Violetten war es eine gehörige Portion Stress, für den einen oder anderen auch ein zusätzlicher Schuss Adrenalin. Aber okay, soll auch die Konkurrenz einmal ihren Spaß haben. Max Eisenköck, der Sportdirektor vom FC Superfund und selber mit dem Team gerade in Südspanien, flachste heute morgen bereits am Telefon: "Braucht ihr ein trockenes Hotel? Ihr könnt bei uns in der Garage schlafen." Es wird ausgiebig gescherzt, aber jetzt können wir über spitze Pointen auch wieder grinsen. Momentan darf es sogar etwas lauter sein. Weil alles eiligen Schrittes noch gestern Abend perfekt umorganisiert wurde, weil wir im Hotel Westin La Quinta in Marbella im wahrsten Sinn des Wortes bestens gebettet sind und weil sich auch die Plätze im Trainingszentrum in hervorragendem Zustand präsentieren. "Ich bin happy", konnte auch Zellhofer wieder lachen, obwohl ihm aus einem ganz anderen Grund eine Zeit lang gar nicht zum Scherzen zumute war. Sein dreifacher Bänderriss im Knöchel meldete sich über Nacht wieder, das Sprunggelenk ist stark angeschwollen, der Coach beißt die Zähne aber tapfer zusammen. Und das wird er wohl noch länger müssen, denn für eine Operation ist es bereits zu spät. Die Verletzung ist drei Wochen alt, durch seine Herzrhythmusstörungen rückte das aber in den Hintergrund. Wüsste man es nicht, man würde es gar nicht merken. Zellhofer gibt in gewohnt lautstarker Manier die Kommandos auf dem Platz und unterbricht sofort, wenn ihm etwas nicht passt. An der Seitenout-Linie verfolgt General Manager Thomas Parits jede Ballberührung der Spieler, spendet Appalus für eine gelungene Aktion oder ärgert sich mit dem selben Enthusiasmus über eine missglückte Flanke. Man spürt: Mit den Neuverpflichtungen ist wieder ein kräftiger Ruck durch alle gegangen. Jetzt wäre nicht nur die richtige Gelegenheit für eine Trendwende, es ist höchste Zeit vom letzten Tabellenplatz mit Siebenmeilenstiefeln wegzukommen. "Bravo, Wolfi!", durchbricht der Trainer wieder die Träumerei, als Wolfgang Mair eine Flanke von Andi Lasnik in die Maschen jagte. Am Vormittag stand das Überzahlspiel auf dem Programm. Mit freiem Spiel oder nur zwei Ballkontakten. Am Nachmittag werden verschiedene Spielformen geübt. "Und die Schneekette verschieben wir auch", häkelt Zellhofer, meint damit aber freilich die Viererkette. Man merkt schon: Der Übungsleiter ist gut gelaunt, die Brust wird wieder breiter. Vom Fleiß her verdienen alle Bestnoten, auch Vaclav Sverkos. Er trainiert wegen seines Muskelfaserrisses als einziger abseits, somit entgeht ihm aber auch keine winzige Kleinigkeit. Wie etwa, dass neben der Austria auch Rubin Kasan, Zenith St. Petersburg oder der FC Sibir (2. russische Liga) in unserem Trainingszentrum untergebracht sind. Morgen geht es erstmals in einem Testspiel zur Sache, um 16 Uhr wartet Busan I'Park (Südkorea), am Freitag Saturn Moskau.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 11 25
2. FC Red Bull Salzburg 11 24
3. SK Rapid Wien 11 19
4. FK Austria Wien 11 18
5. FC Flyeralarm Admira 11 17
6. LASK 11 13
7. CASHPOINT SCR Altach 11 13
8. RZ Pellets WAC 11 12
9. SV Mattersburg 11 7
10. SKN St. Pölten 11 2
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