23.10.2006, 00:00 Uhr

GEORG ZELLHOFER SAß AUF DER HOTELTERRASSE, TRANK EIN MINERAL UND...

Georg Zellhofer saß auf der Hotelterrasse, trank ein Mineral und...

Georg Zellhofer saß auf der Hotelterrasse, trank ein Mineral und blinzelte in die andalusische Sonne. Er wirkte sehr entspannt, telefonierte mit der Heimat und spätestens nach den ersten Fragen war klar, dass ihn das zweite 0:0 in Serie nicht weiter belastete. Am Telefon war ein Journalist aus Österreich, der vom Austria-Coach die letzten Hotnews haben wollte und ihn auch gleich noch über Hinz und Kunz befragte. "Servus, du", eröffnete Zellhofer das Telefonat und man merkte gleich, dass er gut gelaunt ist. Er kann sogar mit ganz ruhigem Gewissen den gesamten Sonntag freigeben, denn die Mannschaft zieht brav mit im Trainingslager in Marbella. "Das erwarte ich mir aber auch", sagt er streng. Die Vorbereitung auf das Frühjahr läuft nach Plan, an diesem Eindruck können auch die beiden "Doppelnullen" gegen Busan I'Park und Saturn Moskau nichts ändern. "Speziell gegen die Russen war ich sehr zufrieden. Das war eine aggressive Mannschaft, die hart an den Mann gegangen ist, aber wir haben kräftig dagegengehalten." Nur die Tore fehlten als Salz in der Suppe, aber daran wird Zellhofer in den kommenden Tagen und Wochen noch verstärkt mit der Mannschaft arbeiten. "Es kommt für die Stürmer noch zu wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld." Erstmals im Einsatz war am Freitag David Lafata. Der Tscheche, der am Mittwoch gegen Belgien im Einsatz war, ließ ansatzweise erkennen, was er für ein Stürmertyp ist: Lauffreudig, arbeitet viel, wendig. "Für ihn war es ganz schwer", sagt Zellhofer. "Er hat vor diesem Spiel nur einmal mit der Mannschaft trainiert, kann die Sprache noch nicht und spürt auch, dass er fünf andere Stürmer im Nacken sitzen hat." Er muss sich erst wie früher ein Gladiator im alten Rom seinen Status erkämpfen. Ebenso Milenko Acimovic, der noch immer an den Nachwehen einer Halsentzündung leidet. Noch im Jänner hat er bei 40 Grad in Saudiarabien trainiert, ist dann heim nach Slowenien auf Urlaub gefahren und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Langlaufen gegangen. Das haut den Stärksten um. Aber er kommt zusehends besser in Schwung. Wie ein nervöses Rennpferd verhält sich auch Vaclav Sverkos. "Dem brennt es richtig unter den Fingernägeln", weiß Zellhofer, aber der Tscheche wird noch bis knapp vor Meisterschaftbeginn brauchen, um hundertprozentig da zu sein. Immerhin, schön langsam merkt man bei allen das Kribbeln, ein Zeichen, dass es bald losgeht und jeder sich beweisen möchte. Es wird eine Nervenschlacht bis zur letzten Minute für die Spieler, bis feststeht, wer dann am Tivoli in Innsbruck tatsächlich am Platz steht. Die Aufstellung wird eine Folge der Trainingsleistungen sein, also ran an die Geschütze! Am Nervenkostüm des Trainers haben seine gesundheitlichen Probleme jedenfalls keine Spuren hiterlassen. In Marbella ist Zellhofer aufgeräumt wie zu seinen besten Zeiten, zeigt trotz Bänderriss im Sprunggelenk auch mal Übungen vor und brummt, wenn er mit der Ausführung eines Spielzugs unzufrieden ist. Angesprochen darauf, ob er noch öfters an diese mysteriösen Herzrhythmusstörungen denkt, sagt er knapp: "Man kann nie wissen was passiert, darum befasse ich mich auch nicht damit." Der Coach ist voll da und das spürt man auch.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 12 28
2. FC Red Bull Salzburg 11 24
3. SK Rapid Wien 11 19
4. FK Austria Wien 11 18
5. FC Flyeralarm Admira 11 17
6. LASK 12 16
7. CASHPOINT SCR Altach 12 16
8. RZ Pellets WAC 12 12
9. SV Mattersburg 12 7
10. SKN St. Pölten 12 2
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