23.09.2006, 00:00 Uhr

ES IST DIE NORMALSTE SACHE DER WELT. WENN SICH JEMAND ÜBER ETWAS...

Es ist die normalste Sache der Welt. Wenn sich jemand über etwas...

Es ist die normalste Sache der Welt. Wenn sich jemand über etwas wirklich freut, dann geht er aufrecht und mit erhobenem Haupt. Dieses Phänomen hat sich auch in der Geschäftsstelle des FK Austria MAGNA am Montag morgen wieder durchgesetzt. Die hängenden Schultern sind einer strammen, stolzen Haltung gewichen, die in den letzten Wochen kleinen Schritte sind raumgreifenden gewichen - es wird innerlich wieder jubiliert bei den Violetten nach dem 3:1 über Mattersburg, dem ersten Sieg in dieser Saison (im Bild mit Pichlmann und Blanchard zwei Torschützen). Anhängern und Sympathisanten der Austria wird es beim Dienstantritt in ihren Jobs heute ähnlich ergangen sein. Freilich drängt sich nun die Frage auf: Geht es jetzt steil bergauf? Ob diese Frage bereits beantwortet werden kann, ist zweifelhaft. "Aber es hat uns sehr gut getan, nach so einer lange Zeit wieder einmal zu gewinnen", sagt Sportdirektor Peter Stöger, der in dem Erfolg eine Erlösung für alle sieht. "Wenn man schon spürt, wie erleichtert das Umfeld ist, dann kann man sich ausmalen, wie es den Spielern geht." Dass die Mannschaft noch nicht wie aus einem Guss spielt und über 90 Minuten Powerfußball zeigen kann, ist klar. Trainer Frenkie Schinkels ist bemüht, aus seinem Personal eine Idealformation herauszufiltern. Wie schon gegen Legia Warschau vertraute er auch gegen Mattersburg in der Startelf auf einen Block mit Österreichern wie Schiemer, Wimmer, Kiesenebner, Mair und Pichlmann, eingewechselt wurden mit Lasnik, Ertl und Metz auch nur Ösi-Kicker. Die rot-weiß-rote Welle bei Violett. "Es war kein berauschendes Spiel", gibt Stöger unumwunden zu, "aber in dieser Phase ist das auch nicht zu erwarten." Schinkels stimmt seinem Chef zu, erinnert aber auch an den Endzweck: "Wir wollten unbedingt vom letzten Tabellenplatz wegkommen, denn das ist kein Bild, wenn Austria dort steht. Die feinere Klinge wird dann wieder ausgepackt, wenn das Selbstvertrauen zurückkommt." Im Bezug darauf sind sie definitv auf einem guten Weg. Dass sich die Spieler aufeinander verlassen können, wenn es hart auf hart kommt, haben sie seit der Niederlage in Altach und dem damit verbunden Absturz in den Tabellenkeller wieder einmal bewiesen. Die Partie war selten spektakulär, meist einfache Spielzüge, diese wurden aber sehr effektiv umgesetzt. Stöger dennoch kritisch: "Die ersten 20 Minuten waren grausam, da hatten wir auch Glück, dass wir nicht das 0:2 kassiert haben. Aber die Burschen haben das Glück fast etwas erzwungen, das hat mir wiederum imponiert." Klare Antworten bekommt man auf die wohl interessanteste Frage für den Außenstehenden: Ist das Gerede um den Trainer jetzt vorbei? Schinkels zuckt mit den Achseln: "Die Diskussionen werden weitergehen, solange wir nicht unter den ersten Fünf stehen. Wir wollen nach oben, können jetzt aber niemanden überspringen, müssen einen Schritt nach dem anderen machen." Stögers Aussage zum Job des Trainers: "Frenkie und ich denken für den Klub, die Austria ist keine Personality-Show für uns. Wir werden gemeinsam versuchen, die Mannschaft von da unten rauszubringen. Sollte uns das nicht gelingen, werde ich reagieren. Wenn ein anderer reagieren will, kann er das jederzeit machen." Bei der Austria ist es wieder etwas ruhiger geworden, aber die Kritiker werden nicht verstummen. Nicht einmal nach einem 3:1-Sieg...