15.10.2006, 00:00 Uhr

ES HÄTTE SO EIN SCHÖNER ABEND FÜR DEN FK AUSTRIA MAGNA UND...

Es hätte so ein schöner Abend für den FK Austria MAGNA und...

Es hätte so ein schöner Abend für den FK Austria MAGNA und seine Fans werden können. Mit 58.000 Besuchern eine Prachtkulisse im Stadion von Benfica, dazu die Chance, um Geschichte zu schreiben und in die Hauptrunde der Champions League einzuziehen. Nur ist Fußball kein Wunschkonzert, und genau so hart war auch die Landung nach den zuvor gehegten Träumen. Es wurde leider nur für die Portugiesen ein schöner Abend, ein sehr schöner sogar. Sie haben uns fast ein wenig gedemütigt und mit 0:3 wieder zurück nach Wien geschickt. Dort soll es demnächst ein paar ganz ernsthafte Gespräche geben. Die Mannschaft wird erst am späten Nachmittag in Schwechat landen, danach gleich zum Training ins Horr-Stadion fahren. Coach Frenkie Schinkels hat sich nach der Abfuhr kein Blatt vor den Mund genommen und seinem Ärger über ein paar Spieler freien Lauf gelassen. „Wir waren in allen Belangen unterlegen, diese Partie ist mit jener von Wien nicht zu vergleichen gewesen. Wir haben uns wie eine Schülermannschaft angestellt. Ich glaube, dass ich ein sehr selbstkritischer Mensch bin, einige Spieler sind es nicht.“ Damit spricht er das an, was sich viele denken. Nicht jeder scheint an einem Strang ziehen zu wollen, stattdessen werden eigene Süppchen gekocht. „Ein paar sind nur lieb und lustig, so kann es nicht sein. Jedem war klar, dass es einer außergewöhnlichen Leistung bedurft hätte, aber das war zu billig. Wir haben alles im Vorfeld unternommen, Videos bis ins kleinste Detail mit der Mannschaft studiert, Gespräche geführt, den Mentaltrainer mit nach Lissabon genommen, leider kommt zu wenig zurück.“ Wenn man einen positiven Aspekt an dem Spiel im Estadio da Luz sehen möchte, dann war es die Leistung von Andi Schicker. Er kam für Sasa Papac, warf alles in die Partie, was er hatte und wird von Schinkels gegen Ried mit einem Fixleiberl belohnt. „Das hat er sich verdient.“ Sportdirektor Peter Stöger hat nach dem Schlusspfiff ebenfalls nicht mit Kritik gespart. „Wir haben am Sonntag ein ganz wichtiges Spiel gegen Ried, danach werden wir alles diskutieren. Was ich jetzt schon sagen kann ist, dass ich den Trainer nicht in Frage stelle. Ich sehe, wie er jeden Tag akribisch arbeitet. Für mich gibt es brennendere Fragen als jene nach dem Trainer.“ Dem Ex-Spieler der Austria fehlte der unbedingte Wille bei einigen. „Ich verlange kein violettes Blut, aber ich will Herzblut sehen. Wir müssen reagieren“, faucht der Sportdirektor. Intern weiß man, was zu tun ist, öffentlich wird von Stöger allerdings niemand an den Pranger gestellt. „Ich werde öffentlich keinen kritisieren, aber man wird bald merken, womit wir nicht zufrieden waren.“ Auch für Markus Kraetschmer gibt es jetzt keine Sicht mehr durch die violette Brille. „So traurig es ist, dieses Spiel hat Klarheit geschaffen, auf wen man zählen kann.“ Der Manager hat nach dem Schlusspfiff sofort mit Frank Stronach telefoniert, ihn über das Ergebnis und die kommenden Schritte informiert. „Ich habe ihm auch gesagt, dass uns einige im Stich gelassen haben. Wir müssen kurzfristig mit unserem Kader für das Ried-Match auskommen, danach wird es die Gespräche geben.“ Was niemand bei Violett aussprechen möchte, allerdings zwischen den Zeilen zu lesen ist, wird demnächst passieren. Der eine oder andere Spieler könnte die Austria schon bald verlassen. Kraetschmer versichert aber, dass „keiner hergeschenkt wird oder Verträge ausbezahlt werden“. Besonders leid taten ihm unsere Fans: „Ich würde mich auch ärgern, wenn ich weit mehr als 2.000 Kilometer der Mannschaft nachreise und dann sehe ich eine Leistung, bei der wenig Bemühen dabei war.“ Nach dem Match am Sonntag gegen Ried ist Länderspielpause. Diese Zeit wird genützt, um den Worten auch Taten folgen zu lassen. Es wird einen Schnitt geben, ob groß oder klein, wird sich weisen. Fix ist aber: für die Austria geht es international in der ersten UEFA-CUP-Runde weiter. Die Auslosung erfolgt am kommenden Freitag. Auch in diesem Bewerb wird der Aufsteiger in die anschließende Gruppenphase durch Hin- und Rückspiel ermittelt.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 9 19
2. FC Red Bull Salzburg 9 18
3. FK Austria Wien 9 15
4. SK Rapid Wien 9 13
5. LASK 9 13
6. FC Flyeralarm Admira 9 13
7. CASHPOINT SCR Altach 9 12
8. RZ Pellets WAC 9 11
9. SV Mattersburg 9 6
10. SKN St. Pölten 9 2
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