10.05.2006, 00:00 Uhr

ES GIBT WENIGE DINGE, DIE PETER STÖGER SO RICHTIG ZORNIG MACHEN. DER...

Es gibt wenige Dinge, die Peter Stöger so richtig zornig machen. Der...

Es gibt wenige Dinge, die Peter Stöger so richtig zornig machen. Der 39jährige war selber 20 Jahre als Fußballer ein Profi von Format und hat, wie er sagt, "schon viel erlebt". Doch nichts macht ihn wütender, als wenn sich ein Spieler mit Nebensächlichkeiten aufhält. Was der Sportdirektor damit meint, lesen Sie im Interview mit www.fk-austria.at. Peter, der FK Austria MAGNA war nun schon zum fünften Mal auf Trainingslager in Marbella. Es scheint euch dort ganz gut zu gefallen? Dort ist es insofern toll, weil es klimatechnisch absolut bevorzugt ist. Bis auf einen Tag Regen hatten wir immer Sonnenschein und sehr angenehme Temperaturen. Zudem sind die Bedingungen auf unserer Trainingsanlage sehr gut und gehen mit unseren Ansprüchen konform. Als Spieler hast du selber ja auch zig Trainingslager auf dem Buckel. Was hat sich im Vergleich zu früher geändert? Es wird immer alles besser organisiert, genauer und penibler geplant. Heute gibt es schon eigene Agenturen, die einem das Trainingslager mit allem drum und dran auf dem Silberwagen präsentieren. Wäre man da nicht auch noch selber gerne eine Fußballprofi? Ja, das wäre ich in der Tat noch sehr gerne, denn das war das schönste Leben. Ich habe das aber auch gewußt, als ich selber noch gespielt habe. Klingt nach etwas Kritik an einigen Profis von jetzt? Ich glaube, dass sich einige von sehr vielen Nebensächlichkeiten ablenken lassen. Als Profi kann es einem bei so einem Klub wie Austria mit diesem Umfeld und dieser Organisation doch gar nicht besser gehen. Man sollte immer das Ganze sehen und das ist bei unserem Verein sicherlich extrem angenehm. Und ich ärgere mich einfach, wenn sich ein gut bezahlter Profi wirklich mit kleinen Nebensächlichkeiten blockiert. Du warst selber jahrelang Spieler, wirst du heute auf der Straße oft erkannt und von Leuten angesprochen oder kritisiert? Ja, natürlich, aber ich muss sagen, dass es als aktiver Spieler mehr war. Es ist doch klar, wenn man in der Öffentlichkeit steht, dass man phasenweise auch sein Fett abkriegt und Kritik einstecken muss. Damit muss man sich auseinandersetzen, also man muss es nicht, aber ich mache es. Einem Sportler geht es da nicht anders als einem Politiker oder Schauspieler. Du hattest im Sommer zwei Mannschaften zu organisieren, bist selber als Trainer auf dem Platz gestanden und hast eineinhalb Jahre keinen Urlaub gehabt. Wie erholt man sich von diesem stressigen Geschäft, das einem auch am Wochenende fesselt? Am besten kann ich zuhause ausspannen. Da kann ich mich einsperren und abschalten und das ist auch ganz wichtig. Denn phasenweise passiert es auch, dass Kleinigkeiten ein unglaublich großer Brocken werden. Das muss im Kopf und den Gedanken koordiniert und untergebracht werden. Unterm Strich wäre es aber noch viel schlimmer, wenn ich nicht ein so gutes Team hinter mir stehen hätte, das ich delegieren kann, mir Aufgaben abnimmt und auf das ich mich verlassen kann. Trotzdem ist es aber sehr schön, wenn man sieht, dass im Verein einiges weitergeracht wird. Und wo sind die positiven Seiten des Jobs, warum tut man sich so einen Stressberuf an? Punkt 1, weil ich zu alt zum Selberspielen bin. Punkt 2 ist Fußball mein Leben, da kenne ich mich ganz sicher aus, egal, was die anderen Fachleute sagen. Und Punkt 3 ist es ein absolut super Job. Ich arbeite mit Leuten, die etwas bewegen wollen und habe ständig junge, ehrgeizige Sportler um mich. Abgesehen von der finanziellen Seite, war Sportdirektor immer schon ein Traumjob von dir? Es war immer das, was ich nach meiner aktiven Karriere machen wollte. Von meiner Lebensplanung war es nicht angedacht, dass ich phasenweise auch als Trainer arbeiten werde, aber ich muss mich da revidieren, es ist phantastisch bei einer Mannschaft zu sein. Aber momentan ist es für den Klub auch wichtig, das man versucht, die Weichen für die Zukunft zu stellen, für die kurz- und längerfristige Zukunft der Austria. Was hast du noch mit der Austria vor, also welche Ziele verfolgst du über diese Saison hinaus? Ich will die Austria dorthin bringen, dass sie über einen längeren Zeitraum auf bekannte Gesichter zurückgreifen kann. Ich will diese Kontinuität  verfolgen, nur damit hat man auch die Chance Erfolge zu bekommen. So könnte auch eine Art Austria-Geist wachsen, wenn sich die Fans wieder mit den Spielern identifizieren, weil sie über mehrere Jahre hinweg für den Klub auf blutigen Knien vom Feld rutschen. Wir haben im Sommer bereits den Kader in diese Richtung zusammengestellt, mit Spielern, mit denen man länger planen kann. Jetzt ist der Kader so groß, dass wir wahrscheinlich auch im Sommer, wenn einige gehen, nicht viele integrieren müssen. 95 Prozent der aktuellen Mannschaft werden sich schon kennen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 34 75
2. FK Austria Wien 34 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 34 57
4. CASHPOINT SCR Altach 34 53
5. FC Flyeralarm Admira 34 46
6. SK Rapid Wien 34 40
7. SV Mattersburg 34 40
8. RZ Pellets WAC 34 38
9. SKN St. Pölten 34 36
10. SV Guntamatic Ried 34 32
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