19.09.2006, 00:00 Uhr

ER HATTE EIN SCHWERES ERBE ANZUTRETEN, MUSSTE IN DIE FUßSTAPFEN...

Er hatte ein schweres Erbe anzutreten, musste in die Fußstapfen...

Er hatte ein schweres Erbe anzutreten, musste in die Fußstapfen eines Roland Linz oder Sigurd Rushfeldt steigen. Zwei große Nummern in der Vergangenheit beim FK Austria MAGNA, aber Thomas Pichlmann hat die Herausforderung im Sommer gerne angenommen und sich persönlich hohe Ziele gesteckt. Wie der Stürmer mit dem Druck nach dem holprigen Saisonstart umgeht, was er so an Jocelyn Blanchard schätzt und wie er über die Zukunft der Violetten denkt, erzählt er im Interview auf www.fk-austria.at. Thomas, am Sonntag ist Dir gegen Mattersburg endlich Dein erstes Tor gelungen. Ein Befreiungsschlag? Ja, denn zur Pause habe ich in der Kabine noch gegrübelt und war sauer auf mich, dass ich einige gute Möglichkeiten ausgelassen habe. Umso mehr freut es mich, dass der Knoten dann doch geplatzt ist. Hast Du schon an Dir gezweifelt? So krass würde ich es nicht ausdrücken, aber wir haben uns alle gefragt, was mit uns los ist. Die Vorbereitung war top, die Ergebnisse haben gepasst, dennoch ist uns der Start so misslungen. Als Stürmer trifft dich sowas fast doppelt, denn man braucht Tore für das Selbstvertrauen, damit hat es aber lange nicht funktioniert. War das Match gegen Mattersburg auch der Startschuss für eine Aufholjagd in der Meisterschaft? Es könnte schon eines dieser Knackspiele gewesen sein. Auch das 0:1 hat uns nicht sonderlich geschockt, wir haben Moral bewiesen, den Rückstand umgedreht. Und auch das Glück ist etwas zurückgekommen, denn wir hätten auch 0:2 hinten sein oder so wie gegen Ried noch den noch den Ausgleich kassieren können. Wenn es nicht läuft, kannst du dagegen fast nichts machen. Am Donnerstag geht es gegen Legia Warschau um die Qualifikation für die UEFA-Cup-Gruppenphase. Für Dich absolutes Neuland. Richtig, denn mit Pasching bin ich in den letzten beiden Jahren jeweils an Zenith St. Petersburg in dieser Phase gescheitert. Jetzt wird es klappen, denn wir haben in Warschau mit dem 1:1 eine gute Ausgangsbasis gelegt, ich bin guten Mutes, dass wir es schaffen. Du bist eigentlich Wiener, hast aber Deine ersten Profiverträge in Leoben und Pasching bekommen. Wie gefällt es Dir, endlich in Deiner Heimatstadt dem Leder nachjagen zu können? Es ist perfekt. Von Mannschaft gab es überhaupt nichts, sie hat es mir sehr leicht gemacht, rasch einen Zugang zu finden. Das spricht für die positiven Charaktere. Die Stimmung ist eigentlich immer sehr gut, aber logisch, dass der Spass mit den fehlenden Ergebnissen etwas ausgeblieben ist. Im Großen und Ganzen ist aber bei jedem einzelnen Training viel Freude dabei. Wenn Erfolge da sind, umso mehr. Gibt es eine Erklärung für Dich, warum wir nur im unteren Tabellendrittel stehen? Mit jedem Spiel, das wir nicht gewonnen haben, ist klarerweise auch das Selbstvertrauen gesunken. Entscheidend für Kehrtwende, die mit dem Sieg über Mattersburg hoffentlich eingeläutet wurde, war meiner Meinung nach Jocelyn Blanchard. Da es in der Nacht nach dem 0:1 in Altach keinen Rückflug mehr gab, mussten wir noch eine Nacht dort schlafen. Da hat er uns nach dem Abendessen alle zusammengefasst und gesagt, dass wir gemeinsam auf ein Bier gehen sollen. Das hat uns noch mehr zusammengeschweisst, es war eine tolle Aktion. Ist Blanchard ein Kapitän, wie Du in Dir vorstellst? Absolut. Er ist kein Schreier, aber jeder hört ihm zu, weil er eine Respektsperson ist. Michi Baur in Pasching war ihm ähnlich in seiner Art. Beide sind Profis und leben es mit jeder Muskelfaser vor. Machen wir einen Blick in die Zauberkugel: Was bringt uns die Zukunft? Wenn wir uns weiterhin so präsentieren wie gegen Warschau und Mattersburg, dann wird es steil bergauf mit der Austria gehen. Das wünschen wir uns alle.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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