08.05.2006, 00:00 Uhr

EINEN SEHR DISKUSSIONSREICHEN ABEND VERBRACHTEN DIE MITGLIEDER DES FK...

Einen sehr diskussionsreichen Abend verbrachten die Mitglieder des FK...

Einen sehr diskussionsreichen Abend verbrachten die Mitglieder des FK Austria MAGNA am Montag abend in unserem Partnerhotel Marriott. Bei der  Mitglieder-Versammlung stellten sich die beiden Vizepräsidenten Andreas Rudas sowie Dr. Peter Pelinka, Manager Markus Kraetschmer und Sportdirektor Peter Stöger den Fragen und der Diskussion mit unseren treuen Mitgliedern. Der offizielle Teil dauerte in etwa zwei Stunden, danach wurde in Einzelgesprächen noch stundenlang in kleineren Kreisen weiter über unsere Austria geplaudert. Die Themen, die beim offiziellen Teil besprochen und hoffentlich auch geklärt wurden: Roman Wallner. Stöger dazu: "Für mich war das eine logische Geschichte. Von der Qualität und seinem Potential ist er ein Spieler mit Zukunft, zudem passt er in unsere finanzielle Vorgabe. Das einzige, was nicht passt, ist seine ehemalige Klubfarbe. In diesem Geschäft geht man aber leider sehr schnell mit Vorurteilen um. Er bekommt von uns eine Chance und weiß genau, dass es bei einem guten Klub seine letzte Möglichkeit sein wird. Wir wissen, dass er bei den Fans keinen Preis gewinnen wird, aber glauben, dass er auf unserem Weg zum Titel etwas beisteuern kann. Dazu stehen wir zu hundert Prozent. Wir gehen nicht immer den populären Weg, haben uns aber auch bei Linz durchgesetzt und er hat im Herbst viele Tore geschossen. Jetzt müssen wir uns eben das Wallner-Thema anhören. Diese negative Grundtendenz ist nicht mein Ding." Warum nicht ein Amateur statt Wallner in die Kampfmannschaft gezogen wurde? Stöger: "Das geht nicht so wie viele sich das vorstellen. Die meisten haben vor einem Jahr noch in der BNZ U17 gespielt und nicht einmal gegen Rohrbach in der Regionalliga. Ein Wallner steht einem Okotie nicht im Weg. Die Jungen sind zukunftsvolle Spieler von denen man nicht erwarten kann, dass sie uns jetzt gegen einen Knavs, Lokvenc oder Mayrleb zum Titel schießen. Nur mit der Jugend wird es nicht gehen, aber wir haben aus dem ersten Jahrgang der Frank-Stronach-Akademie zwei Spieler im Kader der Kampfmannschaft und 13 beim Red-Zac-Team. Vor eineinhalb Jahren war das noch undenkbar, dass wir soviele in einem Profibetrieb integrieren." Cup - gibt es Überlegungen für eine Doppelveranstaltung? Kraetschmer: "Die Überlegungen waren natürlich da, auch Gespräche mit Ried, Tirol und dem ÖFB wurden geführt. Da aber am 5. März das Derby ist und es eine Schutzklausel von zwei spielfreien Tagen gibt, muss die Kampfmannschaft gegen Tirol am 8. März spielen. Da die Amateure alle Spiele am Freitag bestreiten, müssen sie am Dienstag, den 7. März, gegen Ried antreten. Beide um 19 Uhr. Wenn uns etwas mit einer Kartenaktion gelingen sollte, dann wäre es schön, aber aufgrund der Einnahmenteilung wird es schwierig." Wie ist Roman Wallner menschlich? Stöger: "Ich habe mich vor seiner Verpflichtung oft mit ihm getroffen und mit ihm seine Situation durchdiskutiert. Er kennt seine Fehler und weiß, dass er mehr unter Druck steht als alle anderen. Charakterlich ist er sehr in Ordnung, dass er nicht der Liebling der Fans sein wird, ist klar und das muss er sich erarbeiten." Die oft negative Medienberichterstattung. Kraetschmer: "Es ist zu beobachten, dass seit Herbst wieder eine gewisse Ruhe eingekehrt ist. Davor wurde immer wieder versucht gewisse Themen bei uns reinzubringen. Auf die letzte Kolumne von KURIER-Redakteur Martin Sörös haben wir reagiert und glauben sie uns, dass das KURIER-Marketing lieber gestern als heute mit uns den Sponsorvertrag verlängern würde. Aber der Sport und die Wirtschaft sind zwei getrennte Paar Schuhe, das wird auch Verlagsintern so gehandhabt. Wir können sowieso alles nur mit Leistung beeinflussen, somit brauchen wir Fakten. Wir sollten uns damit nicht aufhalten und einfach gut Fußball spielen, denn die Tabelle lügt nie." Sponsoren - was gibt's Neues? Rudas: "Über Frank Stronach kann ich nur sagen, dass er keine Überlegungen hat, über den 30.06.2007 weiterhin als Sponsor aufzutreten. Und dass die kanadischen Aktionäre ihm Druck gemacht hätten, ist völlig aus der Luft gegriffen. Es hat ihn vielmehr schwer getroffen, was in der Süstadt damals abgelaufen ist. Austria hatte ein schweres Spiel auf tiefem Boden und einige Fans forderten den Kopf des Sponsors anstatt die eigene Mannschaft anzufeuern. Das erschwert jede Sponsorsuche. Ein Sponsor überlegt sich heute ganz genau, wem er sein Geld gibt, solche Szenen wie in der Südstadt oder das Stürmen des Spielfelds sind ein Wahnsinn. Wir haben großartige Erfolge bei Sponsorgeldern unter der Millionengrenze, aber im großen Bereich wie die Herren Denk oder Lopper angekündigt haben, gibt es nichts. Wir sind beiden mit großem Vertrauen gegenüber getreten, aber gekommen ist nichts. Herr Denk hat sogar noch knapp 40.000 € Außenstände bei uns, weil die Loge noch nicht bezahlt wurde. Es gibt derzeit zwei Wege, um es zu schaffen: Wir müssen einen Großsponsor finden oder mit Frank Stronach reden. Präsident Peter Langer wird diese Woche noch einen Versuch unternehmen. Es gibt Berührungspunkte mit den Amateuren und dem Stadion, aber derzeit liegt alles im Nebel. Das Wichtigste ist aber, dass wir uns selber überdenken: Weder der alte noch der neue Sponsor wird sich Szenen wie in der Vergangenheit von einigen Fans gefallen lassen. Jeder ist gerne eingeladen, um seriöse Partner für die Austria zu finden und natürlich bekommt er dafür auch die übliche Provision. " Was passiert mit dem Kader, wenn wir Meister werden? Stöger: "Wir haben acht Verträge, die auslaufen, wobei wir bei vier Optionen haben. Wir könnten aus unserem Kader die Positionen mühelos nachbesetzen. Andererseits werden wir bei den auslaufenden Verträgen darauf achten, wer weiterhin charakterlich und finanziell zu uns passt. Die goldenen Zeiten jedenfalls sind vorbei, wir müssen gesund und intelligent haushalten. Wir warten auf die Reaktionen der Spieler." Welche Informationen gibt es zum Stadion-Neubau? Rudas: "Wir können uns nur auf die Aussagen vom Herrn Bürgermeister verlassen. Solange er nicht sagt, dass das Projekt tot ist, müssen wir es als lebend ansehen. Ich weiß, dass der Neubau schon fast wie ein Trugbild ist, deswegen werden wir uns einen Zeitrahmen setzen. Sollte es nicht in den nächsten ein bis zwei Monaten Zeichen geben, dann müssen wir uns umschauen, sonst sind wir für keinen Sponsor interessant. Die Stadt Wien hat sich aber auch schon um alternative Grundstücke neben Rothneusiedl umgesehen." Frenkie Schinkels als Trainer? Stöger: "Es war nie in meinem Plan, dass ich oder Schinkels in diese Positionen rutschen. Nach dem GAK-Spiel musste ich aber als Trainer einspringen - ohne Lizenz. Günther Kronsteiner war von Frank Stronach als Sportdirektor geplant, Lars Söndergaard als Spartentrainer unter mir. Das wollte Lars nicht, also habe ich Frenkie genommen, denn der war im Klub und hat zudem die Lizenz. Ich bin mit meinem Standing nicht zufrieden, aber das von Frenkie ist unter jeder Kritik. Wir sind Cupsieger, stehen auf Platz 1 und sollen als Trainer und Sportdirektor nicht gut genug sein? Frenkie hat in 90 Tagen die Möglichkeit es allen zu zeigen. So wie Roman Wallner. Wir hätten auch niemanden holen müssen, aber ich wünsche ihm, dass er ein Tor schießt. Und Gott geb's, dass es gegen Rapid ist."