30.10.2006, 00:00 Uhr

DIE BASEBALLMÜTZE HAT ER TIEF INS GESICHT GEZOGEN, DEN KRAGEN DER...

Die Baseballmütze hat er tief ins Gesicht gezogen, den Kragen der...

Die Baseballmütze hat er tief ins Gesicht gezogen, den Kragen der dicken Winterdaunenjacke ist aufgestellt - Milenko Asimovic ist andere Temperaturen gewöhnt als jene in Europa. Zuletzt verdiente er seine Brötchen in Saudiarabien, kickte für Al Ittihad. Nach nur einem halbe Jahr machte er dort aber Schluß, verzichtete seiner Familie zuliebe auf viel Geld und heuerte um einen Bruchteil seiner üblichen Gage bei der Austria an. Prominent sind sie, die Namen seiner Ex-Klubs. Die Tottenham Hotspurs etwa, oder Lille. Allesamt erste Adressen auf der Fußballlandkarte und überall war Acimovic das Genie. Und das nicht nur für zwischendurch. Er drückte sowohl dem Spiel der Engländern als auch dem der Franzosen seinen Stempel auf, glänzte als Vorbereiter und Vollstrecker. Ein Alleskönner, auf den uns nun wir freuen dürfen. Im Trainingslager in Marbella hat er rasch Anschluß gefunden. Erster Ansprechpartner ist aufgrund der sprachlichen Barriere Mario Tokic. Der Slowene und der Kroate teilen auch ein Zimmer. Offenbar haben die beiden bereits einen optimalen Draht zueinander gefunden, denn während der zweistündigen Busfahrt von Jerez nach Marbella gestern Nacht, plauderte das "Balkan-Duo" in einer Tour miteinader, während der Rest der Mannschaft versuchte ein Auge zuzudrücken. Gar nicht so leicht bei den vielen Lachsalven, die beide ständig parat hatten, wenn offensichtlich einer einen Schwank aus seinem Leben erzählte und umgekehrt. Der 29jährige fühlt sich bei der Austria bereits sichtlich wohl. "Aber die Sprache muss ich noch lernen", sagt er in sehr gutem Englisch. Keine Sorge, Milenko, das wirst du bald, denn bei den Violetten ist es ab sofort wieder Pflicht, regelmäßig in den Sprachkurs zu gehen, geplant ist dreimal pro Woche. Acimovic ist diese Zusatzaufgabe egal, er denkt nur an sein Debüt: "Austria ist eine neue Geschichte in meinem Leben, auf die ich mich sehr freue. Ich hoffe, dass alle mit mir zufrieden sein werden. Ich werde mich jedenfalls sehr bemühen, damit ich für diesen Klub gut spiele." Die Zeit drängt. Der aktuelle Teamkapitän Sloweniens - normal ist es Alex Knavs, der die "Schleife" als Tribünenhocker bei Salzburg aber verloren hat - absolvierte sein letztes Pflichtspiel am 12. Dezember, jetzt muss er zusehen, dass er schnell wieder in die Gänge kommt. "Ich bin sehr motiviert. Die Austria gibt mir eine großartige Chance, um wieder in Europa Fuß fassen zu können. Ich hoffe, dass ich die Zeit bis zum ersten Spiel gegen Tirol optimal nützen kann, um gut vorbereitet zu sein." Spielt er bei der Austria, ist er auch im slowenischen Nationalteam nicht wegzudenken und auch dort hat er noch ein großes Ziel. "Zahovic ist mit 80 Spielen der Rekordteamspieler. Mir fehlen nur noch sieben auf diesen Rekord, den will ich unbedingt." Ein Mann mit Zielen ist immer ein großer Gewinn, wir freuen uns auf den Techniker mit dem gewissen Etwas.