26.02.2006, 00:00 Uhr

DER SCHOCK NACH DER GESCHMALZENEN STRAFE FÜR KEEPER JOEY DIDULICA...

Der Schock nach der geschmalzenen Strafe für Keeper Joey Didulica...

Der Schock nach der geschmalzenen Strafe für Keeper Joey Didulica sitzt nach wie vor bei allen Mitarbeitern des FK Austria MAGNA sehr tief. Manager Markus Kraetschmer hat bereits am Montag abend Stellung genommen und seinem Unmut freien Lauf gelassen. Völlig zu recht. Sportdirektor Peter Stöger, der sich gerade auf Trainerkurs in Lindabrunn befindet, ist ebenfalls empört. So wie auch Sasa Papac, der als Zeuge beim Prozess geladen war. Dem Urteil, das Richterin Bettina Neubauer nach fast zehnstündiger Verhandlung fällte, gehen für Stöger drei höchst fragwürdige Punkte voraus: 1.) Wozu gibt es einen Senat? "Der Strafsenat der Bundesliga hat Joey damals bereits gesperrt. Für solche Vergehen gibt es für Fußballer eben diesen Senat. Der führt sich so ad absurdum. Denn hält sich keiner an die Urteile des Senats, muss ich mich fragen, ob ich ihn brauche." 2.) Joey wurde mit einer Sperre belegt. "Er hat für seine Aktion bereits acht Spiele Sperre kassiert und diese auch abgesessen. Der Senat hat ihm damals nicht einmal mit der Höchststrafe belegt, denn die wäre 12 Spiele gewesen. Warum dann jetzt so ein Urteil in so hohem Ausmaß?" 3.) Wer sind die Entscheidungsträger bei Gericht? "Mich stimmt es sehr nachdenklich, wenn Leute über solche Dinge entscheiden, die von der Materie keine Ahnung haben. Damit meine ich die Richterin und den Staatsanwalt. Dieses Urteil ist brandgefährlich und wird möglicherweise nicht nur in der Bundesliga Folgen haben, sondern auch in allen unteren Ligen könnte jetzt etwas auf die Justiz zukommen." Weiters erinnert Stöger an die Schuldsprüche nach Admira - Tirol. "Dort hat es weit höhere Strafen für offensichtliche Taten gegeben, ohne dass ein Rattenschwanz hinten nach gezogen wurde. Ich sehe ein echtes Problem in diesem Urteil, das einige Leute meiner Meinung nach nur werbewirksam nutzen möchten. Es ist nur populistisch. Die Medien haben es aufgebauscht, in diesem Sog wollten einige mitschwimmen, um ihren Namen bekannt zu machen."  Sasa Papac findet noch deutlichere Worte: "Diese Richterin weiß nicht einmal, was Abseits bedeutet und darf über die Köpfe von Profis entscheiden. Und auch der Staatsanwalt glaubt, dass der Ball nur deswegen springt, weil drinnen ein Frosch sitzt." Harte Worte findet er auch für Axel Lawaree, der diese Geschichte immer und immer wieder in den Medien mit blindem Hass vorangetrieben hat: "Wenn ein Stürmer in die Zeitung möchte, dann soll er Tore schießen und nicht versuchen, so in den Blickpunkt zu kommen." Völlig einleuchtend ist auch seine nächste Aussage: "Wenn ich jetzt in einen Zweikampf gehe und um eine Sekunde zu spät komme und den Ball nicht mehr erwische, sondern nur noch den Spieler und der verletzt sich dabei am Kreuzband, soll ich dann in Zukunft vielleicht 200 Euro bezahlen? Joey hat achte Spiele Sperre bekommen und das war schon zuviel. Ich weiß nicht, in welche Richtung der Fußball in Österreich so gehen soll."