22.10.2006, 00:00 Uhr

DER DUNKELBLAUE KLUBTRAININGSANZUG PASST AUCH TOMMY PARITS PERFEKT. DER...

Der dunkelblaue Klubtrainingsanzug passt auch Tommy Parits perfekt. Der...

Der dunkelblaue Klubtrainingsanzug passt auch Tommy Parits perfekt. Der General Manager hat auch mit 60 Jahren seine schlanke Figur nicht verloren, wenn es seine karge Freizeit erlaubt, joggt er nach wie vor durch seine Heimatgemeinde Siegendorf. Ebenso hat er seine Bodenhaftung behalten. Im Trainingslager in Marbella verfolgt er jedes Training mit Argusaugen und sieht, was die Mannschaft bereit ist für den Erfolg zu geben. Im Interview mit www.fk-austria.at schildert er seine Eindrücke aus Andalusien. Herr Parits, im Kino feiert Rocky gerade ein Comeback. Sind Sie auch ein Kämpfer, der es noch einmal wissen will? Ich möchte erreichen, dass die Austria wieder das bekommt, was ihr zusteht. Wir müssen zurück in das obere Drittel der Tabelle, haben die Mannschaft auch in diese Blickrichtung verstärkt. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen werden. Sie haben vor Ihrem Engagement bei der Austria länger nicht im Fußballgeschäft gearbeitet. Gab es denn auch andere Angebote? Ja, aber das ist schon etwas länger her. Ich wollte nicht mehr zurück ins Trainergeschäft, ich habe mich vor einiger Zeit davon verabschiedet. Und warum haben Sie bei der Austria "Ja" gesagt? Weil die Austria eine Herzensangelegenheit ist. Ich hänge an diesem Klub, habe ihm so viel zu verdanken. Ich habe mich über das Angebot sehr gefreut. Sie haben mit Violett große Erfolge gefeiert, waren viermal Meister, einmal Cupsieger, führten die Mannschaft ins Europacup-Finale und noch einmal ins Semifinale. Jetzt ist der Klub Tabellenletzer... Das war natürlich ein Schock für mich, so habe ich das auch der Mannschaft in einer Ansprache am Samstag gesagt. Wir dürfen jetzt nur nicht den Fehler machen und uns gegenseitig Schuldzuweisungen machen. Jeder soll bei sich selbst beginnen und versuchen, das Bestmögliche aus dieser Situation zu machen, nur so kommen wir da raus. Zudem habe ich eine Analyse des Kaders gemacht und ihn in Absprache mit dem Trainer so verändert, um wieder erfolgreich sein zu können. Zum Beispiel waren zu Saisonbeginn neun Mittelfeldspieler und vier Stürmer da, jetzt sind es sieben und sechs. Nach diesen Jahren der Auszeit, die Sie sich genommen haben, scheint sich an Ihrem Enthusiasmus nichts geändert zu haben. Ich habe den Fußball immer verfolgt und wenn man einmal so lange dabei war, fällt einem der Einstieg auch nicht schwer. Ich war immer über alles informiert. Was hat Ihnen die Auszeit persönlich gebracht? Eine zeitlang habe ich neben dem Trainerjob auch noch meine Tankstelle gehabt, aber ich wollte beides nicht mehr, denn ein Geschäft hätte darunter gelitten. Ich habe mich vor fünzehn Jahren dann für die ruhigere Aufgabe entschieden und habe mich dabei sehr wohl gefühlt. Der Name Parits steht für Disziplin, für Geradlinigkeit. Wie sehen Sie die heutige Austria, wenn es um diese Parameter geht? Das Wichtigste ist, dass jeder das Optimale aus sich herausholt. Wenn man jung ist, begreift man oft nicht, dass man nur jetzt die Möglichkeit hat etwas zu erreichen. Die Spieler müssen sich immer vor Augen halten, dass sie das Maximum aus sich und ihrer Karriere herausholen müssen, diese Phase müssen sie jetzt ausnützen. Was war Ihr Credo als Trainer? Die Einstellung muss passen. Ich habe nie jemanden verurteilt, wenn er eine Chance vergeben hat, aber er muss alles geben dafür. Und was ist Ihre Philosophie als General Manager? Da gilt dasselbe. Ich sehe im Training, was sie bereit sind zu inverstieren. Und da bin ich im Moment sehr zufrieden. Das Spiel gegen Saturn Moskau war phasenweise sehr gut. Ich habe der Mannschaft bereits zu Beginn meiner Tätigkeit versprochen, dass ich Verstärkungen im Winter bringen werde - dieses erste Ziel habe ich erreicht. Die mögliche Errichtung einer AG war das zweite Ziel und mein drittes ist es, dass wir so bald wie möglich aus dem Abstiegskampf rauskommen und eine starke Mannschaft formen. Eine gute Mannschat hat auch immer eine gesunde Hierachie. Wie ist es aus Ihrer Sicht darum bestellt? Die Hierachie ergibt sich durch Leistungen. Meiner Ansicht nach ist die bei der Austria in Ordnung, da sehe ich gar keine Probleme. Abschließende Frage. Was ist im Abstiegskampf mehr gefragt: Köpfchen oder Kämpferherz? Beides, aber nur mit Köpfchen wird's nicht gehen, denn speziell im Abstiegskampf muss der Einsatz und Wille passen. Bei uns wissen fünf Mannschaften, dass es sie noch erwischen kann und es in den kommenden Monaten sehr eng werden könnte. Wenn bei uns jeder einzelne alles gibt, dann haben wir die Qualität, um vom Tabellenende wegzukommen. Dafür brauchen wir aber auch einen guten Start, dann wird alles leichter gehen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 26 56
2. CASHPOINT SCR Altach 26 49
3. FK Austria Wien 26 47
4. SK Puntigamer Sturm Graz 26 45
5. FC Flyeralarm Admira 26 33
6. RZ Pellets WAC 26 32
7. SK Rapid Wien 26 30
8. SKN St. Pölten 26 27
9. SV Mattersburg 26 24
10. SV Guntamatic Ried 26 23
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