31.10.2006, 00:00 Uhr

DAS LEBEN SCHREIBT OFT SEINE EIGENEN GESCHICHTEN. NACH FÜNF JAHREN...

Das Leben schreibt oft seine eigenen Geschichten. Nach fünf Jahren...

Das Leben schreibt oft seine eigenen Geschichten. Nach fünf Jahren Wintertrainingslager in Marbella wollten wir heuer etwas Neues ausprobieren, entschieden uns für Jerez - leider ein kompletter Reinfall. Aufrund der starken Regenfälle der letzten Tage waren die Zimmer teilweise feucht, es roch modrig und auch das Abendbuffet ließ einige Wünsche offen. General Manager Thomas Parits und Trainer Georg Zellhofer fällten rasch die Entscheidung, dass wir nicht in Jerez bleiben, stattdessen nach Marbella ausweichen. Wenn man mit der Mannschaft auf Reisen geht, ist man ja einiges gewöhnt. Aber man lernt nie aus. Im Hotel Montecastillo wurde ein weiteres Kapitel dazu geschrieben. Zellhofer kennt das Resort aus dem Vorjahr, er absolvierte dort mit Rapid die Vorbereitung. Weil alles so gut geklappt hat, der hoteleigene Fußballplatz einen "Teppich" wie ein Golfplatz hatte, weil das Essen hervorragend war, wollte er wieder dorthin. Aber heuer ist scheinbar alles anders gewesen, gut möglich, dass das Hotelmanagement gewechselt hat. Das Anwesen besteht aus einem Haupthaus und kleinen Familienappartments seitlich davon. Dort wäre die Austria untergebracht gewesen, weil das polnische Nationalteam im Haupthaus logierte, wo Zellhofer auch mit Rapid wohnte. "Die Viererappartments kannte ich bislang gar nicht." Die Krönung war aber, als Kapitän Blanchard nach dem Einchecken wieder an der Rezeption stand und berichtete, dass in seinem Zimmer, direkt neben seinem Bett, nasse Flecken auf dem Steinboden sind. Es dauerte nicht lange und andere Spieler meldeten ähnliches. Dazu liefen bei unserer Ankunft die Klimaanlagen im vollen Heizmodus - offensichtlich probierte das Hotel alles, wollte die Räume noch schnell trocken bekommen, aber die Zeit hat gegen sie gearbeitet. Auch Parits war empört: "In diesen feuchten Zimmern werden uns die Spieler krank." Arek Radomski befragte noch seine Landsleute, wie sie zufrieden seien und auch sie berichteten, dass sie mit dem Essen am Anreisetag Probleme hatten, weil es dem Fünf-Sterne-Status des Hotels nie und nimmer gerecht wurde. Wir mussten reagieren. Gesagt, getan. Der Mitorganisator vor Ort telefonierte ohne Ende, trommelte all seine Leute zusammen und die schafften am Sonntag abend - mittlerweile war es 20 Uhr - das fast Unmögliche. Nochmals wurden zwei Busse organisiert, dazu jenes Hotel in Marbella, in dem wir die letzten vier Jahre gewohnt haben, das West Inn La Quinta, und auch noch einen Rasenplatz zum Trainieren. Den müssen wir uns bis Mittwoch zwar mit Zenith St. Petersburg teilen, aber angesichts unserer Notsituation machen wir das gerne. Abfahrt aus Jerez war um 22 Uhr, um 00:15 Uhr sind wir angekommen. Überglücklich trotz aller Strapazen. Für die aber niemand etwas konnte. Der Hotelmanager im Montecastillo entschuldigte sich, wollte uns zum Bleiben überreden. Aber nix da! Heute bitte Georg Zellhofer um 10:30 Uhr und 16:30 Uhr zum Training. Und wo werden die Hebel in diesem Trainingslager angesetzt? "Am Spielerischen und Taktischen", erklärt der Trainer, der die Planung gemeinsam mit Konditionstrainer Gerhard Zallinger gemacht hat. Der Fitnessguru hält fest: "Das Programm umfasst abseits der spielerischen und taktischen Spielformen vor allem Einheiten für Schnelligkeit, Sprünge und Antritte. Das alles braucht man in einem Match. Bislang haben wir hauptsächlich im Grundlagenbereich gearbeitet, jetzt wird es mehr spezifisch." In einem so langen Trainingslager läßt sich nicht jedes Detail planen, aber der grobe Rahmen steht längst fest. Vier Testspiele möchte Zellhofer haben, jeder Feldspieler soll zumindest über zweimal 90 Minuten Praxis in den Beinen haben. Die Gegner werden sich mit dem Umzug wahrscheinlich auch ändern, wir halten Sie auf dem Laufenden. Zwar soll man Ergebnissen in Vorbereitungsspielen nicht allzu große Aufmerksamkeit schenken, für Zellhofer sind sie dennoch wichtig. "In erster Linie will ich aber so schnell wie möglich meine Formation für den Meisterschafts-Start finden." Bis dahin bleibt nicht viel Zeit, am 25. Februar geht es in Tirol los. "Für gute Spieler ist das kein Problem."

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 12 28
2. FC Red Bull Salzburg 12 25
3. SK Rapid Wien 12 22
4. FK Austria Wien 12 18
5. FC Flyeralarm Admira 12 18
6. LASK 12 16
7. CASHPOINT SCR Altach 12 16
8. RZ Pellets WAC 12 12
9. SV Mattersburg 12 7
10. SKN St. Pölten 12 2
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