09.12.2006, 00:00 Uhr

DAS IMPERIUM "AUSTRIA WIEN" IST ZWAR NOCH NICHT GEFALLEN, ABER...

Das Imperium "Austria Wien" ist zwar noch nicht gefallen, aber...

Das Imperium "Austria Wien" ist zwar noch nicht gefallen, aber es wankt. In der UEFA-Cup-Gruppenphase ist außer Spesen nur wenig gewesen, auf das historische Tief in der Bundesliga wollen wir nicht näher eingehen, jeder Satz darüber schmerzt wie ein Wespenstich. Vielleicht können wir beim Spiel gegen Espanyol Barcelona (Mittwoch, 20:45 Uhr, live in ORF und Premiere) etwas Selbstvertrauen für das Frühjahr sammeln, wenngleich es eine schwere Aufgabe werden wird. Wir haben Kapitän Jocelyn Blanchard zum Interview gebeten und ihm u.a. die Frage gestellt, die sich für alle aufwirft: Wie konnte es soweit kommen? Jocelyn, was bleibt für Dich über nach den ersten 21 Runden? Dass in der Winterpause und im Frühjahr sehr viel Arbeit auf uns wartet. Jetzt ist es extrem wichtig, dass wir uns alle regenerieren, um ab Jänner im Kopf und im Körper zu hundert Prozent fit in die letzten 15 Spiele gehen zu können. Wir müssen mit der nötigen Einstellung und Leidenschaft an die Aufgaben herangehen, sonst wird es schwierig. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Hast Du selber schon einmal mit einer der früheren Mannschaften gegen den Abstieg gespielt? Nein, noch nie und wir haben auch nicht viele, die schon einmal in so einer schwierigen Situation gesteckt sind. Wir können uns nur bei den Fans entschuldigen, müssen ab sofort aber eine andere Art der Meisterschaft spielen. Jetzt wird jedes Spiel auch zu einer großen psychologischen Belastung. Es ist von den Punkten her egal, ob du Achter oder Zehnter bist, aber im Kopf muss man das erst einmal auf die Reihe bekommen. Wie konnte es zu dieser misslichen Situation eigentlich kommen? Dafür gibt es einige Gründe. Klar ist, dass wir im Juni zehn große Spieler verloren haben. Dann sind wir in der Champions League an Benfica gescheitert, waren aber in der Bundesliga nicht so schlecht, dennoch haben wir entweder verloren oder nur Remis gespielt. Es brennt sich in die Köpfe, wenn die Erfolgserlebnisse ausbleiben. Als wir Legia Warschau elimiert haben und in die Gruppenphase eingezogen sind, haben wir geglaubt, dass es bergauf gehen wird. Wir kennen den Rest. Nur ein Highlight ist zu wenig, dann sind auch noch viele Verletzte dazu gekommen, wir mussten den Kader mit Amateuren auffüllen - nach dem Meistertitel waren diese Extreme ein bisschen viel, alles hat sich in eine andere Richtung verschoben. Inwiefern? Weder Frenkie Schinkels noch Georg Zellhofer konnten aufgrund der angespannten Personalsituation ihre Programme durchziehen, weil ein gezieltes Arbeiten kaum möglich war. Wir hatten praktisch nie die ganze Mannschaft auf einen Fleck, um Taktik oder generell neue Systeme oder Varianten einstudieren zu können. Damit hat es uns auch an Alternativen in unserem eigenen Spiel gemangelt. Was muss passieren, damit es im Frühjahr bergauf geht? Wir brauchen frisches Blut. Aber das dürfen nicht irgendwelche Spieler sein, wir brauchen Qualität, sonst nützt es nichts. Schau dir Bayern München an. Die holen einen Mark van Bommel von Barcelona oder Chelsea holt Michael Ballack - gute Mannschaften brauchen außergewöhnliche Spieler, um ihre hohen Ziele verwirklichen zu können. Da hilft dir kein Durchschnitt. Noch ein paar Wörter zu Dir persönlich. Man hat gehört, dass Du Deinen Vertrag nochmals um ein Jahr verlängern möchtest? Ja, ich möchte das Gespräch suchen. Mir gefällt es sehr gut in Wien und ich würde noch gerne ein Jahr anhängen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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