29.10.2006, 00:00 Uhr

BISWEILEN GEHT ES AUF DEM VORTREFFLICHEN RASENPLATZ IM TRAININGLAGER IN...

Bisweilen geht es auf dem vortrefflichen Rasenplatz im Traininglager in...

Bisweilen geht es auf dem vortrefflichen Rasenplatz im Traininglager in Marbella schon ein bisschen lauter zu. Das liegt nicht nur, aber auch an Georg Zellhofer. Der Trainer ist schon von seinem Naturell keiner, der nur die Rolle des stillen Beobachters einnimmt, dann und wann kommt es aber auch schon vor, dass er seine Profis kräftig zusammenstaucht. "Wir müssen aufpassen da hinten, schon die kleinste Unachtsamkeit könnte sich fatal auswirken", ruft er über das Feld und schickt eine unmissverständliche Aufforderung hinterher: "Konzentriert euch!" Später, beim Gespräch im Mannschaftshotel, ist Zellhofer (im Bild als Beobachter ganz links) wieder ganz entspannt. Österreichischen Journalisten, die den FC Superfund in Jerez begleiten, gibt er ein 45minütiges Interview, mit seinem Trainerteam und Generalmanager Tommy Parits besprach er bei einem Stück Schokoladentorte die Aufstellung und Taktik für das Testspiel gegen die Südkoreaner, das am Abend stattfindet. Die Sprache kam dabei auch gleich auf das neue Defensivsystem, das am Vormittag unter seinen lautstarken Kommandos abermals einstudiert wurde, gegen Busan I'Park (Anpfiff um 16:30 Uhr) soll das Gelernte in die Tat umgesetzt werden. Zellhofer erklärt die für die Austria-Verteidiger neue Variante: "Bislang haben wir bei Eckbällen und Standards gegen uns Mann gegen Mann gespielt, jetzt haben wir einen räumlichen Raster für die verteidigenden Spieler gemacht, an den sich jeder zu halten hat", so der Übungsleiter. Klingt etwas kompliziert, ist es aber in Wahrheit gar nicht. Und alles funktioniert so: Kommt ein hoher Ball in den Strafraum, gilt für unsere Verteidiger, dass sie sich erst am Ball orientieren müssen dann am Gegenspieler. Kommt der Ball also in den Raum, den beispielsweise Mario Tokic abzudecken hat, weiß jeder andere, dass er dort nichts verloren hat, sondern nur Tokic. Der Endzweck lautet aber immer gleich: Zweikampf suchen, Zweikampf gewinnen! "Wir sind so flexibler", sagt Zellhofer. "Es sollte nicht mehr vorkommen, dass wie bei Mann gegen Mann einer weggeblockt wird und der Gegenspieler frei zum Kopfball kommen kann." Angedacht ist auch, dass es eine "Mischlösung" geben kann. Das wiederum bedeutet, dass von den sieben verteidigenden Spielern, die wir bei Standards gegen uns hinten eingeteilt haben, nur fünf im Raum decken und zwei dennoch Mann gegen Mann spielen. "Das hängt von der Stärke des jeweiligen Gegners ab." Diese neue taktische Grundordnung hat Zellhofer auch schon in Pasching praktiziert. Mit Erfolg, wie wir am eigenen Leib oft verspürt haben. Bei ruhenden Bällen waren die Oberösterreicher immer eine Macht, jetzt haben wir den "Lehrer" dieses Systems zum Glück in den eigenen Reihen. Im Herbst hat es aus Standards ein paar Mal geklingelt, wer den eher defensiv denkenden Zellhofer kennt, weiß, wie sehr ihn dieser Makel fuchste. Auch offensiv plant der Coach taktische Änderungen, davon aber ein andermal. Neue Gesichter haben sich übrigens auch auf dem Trainingsplatz neben uns niedergelassen. Obwohl, so neu sind sie auch nicht. Seit gestern sind auch die Mattersburger in Marbella, sie sind aufgrund der Regenfälle ebenfalls geflüchtet. Ratajczyk & Co. waren in Huelva stationiert. So weit weg von daheim und trotzdem Platz an Platz mit einem anderen Bundesliga-Klub. Die Welt ist doch nur ein Dorf...

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 12 26
2. FC Red Bull Salzburg 11 24
3. SK Rapid Wien 11 19
4. FK Austria Wien 11 18
5. FC Flyeralarm Admira 11 17
6. LASK 11 13
7. CASHPOINT SCR Altach 11 13
8. RZ Pellets WAC 11 12
9. SV Mattersburg 12 8
10. SKN St. Pölten 11 2
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