23.04.2006, 00:00 Uhr

AM MITTWOCH WURDE MIT DER WAHL MARTIN PUCHERS ZUM NEUEN PRÄSIDENTEN...

Am Mittwoch wurde mit der Wahl Martin Puchers zum neuen Präsidenten...

Am Mittwoch wurde mit der Wahl Martin Puchers zum neuen Präsidenten der österreichischen Bundesliga die Weichen für den rotweißroten Fußball bis Dezember 2009 (Ende seiner Amtszeit) gestellt. Im Zuge der Entscheidung wurde Austria-Manager Markus Kraetschmer in den neuen Bundesliga-Aufsichtsrat aufgenommen. Diesem Gremium gehören neben Pucher und Kraetschmer auch Anton Hirschmann (DSV Leoben), Hubert Nagel (Austria-Lustenau-Präsident) und Gerhard Stocker (Wacker-Tirol-Obmann) an. www.fk-austria.at erklärte Markus Kraetschmer näheres zu seiner neuen Funktion: Herr Kraetschmer, Gratulation zur Wahl, haben sie diese Funktion auch selber angestrebt? Martin Pucher hat mich während der Vorbereitung auf seine Präsidentschaft gebeten, im Sinne der Bundesliga im Rahmen des Aufsichtsrates mitzuarbeiten. Dieser Bitte bin ich gerne nachgekommen, da er damit offensichtlich anerkennt, was ich in der Vergangenheit in zahlreichen Sitzungen bewiesen habe. Es ist absolut möglich, als Klub-Vertreter für seinen Verein zu kämpfen, dabei aber nicht den Blick über den Tellerrand zu verlieren. Interimistisch habe ich ja bereits meine neue Funktion wahrgenommen und freue mich nunmehr, bis zum Ende des Jahres 2009 für diese Funktion zur Verfügung zu stehen. Wie würden sie ihre Aufgaben definieren? Es ist wie die klassische Funktion des Aufsichtsrates in einer Aktiengesellschaft anzusehen. Wir kontrollieren die Strategie, der operative Tagesablauf erfolgt über den Bundesligavorstand Georg Pangl mit seinem Team. Wir stehen vor wichtigen Entscheidungen, da hoffe ich, dass ich mich im Sinne der Liga und der Austria einbringen kann. Wie wird sich der Aufsichtsrat organisieren? Quartalsweise wird es Sitzungen geben, im Anlassfall ist man aber natürlich flexibel. Wir achten im Hintergrund darauf, dass es zu keinen Abweichungen vom eingeschlagenen Weg kommt. Dazu gehören auch finanzielle und budgetäre Kontrollfunktionen. Die oft etwas unterschätzte und im Hintergrund stehende Marke Bundesliga wollen wir in den kommenden Jahren möglichst gut präsentieren. Die Öffentlichkeit betrachtet so genannte Doppelfunktionen oft sehr kritisch… Diese Diskussion wurde in den vergangenen Wochen sehr intensiv diskutiert und viele Argumente eingebracht. Man muss bedenken, dass Klub-Vertreter naturgemäß genauer über tägliche Abläufe in den Vereinen bescheid wissen, als externe Bundesligafunktionäre. Seitens der Liga werden Entscheidungen getroffen, ihre Umsetzung obliegt aber den Vereinen, die auch mit den Auswirkungen, ob positiv oder negativ, im Detail konfrontiert werden. Wenn man zum Beispiel über Fernsehrechte diskutiert, können aktive Vereinsvertreter viele praktische Erfahrungen in den Diskussionsprozess einbringen. Wer das Tagesgeschäft im Verein kennt, hat die gesamte Materie verinnerlicht. Es wurde immer wieder das Stichwort Unvereinbarkeit aufgeworfen... Um dem Vorwurf der Unvereinbarkeit entgegen zu wirken, genügt es auf die Funktionsweise des Aufsichtsrates hinzuweisen. Wir erarbeiten und kontrollieren die Rahmenbedingungen und Gesamtstrategien der gesamten Liga. Tagesaktuelle Entscheidungen wie Sperren oder etwaige Streitigkeiten zwischen Klubs erledigen die unabhängige Senate beziehungsweise die Geschäftsstelle der Liga. Welche Rahmenbedingungen könnten das sein? Präsident Pucher hat in der gestrigen Antrittspressekonferenz deutlich gesagt, dass er für Kontinuität steht, er den eingeschlagenen Weg fortsetzen möchte. Mit anderen Worten: Der österreichische Fußball, beziehungsweise der Einsatz heimischer Spieler, soll weiter gefördert werden. Durch die Teilwidmung der TV-Gelder für den so genannten Österreicher-Topf ist dies bereits in der Vergangenheit geschehen. An Strukturen wie diesen arbeiten wir, dabei ist auch das Zusammenspiel zwischen ÖFB und Bundesliga sehr wichtig, beispielsweise in den diversen Regulativen. Mit dem Wahlergebnis an sich sind Sie auch zufrieden? Vorweg: wenn jemand ein persönliches Problem mit der Austria, mit meiner Person, mit der Person Martin Puchers hat, muss man das akzeptieren. Wichtig ist, dass mit einer sehr deutlichen Mehrheit die präsentierten Vorschläge angenommen wurden und jetzt, wie es für einen demokratischen Prozess unumgänglich ist, auch die gemeinsame Umsetzung erfolgt. Unser Stadtrivale hat im Vorfeld gegen sehr vieles opponiert, aber das Abstimmungsergebnis anerkannt und versprochen, es mit zu tragen. Ich hoffe, dass es kein Lippenbekenntnis war und wir Präsident Edlinger an diesem Versprechen messen können. Zuletzt gab es ja zu vielen Themen verschiedenste Spekulationen... Klar, es war fast eine klassische Wahlkampfzeit, wie immer gibt es da auch einen gewissen Stillstand. Jetzt wurde eine Entscheidung getroffen und wir machen uns an die Arbeit. Der aktuelle TV-Vertrag läuft im Juni 2007 aus, dieses Thema werden wir jetzt rasch und offensiv bearbeiten. Es geht aber hier nicht nur um TV-Sender und Übertragungsrechte. Tendenzen wie zum Beispiel mobiles Fernsehen auf Handys, neue UMTS- und Internet-Entwicklungen gilt es zu erkennen und vorausschauend, vernünftig, im Sinne der Bundesliga und der Vereine in diesen Verhandlungen zu berücksichtigen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 36 81
2. FK Austria Wien 36 63
3. SK Puntigamer Sturm Graz 36 60
4. CASHPOINT SCR Altach 36 53
5. SK Rapid Wien 36 46
6. FC Flyeralarm Admira 36 46
7. SV Mattersburg 36 43
8. RZ Pellets WAC 36 42
9. SKN St. Pölten 36 37
10. SV Guntamatic Ried 36 35
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