17.11.2006, 00:00 Uhr

"GENERAL" THOMAS PARITS KÖNNTE DERZEIT LOCKER MIT DREI...

"General" Thomas Parits könnte derzeit locker mit drei...

"General" Thomas Parits könnte derzeit locker mit drei Handys gleichzeitig telefonieren und das zwölf Stunden am Tag. Sämtliche Spielermanager wollen ihre Klienten an den Mann bringen, die Wiener Austria ist nach wie vor eine der besten Adressen im Land. Aber sie steht am Scheideweg. Nächsten Dienstag ist am Abend die Generalversammlung im Wiener Rathauskeller, dort geht es um die Zukunft des Klubs. Die Wandlung von Vereinen zu Wirtschaftsunternehmen schreitet immer weiter voran, eine Umwandlung in eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft ist nahezu unaufhaltsam. Auch die Austria will den geänderten Anforderungen Rechnung tragen. In Europa haben diesen Schritt bereits viele Vereine vollzogen, bei der Generalversammlung soll die Austria von den ordentlichen Mitgliedern auch das Mandat bekommen, das es ermöglicht, den eingeschlagenen Weg zur Ausgliederung des Vereins in eine AG oder GmbH im Frühjahr weiter zu verfolgen.  Doch warum soll dieser Schritt vollzogen werden? Und was bedeutet die Umstrukturierung für den Klub? Fragen, die General Manager Thomas Parits zuletzt in vielen Gesprächen oft beantworten musste. "Durch das ständige Wachsen des Profifußballs wird es immer wichtiger, professionelle Strukturen einzuführen", versucht er die Neuorientierung zu erklären. Verfahrenstechnisch muss zunächst die Generalversammlung des Vereins die Vereinssatzung entsprechend öffnen und das noch zu wählende Präsidium mit der Vorbereitung der Ausgliederung beauftragen. "Bei unseren ordentlichen Mitgliedern liegt jetzt eine enorme Verantwortung", so Parits, der in den letzten Wochen selber sehr viel über dieses heikle Thema diskutiert hat. "Dieser Dienstag wird zukunftsbestimmend für die Austria. Aus meiner Sicht ist diese Strukturreform unumgänglich, wir müssen uns den Gegebenheiten des modernen Profigeschäfts anpassen." Das scheint einleuchtend, denn in Europa sind mittlerweile viele Klubs den Weg in eine Kapitalgesellschaft gegangen. Ebenso namhafte wie Bayern München, Juventus, Galatasaray, nahezu alle Engländer oder auch kleinere wie Bröndby oder FC Kopenhagen. Parits: "Bei den Umsatzvolumina, die Vereine heutzutage machen, ist es einfach nicht mehr zeitgemäß als eingetragener Verein zu agieren. Ich habe auch viel mit Alt-Austrianern und früheren Spielern von mir darüber gesprochen. Sie begrüßen unseren Kurs ebenfalls." Auch von MAGNA gibt es bereits ganz klare Signale, dass der Konzern als Großsponsor bleibt, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. "Ich hatte mit Vorstandschef Sigi Wolf zuletzt eine sehr angeregte Unterhaltung, in der er mir versichert hat, dass MAGNA weitermachen wird. Allerdings sind daran klare Bedingungen geknüpft, diese wurden in oftmaligen Gesprächen mit Bürgermeister Dr. Häupl definiert. Wir haben sehr positive Rückmeldungen aus dieser Richtung", erklärt der Generalmanager, der mit Sigi Wolf auch gleich das Thema "Peter Svetits" auf den Tisch brachte. Was ist da der Stand der Dinge? "Peter Svetits bekommt einen Consulter-Vertrag für die Akademie in Hollabrunn, die ein eigener Verein ist und durch die SMI betrieben wird. Seine ausschließliche Aufgabe wird es sein, eine Analyse in der FSA durchzuführen und dort Optimierungsvorschläge zu machen. Ziel ist es, den schon eingeschlagenen Weg mit immer mehr Qualität zu verfolgen. Mit der Profiabteilung wird er definitiv gar nichts zu tun haben." Wenn die Generalversammlung den Weg zur Umwandlung genehmigt, wird das Projekt "AG" das Frühjahr prägen, aber Parits hat auch das Sportliche im Hinterkopf. "Der Klassenerhalt in der T Mobile- und Red-Zac-Liga sind enorm wichtig, sonst macht ohnehin alles keinen Sinn. Ich bin ständig in Kontakt mit Frank Stronach, der auch alles daran setzt, dass wir unsere Ziele schaffen. Es hat mir imponiert, wie er aus eigenen Stücken auf die Herbstsaison reagiert und es auch eingesehen hat, dass der Schnitt im Sommer im Kader zu radikal war. Wir haben ein Pouvoir bekommen, mit dem es möglich ist, die Austria nachhaltig zu verstärken."     Erste Ausprägungen kennen wir ja bereits: Gercaliu, Standfest, Sverkos, "Magic" Aigner sowie einige Vertragsverlängerungen bei den Amateuren. Und das war mit Sicherheit noch nicht alles in dieser Transferperiode!  

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 34 75
2. FK Austria Wien 34 60
3. SK Puntigamer Sturm Graz 34 57
4. CASHPOINT SCR Altach 34 53
5. FC Flyeralarm Admira 34 46
6. SK Rapid Wien 34 40
7. SV Mattersburg 34 40
8. RZ Pellets WAC 34 38
9. SKN St. Pölten 34 36
10. SV Guntamatic Ried 34 32
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