18.10.2006, 00:00 Uhr

„ICH BIN EIN FAN VON SPORTING, NICHT VON BENFICA, MIT MIR KÖNNT...

„Ich bin ein Fan von Sporting, nicht von Benfica, mit mir könnt...

„Ich bin ein Fan von Sporting, nicht von Benfica, mit mir könnt ihr über alles offen reden“, sagte unser Chauffeur, der einen Teil der Austria-Delegation nach der Landung in Lissabon vom Flughafen in das Hotel Marriott kutschierte. Dort wohnen die VIPs, die Presse und das Management, die Mannschaft logiert abgeschieden im Le Meridien. Mit der eingangs erwähnten Begrüßung hat der Fahrer gleich alles klargestellt: In Lissabon ist Fußball eine eigene Religion, in Portugal zählt eigentlich nichts anderes außer das runde Leder. Um in die Gruppenphase der Champions League aufzusteigen, wird eine Meisterleistung gegen Benfica am Dienstag notwendig sein, nach dem Hinspiel und dem 1:1 sind die Chancen intakt. Von den Temperaturen her müssen wir uns gleich wieder umstellen. Nach dem dreieinhalb Stunden Flug empfingen uns knapp 30 Grad, das Spiel wird also nicht nur wegen der Brisanz ein heißer Tanz. Allerdings werden wir uns dafür extrem steigern müssen. Denn das samstägige 0:1 in Graz sitzt noch allen in den Knochen, Stürmer Roman Wallner drückte es treffend aus: „Diese Niederlage ist sehr bitter, mehr gibt es nicht zu sagen.“ Gibt es freilich doch, den Kopf in den Sand stecken ist jetzt nämlich nicht angesagt. „Es kann nur besser werden“, war ihm dann doch noch etwas zu entlocken, und „wird müssen das rasch vergessen, haben in Lissabon eine andere Ausgangsposition, sind nicht der Favorit, vielleicht liegt uns das mehr“, kommt schließlich auch noch aus seinem Munde. Dass nun ein Kraftakt notwendig ist, um den Riesen Benfica zu erlegen, ist jedem bewusst. Aber wie soll der gelingen? „Wir müssen über Arbeit und Kampf aus unserer Situation rauskommen“, fordert Trainer Frenkie Schinkels, „der eine oder andere braucht einen Befreiungsschlag, wir sind zu verkrampft.“ Sportdirektor Peter Stöger stößt in dasselbe Horn: „Gegen Benfica brauchen wir ganz sicher keine Angst zu haben, aber wir müssen uns natürlich ganz anders präsentieren als gegen Sturm. Wir sind die Austria und haben einen anderen Anspruch als so eine Leistung wie am Samstag.“ Öffentlich nimmt er noch alle in Schutz, personelle Konsequenzen wird es so bald keine geben. „Wir werden unsere Probleme intern lösen. Warten wir einmal das Spiel gegen Benfica und dann am Sonntag gegen Ried ab. Dann sind zwei Wochen Pause, in der wir in Klausur gehen und alles besprechen werden. Egal, wie die Spiele bis dahin ausgehen.“ Die Euphorie nach dem Doublegewinn ist verflogen, Bilder von der Meisterfeier, bei der der Champagner in Massen verspritzt wurde, haben jenen mit hängenden Köpfen weichen müssen. Aber es ist schon mal ein gutes Zeichen, dass niemand die Ner-ven wegschmeißt. Was noch fehlt, ist der grenzenlose Optimismus. Vielleicht kommt der aber mit jeder Minute zurück, in der wir am Dienstag vor 50.000 Zuschauern im Estadio da Luz dagegenhalten, dann würde auch das Selbstbewusstsein wachsen, wäre eine Sensation möglich.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. SK Puntigamer Sturm Graz 19 44
2. FC Red Bull Salzburg 20 43
3. SK Rapid Wien 20 34
4. FC Flyeralarm Admira 20 31
5. LASK 20 27
6. CASHPOINT SCR Altach 20 25
7. FK Austria Wien 19 23
8. SV Mattersburg 20 21
9. RZ Pellets WAC 20 16
10. SKN St. Pölten 20 7
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