26.09.2005, 00:00 Uhr

SCHINKELS KNALLHART: OHNE FEUER KEIN FEUERWERK

Schinkels knallhart: Ohne Feuer kein Feuerwerk

Viking Stavanger hat ebenso die Generalprobe für das UEFA-Cup-Rückspiel am Donnerstag in Wien (20:45 Uhr) verpatzt wie die Violetten. Die Norweger unterlagen Hamarkameratene mit 1:3, hatten sechs, sieben gute Chancen, aber die Chancenauswertung ließ zu wünschen übrig. Besonders bitter: Für Hamarkameratene war es der erste Auswärtssieg seit einem Jahr. Die Aufstellung, mit der es Trainer Roy Hodgson probierte, war ident mit jener gegen uns in Stavanger. Dass wir uns gegen Viking nicht verstecken müssen, war bereits vor dem 0:1 im Hinspiel klar, aber auch bei uns muss sich einiges schleunigst ändern.Die heißen Fragen vor dem Duell um den Aufstieg in die Gruppenphase des UEFA-Cups:Warum haben wir zwei Gesichter? Auswärts zuletzt dreimal 0:1, daheim fünf Siege bei einer Niederlage.An mangelnden Offensivkräften kann es nicht liegen. Selbst in Graz waren mit Ceh, Rushfeldt und Linz drei an vordester Front. Wenn man die Chancen aber nicht nützt, kann es auch nichts werden. Trainer Frenkie Schinkels: "Wir müssen zwingender werden. Wir stehen defensiv gut, haben aber immer einen Ausrutscher und können nach vorne nicht mit dem nötigen Nachdruck spielen."Passiert das auch am Donnerstag, ist das internationale Geschäft passe. Wie steuert man dagegen?"Der Wunsch eines jeden Trainers ist es, auf Angriff aus einer abgesicherten Verteidigung zu spielen", sagt Schinkels, der deswegen vollste Konzentration fordert. "Stavanger wird viel über Konter spielen und aus Standards versuchen ein Tor zu erzielen. Wir müssen zumindest ein Tor machen, sonst sind wir weg. Jeder muss bis an seine Grenzen gehen, dann wird es klappen."Als Außenstehender hat man den Eindruck, dass die Mannschaft noch instabil ist?Diese Feststellung unterstreicht Schinkels: "Uns fehlt ein Führer wie es Roman Mählich bei den Amateuren ist. Deshalb müssen wir noch tüchtiger sein, die Spieler müssen ihre Eigeninteressen hinten anstellen. Jetzt geht es um den Verein. Wenn es dem Klub gut geht, geht es uns allen gut, dann stehen wir auch alle in der Auslage." Ärmel hoch krempeln, Herz zeigen und um jeden Ball kämpfen, heißt es also!Wie geht man intern mit der Kritik von Boss Frank Stronach um?(Noch) gelassen, aber keineswegs lässig. "Er ist unser Chef. Nach den letzten Ergebnissen hat er allen Grund etwas von uns zu fordern. Die Spieler können ihm zeigen, dass sie bei Austria spielen möchten. Das haben wir ihnen auch deutlich gesagt. Sie müssen selber ein Feuer entwicklen, erst dann kommt ein richtiges Feuerwerk in der Mannschaft zustande. Wir sehen, dass sie sich bemühen, aber das ist zu wenig, sie müssen 90 Minuten alles für den Erfolg machen, damit wir auch in Zukunft nicht mehr von Schiri-Entscheidungen abhängig sind." Austria ist immer der erste Titelfavorit, hat von den Namen her immer eine tolle Mannschaft, scheitert aber oft nur an sich. Fordert die Öffentlichkeit, von der wir oft kritisiert werden, zuviel?Schinkels: "Wir stellen uns selber den Anspruch Meister werden zu wollen. Aber einen Durchmarsch kann man in dieser Liga nicht verlangen. Auch Rapid hat 47 Tage nicht gewonnen, der GAK in fünf Spielen nur ein Tor geschossen, Salzburg war bis vor kurzem nur Vorletzter. Man darf nicht immer nur uns sehen, aber wir werden eben am liebsten betoniert..." Das Positive ist, dass intern dennoch Ruhe herrscht?"Ja, da sind wir selbstkritisch genug und sprechen Fehler knallhart an. Dennoch bleibe ich dabei: Einige der letzten Referee-Entscheidungen sind nicht für die Austria gepfiffen worden. Aus einer verzwickten Lage könnte ein Elfmeter schon mal helfen, damit man nicht immer dem Erfolg nachlaufen muss. Ich betone es aber noch einmal: Wir müssen das Glück auch erzwingen und mehr Herz und Leidenschaft als üblich geben, um Erfolge feiern zu können."