17.10.2005, 00:00 Uhr

ÖSTERREICHER BEI DER AUSTRIA IN RIED IM VORMARSCH

Österreicher bei der Austria in Ried im Vormarsch

Peter Stöger sieht das 0:0 in Ried positiv: "Jetzt beginnen unsere Vorstellungen endlich zu greifen. Wir haben mit 3-5-2 begonnen und mussten wegen Umstellungen kurzfristig auf 4-4-1-1 gehen. Das hat sehr gut funktioniert und zeigt, dass die Mannschaft unsere Vorgaben auch schnell umsetzen kann. Ich bin zufrieden mit dem Punkt, denn erstmals haben wir gemerkt, dass die schweren WM-Qualifikationsspiele nicht spurlos an den Spielern vorüber gegangen sind."Leider auch etwas nachhaltig. Mario Tokic, der ebenfalls zehn Tage mit den Kroaten unterwegs war, hat eine Muskelverletzung im Oberschenkel, ist für das Derby am Samstag sehr fraglich. "Toka" ist gemeinsam mit Dospel, Rushfeldt, Blanchard, Sebo und Sionko einer von wenigen, die bislang von 14 Spielen 13 bestritten haben. Das unterstreicht seine Wichtigkeit für die Mannschaft. Stöger: "Fällt er uns aus, haben wir hinten nach zwar einige junge Spieler, in einem Derby ist alles aber auch immer eine Frage der Nerven. Wir sind sehr froh, dass wir unsere Amateure in die Red-Zac-Liga gebracht haben, denn für ihre eigene Standortbestimmung ist das um vieles besser als in der Regionalliga zu spielen." Möglich, dass auch Fernando Troyansky bis zum Rapid-Match wieder fit wird, er wäre ein wichtiger Kopfballspieler in der Verteidigung.Sehr positiv ist auch, dass wir in Ried gleich 9 Österreicher im 18-Mann-Kader gehabt haben, zweitweise haben sechs auf einmal gespielt. Der Sportchef betont aber: "Dieser Trend geht nur dann so weiter, wenn die Entwicklung der Spieler so verläuft. Bei uns wird auch künftig keiner spielen, nur weil er Österreicher oder eine Junger ist. Von Frank Stronach hat es auch noch nie die Vorgabe gegeben, dass nur Österreicher spielen müssen." Freilich sei es der Wunsch von vielen, dass Austria nur noch mit Spielern aus der Akademie oder von den Amateuren in der Bundesliga auf den Platz läuft. "Aber da muss die Leistung unter der Woche im Training zu hundert Prozent passen, sonst tun wir niemandem einen Gefallen", sagt Stöger.Von der Belastung her wird es jetzt wieder etwas einfacher für uns. Die WM-Wochen sind vorbei, jetzt gibt es für uns nur noch Meisterschaft. Stöger: "Ich muss dennoch schmunzeln, wenn Ried-Coach Hochhauser nach dem Spiel gesagt hat, dass die Abstimmung nicht so gepasst hat, weil Sanel Kuljic zehn Tage beim Nationalteam war. Wenn er das extra erwähnt, dass einer seiner Spieler gefehlt hat, kann man sich vorstellen, wie das bei uns war. Uns haben 11 Nationalteamspieler gefehlt. Klar sind wir Austria und die anderen Ried, aber die psychologische Anspannung war diesmal beträchtlich. Die Jungs waren in den letzten zwei Wochen fast nicht daheim, dann geht es schon wieder weg, das zerrt an einem."Positiv war für ihn auch Nastja Ceh. Der Slowene kommt in Fahrt, spielt geniale Pässe, ist endlich fast dort, wo ihn das Trainerteam gerne sehen möchte. Und Roland Linz war ebenfalls sehr engagiert, ihm fehlte nur das Glück im Abschluß. Ebenso Sigurd Rushfeldt, der mit einer Kopfverletzung aus Norwegen zurückkehrte, erst am Sonntag die Klammern (erlitt ein Cut) vom Hinterkopf herausbekommen hatte. Deswegen blieb er auch zur Pause in der Kabine, er fühlte sich noch nicht voll fit.