05.10.2005, 00:00 Uhr

MARKUS KRAETSCHMER IM AUSFÜHRLICHEN INTERVIEW ? TEIL I

Markus Kraetschmer im ausführlichen Interview ? Teil I

Die zahlreichen Teamspieler stimmen sich bei ihren nationalen Auswahlen auf die kommenden Länderspiele ein, die Verletzten arbeiten intensiv am Comeback und alle Anderen trainieren gemeinsam mit den "Amas". So wird bei den Violetten die derzeitige Pflichtspiel-Pause von jedem einzelnen ideal genützt. www.fk-austria.at hatte die Möglichkeit mit Manager Markus Kraetschmer ein längeres Interview zu führen. Im ersten Teil nimmt er zu den Entwicklungen in der laufenden Saison Stellung, im Zweiten verrät er alles über seinen Zugang zu den violetten Amateuren, Spielerbeobachter vom AC Milan und den Dauerbrenner Stadionbau. (http://www.fk-austria.at/tbl.action?story=9426&dir=9)Teil I:Herr Kraetschmer, wie zufrieden sind sie mit dem bisherigen Saisonverlauf, bis hin zum status quo?Erfreulich ist, dass wir für unser Ziel, um die Meisterschaft mitzuspielen, derzeit mit der Tabellenführung auf einem guten Weg sind. Besonders freut mich auch die Tabellenführung unserer Nachwuchsspieler, der Austria Amateure. Die Akademie ist ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs. Wir hatten einen sehr guten Start und sind international gesehen, in der Qualifikationsrunde gegen Zilina, mit etwas ?Bauchweh?, Sieger geblieben. Leider kam es dann, unter anderem aufgrund einer Kombination aus Verletzungssorgen und teilweise unglücklichem Spielverlauf, zu Leistungen, die uns alle nicht zufrieden stellen konnten. Ich gebe nur zu bedenken, dass beispielsweise beim Auswärtsspiel in Stavanger, aufgrund des verletzungsbedingten Austauschs von Roland Linz, unser erfolgreiches Sturm-Duo völlig außer Gefecht gesetzt war. In solchen Momenten, waren wir nicht unbedingt vom Glück begünstigt. Nach der Niederlage beim GAK, haben wir uns dann zusammengesetzt und sehr intensiv analysiert. Wir waren uns aber einig, dass es keinen Sinn hat zu raunzen, bzw. sich nur auf Pech auszureden, sondern alles daran zu setzen, eine Trendumkehr zum Positiven einzuleiten.Ist diese ihrer Ansicht nach gelungen?Trotz des unglücklichen Ausscheidens bleibt das Heimspiel gegen Stavanger als diese Trendwende bestehen. Es war noch nicht alles so wie es sein soll, wir sind ja letztendlich auch ausgeschieden und können damit das erklärte Ziel UEFA-Cup Gruppenphase nicht mehr erreichen. Nunmehr muss unsere gesamte Konzentration mehr denn je der Meisterschaft gelten. Wir wollen dabei jedoch unseren Weg der Integration der jungen Spieler kontinuierlich fortsetzen. Dies deshalb, weil es unsere interne Überzeugung ist, unsere jungen Spieler über den Stufenweg Akademie - Red-Zac-Liga - Bundesliga einzubauen und nicht, wie in letzter Zeit so oft interpretiert wurde, weil Frank Stronach dies fordert. Das Spiel gegen Mattersburg war auch deshalb so erfreulich, weil wir die Trendwende ebenso mit einer guten Leistung fortgesetzt haben. Jetzt gilt es, mit überzeugenden Leistungen in den restlichen Meisterschaftsspielen, bis zur Winterpause eine aussichtsreiche Ausgangsposition für die Meisterschaftsphase im Frühjahr zu schaffen.Wie ist die allgemeine Stimmung im Verein?Natürlich waren wir alle maßlos enttäuscht, weil wir unser Ziel, die Qualifikation für die Uefa-Cup-Gruppenphase verpasst haben. Wichtig war, insbesondere für Sportchef Peter Stöger und mich, zu erkennen, dass natürlich alle enttäuscht waren und sind, die Stimmung innerhalb der Mannschaft, aber auch das Zusammenspiel zwischen Spielern, Trainern, Management, sowie dem gesamten Büro-Team, sehr sehr positiv ist. Auch die Gespräche mit Frank Stronach gingen in diese Richtung. Wichtig war und ist ihm, dass alle Beteiligten versuchen, mit hundertprozentigem Einsatz an die Sache heranzugehen und jeder in seinem Bereich versucht, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Dann können auch Fehler passieren, tunlichst jedoch nur einmal. Entscheidend ist die Gesamtentwicklung. Für uns sind diese internen Gespräche maßgeblich, die teilweise negative Stimmungsmache von außen darf uns nicht auseinanderdividieren. Hier sind insbesondere Peter Stöger und ich gefordert.Beim Spiel gegen Mattersburg hat vor allem das Zusammenspiel zwischen Nastja Ceh und Christian Schragner viele Fans erfreut, symbolisiert dieses Miteinander von jung und erfahren, auch die Zukunft der Austria?Das ist sicherlich ein Ziel, wesentlich ist aber auch hier die Entwicklung, bei der man den Zeitfaktor nicht unterschätzen darf. Das positive Spiel des Christian Schragner hat mich sehr gefreut, aber man darf nicht vergessen, dass das einer seiner ersten Einsätze war, er sich jetzt weiterentwickeln und am Boden bleiben muss. Joachim Parapatits und er sind aber auch das Signal an alle Spieler der Amateurmannschaft, dass der Weg in die Kampfmannschaft über gute Leistungen möglich und realistisch ist. Unsere Aufgabe ist es, diese Spieler langsam heranzuführen. Es muss im Team eine gute Mischung vorhanden sein, denn was passieren kann, wenn zu viele junge Spieler auf Schlüsselpositionen spielen, hat man beim Testspiel gegen Stuttgart gesehen. Es bringt keinem etwas, wenn man nur junge Burschen aufs Feld schickt und sie nach 90 Minuten mit einer hohen Niederlage und hängenden Köpfen als großer Verlierer da stehen.Was bedeutet die Tendenz auf den Nachwuchs zu setzen für die anstehenden Vertragsverhandlungen?Wir haben eine klare Linie, im Sommer haben wir einen Kader für die Bundesliga zusammengestellt, der um die Meisterschaft spielen soll. Sowie einen Zweiten, für die Red-Zac-Liga, der dort ohne Probleme den Klassenerhalt sichern soll. Jetzt läuft die Herbstsaison, wir absolvieren unsere restlichen Spiele und haben dann, zur Winterpause, 22 Liga-Runden und heuer leider nur 4 Europacup-Spiele hinter uns gebracht. Im Anschluss werden wir uns zusammensetzen und sehr detailliert analysieren, wie sich die einzelnen Spieler entwickelt haben. Danach werden wir unser weiteres Programm festlegen. Wo suchen wir nach Alternativen, welche Optionen wollen wir ziehen, welchen Spielern wollen wir Vertragsverlängerungen anbieten, et cetera. Selbstverständlich werden wir auch den Einbau junger Spieler weiter forcieren, sie müssen, jedoch Qualität beweisen und ihre Chancen, die sie bekommen, nützen. International sind wir leider nicht mehr dabei, was bedeutet das für den Verein, was bedeutet es für den Manager Markus Kraetschmer?Es fehlt uns im Budget ein Netto-Deckungsbeitrag, aus der Gruppenphase des UEFA-Cups, von etwa 400.000 Euro. Dem Club entgehen Einnahmen aus Ticketverkäufen, TV-Verträgen, Merchandising und Bandenwebung. Natürlich fallen auch kalkulierte Veranstaltungs- und Reisespesen, sowie diverse Prämienzahlungen weg. Die Situation ist keine einfache, auch wir haben unsere Budgets einzuhalten, aber wir haben vorgesorgt, dass jetzt nicht alles zusammenbricht. Meine Aufgabe ist es nun im Detail zu analysieren, wie wir unsere Finanzen umschichten können. Beispielsweise könnten das Trainingslagerkosten, interne Kostenstrukturen, oder geplante Werbeauftritte und Kampagnen, die zurückgestellt werden müssen, sein. Diesen Prozess kennt aber jeder Verein und da bin ich jetzt eben auch persönlich gefordert. Es bleiben jedoch noch neun Monate der Saison Zeit, um diese Kurskorrekturen umzusetzen. Trotzdem halte ich noch einmal ausdrücklich fest, oberstes Ziel bleibt, die Qualität des Kaders zu erhalten. Notverkäufe wird es nicht geben! In der kommenden Saison stellt Österreich zwei Vertreter in der Champions-League-Qualifikation. Wie budgetiert man für diese Situation?Da muss man differenzieren. International haben wir zwar heuer die Punkte, die wir uns vorgenommen haben nicht erreicht, in der vergangenen Saison aber für unser Ranking vorgebaut. Im März 2006 haben wir im Zuge der Lizenzierung unser Budget für die Saison 2006/2007 vorzulegen. Da wissen wir dann auch, wo wir stehen und welches Szenario für uns realistisch ist. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass man vernünftigerweise, auch bei einer möglichen Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation, nur mit dem Erreichen der UEFA-Cup-Gruppenphase kalkulieren sollte. Wenn wir unser Traum-Ziel mit der Teilnahme an der Champions-League im August 2006 realisieren können, haben wir dann eben entsprechende Zusatzeinnahmen.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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