21.04.2005, 00:00 Uhr

KEINE ABWANDERUNGSGEDANKEN BEI RUSHFELDT

Keine Abwanderungsgedanken bei Rushfeldt

Sigurd Rushfeldt ist einer der gutmütigsten Menschen auf Gottes Erden. Aber wenn er einmal böse wird, dann sollte man lieber in Deckung gehen. Dieser Tage war einer dieser seltenen Momente, an dem der Norweger eher an einen Vulkan erinnerte als an ein frommes Lamm. Der Grund: Falschmeldungen über Abwanderungsgedanken. Die Macht der Medien wurde dabei wieder einmal ganz deutlich. Wenn irgendwo geschrieben wird, dass ein Spieler den Klub verlassen möchte, hupfen andere gleich nach. Ohne zu recherieren, denn Rushfeldt hat niemand angerufen und nachgefragt, ob es stimmt, dass er die Austria verlassen möchte. "Ein kompletter Blödsinn. Ich fühle mich bei der Austria sehr, sehr wohl und will unbedingt noch eine lange Zeit in Wien bleiben." Vertrag hat er noch bis Sommer 2006, aber auch dann soll in Wien noch nicht Schluß sein. "Wenn man mit mir weiterhin plant, würde ich auf alle Fälle verlängern. Ich liebe diesen Klub, dieses Land und die Fans, die hinter uns stehen. Ich bin jetzt seit vier Jahren hier und genieße es sehr." Vor allem sagt der 32jährige, dass er noch gerne vier, fünf Jahre auf höchstem Niveau spielen möchte, vom Körper her sollte dies für den Modellathleten auch gar kein Problem sein. Erst dann will er zurück nach Norwegen und "vielleicht die Karriere bei Tromsö, meinem Stammverein, beenden. Vielleicht hat man mich falsch interpretiert und gemeint, dass ich jetzt schon nach Hause möchte." Okay, abgehakt, jetzt zählt die nahe Zukunft mit den Violetten. Zum einen der Meistertitel ("Wir haben sehr gute Chancen"), zum anderen das mögliche Double ("Das wäre sicherlich ein Highlight") und natürlich hat er auch den Titel des Schützenkönigs noch nicht abgeschrieben. Zurzeit führt sein ehemaliger Sturmpartner bei den Violetten, Christian Mayrleb, mit 21 Treffern, Sigi hat 17 Tore, aber ein Spiel weniger als "Moarlie" bestritten. Gerade in den letzten Wochen kam aber an den Austria-Stürmern leise Kritik auf, dass sie zuviele Chancen vernebeln. Auch Rushfeldt kann sich da nicht ausklammern und tut es auch nicht. "Man spürt den Druck, der auf einem lastet, aber wir haben sehr viele Matches zuletzt bestritten, ich war vielleicht auch nicht ganz frisch." Beim Cup-Achtelfinale in Graz hat er pausiert und diese Regeneration habe ihm gut getan. "Schon in Salzburg werde ich wieder voll angreifen."