08.08.2005, 00:00 Uhr

HAPPY BIRTHDAY: 50 JAHRE "SCHNECKERL"

Happy Birthday: 50 Jahre "Schneckerl"

Zu diesem Anlass stellt sich ein großes Problem: Wie und vor allem was schreibt man zu einem Thema, mit dem man ein halbes Buch füllen könnte? Heute, am 8.August, ist Herbert Prohaska ein halbes Jahrhundert jung. Eine Zeit, in der der-ÖFB Spieler des Jahrhunderts, den österreichischen Fußball und vor allem die Austria geprägt hat. Ein Drittel seines Lebens verbrachte ?Schneckerl? bei seinem Klub. Ob sich dieser Schnitt weiterhin aufrecht erhalten lässt? ?Im Moment sieht es wohl nicht danach aus. Aber meine Zukunft zu planen habe ich spätestens seit 1983 aufgehört?, lacht Prohaska. 1983 wurde Prohaska viel umjubelt mit dem AS Roma zum ersten Mal seit 41 Jahren Meister, blieb aber doch nicht bei den Römern, weil die sich kurz vor Transferschluss doch noch mit Falcao, der den Klub verlassen wollte, einig wurden. Da die Italiener bereits Cerezo als seinen Ersatz geholt hatten, war Prohaska plötzlich der dritte Ausländer. Austrias Klubchef Joschi Walter schaltete damals am schnellsten und lotste den Lieblingsspieler der Roma-Präsidenten-Gattin unter deren Tränen zurück nach Wien.Auch wenn das Auslandsengagement von Prohaska nur drei Jahre dauerte, waren selbst diese von Erfolgen gesäumt. Bei Inter belagerten aufgebrachte Tifosi nach dem Pokalsieg 1982 die Geschäftsstelle, als sie erfuhren, dass ?Heriberto? zur Roma wechseln soll. In Rom dagegen machen die Leute noch heute einen Diener, wenn ihnen der O-beinige Wiener entgegenkommt. Inter gewann den Pokal nach dem Sieg mit Prohaska im Jahr 1982 erst heuer wieder. Auch Roma musste 19 Jahre warten bis der nächste ?Scudetto? in der ewigen Stadt landete. Wenn sich Herbert Prohaska heute erinnert, dann waren die Jahre in Italien sicher ein Highlight seiner Karriere. Seine bleibende Erinnerung schlechthin verbindet er aber mit der Austria: ?Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber es war der Moment, als ich zum ersten Mal das violette Trikot übergestreift habe. Ich wollte es in dem Moment am liebsten nie mehr ausziehen. Sicher war es auch schön, zu Inter zu gehen, schließlich war Inter in meiner Jugend d i e Mannschaft in Europa. Aber das Gefühl zum ersten Mal in den Austria-Dress zu schlüpfen, ohne Sponsor, denn damals war das Bierkrügerl eben wieder unten, das war so, als hätte mir jemand das goldene Vlies gegeben!? Damals war Herbert Prohaska gerade 17 Jahre alt. Den Beobachtern fiel der Bursche aus der Hasenleitensiedlung mit den Wuschelkopf bei Ostbahn XI nicht nur wegen seiner Frisur auf. Vier Angebote hatte der junge Jahrhundert-Fußballer vorliegen. Austria, Rapid, Salzburg und Wacker Innsbruck. ?Die Austria ist es geworden, weil sie sich am meisten bemüht hat und es war die richtigste Entscheidung!? Besonders herausstreichen will ?Schneckerl? keines seiner Jahre bei der Austria. ?Jedes Jahr war wunderschön.? Er habe immer das Glück gehabt tolle Mitspieler neben sich gehabt zu haben. Das hätte es auch einfacher gemacht, übt sich der Meister im Understatement. Obwohl er mit der Austria auch als Trainer ? immerhin hat seit seinem Ausscheiden 1992 nicht einmal er selbst seinen Rekord von knapp 3 Jahren auf der Austria Bank gebrochen ? auch zwei Meisterschaften und zwei Cupsiege holte, bleibt ihm auch hier der erste Sieg im Pokal der liebste. 1990 schießt Andi Ogris in der Nachspielzeit des Cupfinales die Elf von Jung-Coach Prohaska gegen die Mannschaft von Jung-Trainer Krankl in die Verlängerung. ?Hans Krankl hatte bei Rapid schon alle Stürmer ausgetauscht?, lacht Herbert heute. In der Verlängerung gelingt einem gewissen Peter Stöger bei seinem Comeback der entscheidende Treffer zum 2-1...4 Titel als Trainer (2x Meister/91,92, 2x Cup/90/92) und als 11 als Spieler (7x Meister/76,78,79,80,84,85,86, 4x Cup 74,77,80,86) holte "Mr. Austria" mit seinen Violetten. Mit Inter wird er 1982 italienischer Pokalsieger, 1983 mit Rom Meister. Mit dem Team ist er bei den WM-Endrunden 1978 in Argentinien und 1982 in Spanien dabei. 1990 bereitet er Trainer Hickersberger noch als Spieler bis zu seinem 83. Einsatz den Weg nach Italien. 1998 ist ?Schneck? selber als österreichischer Feldherr (in Summe 51-Mal) beim WM-Turnier in Frankreich dabei. Eine Bilanz, die seines Gleichen sucht. Aber Prohaska wäre nicht Prohaska, würde er nicht auch zu seinen Niederlagen, wie dem 0:9 in Valencia, stehen. Eine Rückkehr auf die Trainerbank kann sich Herbert heute nur mehr schwer vorstellen. Aber, siehe 1983... 50 Jahre Herbert Prohaska: Die Austria freut sich mit einem ihrer größten Idole aller Zeiten! Kein Satz, als der eines Fans bei der 90-Jahre Austria-Gala im Rathaus könnte es besser treffen als der, den Schneckerl bei seiner Ehrung zugerufen wurde: ?Du bist die Austria!? Alles Gute, Schneckerl!P.S.: Diese Story werden wir Ihnen auch auf einer Doppelseite im neuen Austria Live, das Ende dieser Woche ausgeliefert wird, bringen. Schon jetzt: Viel Spaß beim Lesen!

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. CASHPOINT SCR Altach 20 42
2. FC Red Bull Salzburg 20 40
3. SK Puntigamer Sturm Graz 20 39
4. FK Austria Wien 20 37
5. SK Rapid Wien 20 27
6. FC Admira Wacker Mödling 20 23
7. RZ Pellets WAC 20 22
8. SV Guntamatic Ried 20 20
9. SKN St. Pölten 20 18
10. SV Mattersburg 20 14
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