16.03.2005, 00:00 Uhr

FOLGT IN SARGOSSA DAS NÄCHSTE WUNDER?

Folgt in Sargossa das nächste Wunder?

Als er den Rasen des Estadio La Romareda in Saragossa betrat, sagte Generalmanager Toni Polster: "Diese Tore kenn' ich", und feuerte einen Schuß gleich in Richtung Gehäuse ab, dass sich das Netz nur so bauschte. Gleich hatte er mit dieser für ihn typischen Wuchtel wieder die Lacher auf seiner Seite. Die Stimmung im Lager der Violetten ist sehr gut. So wie die vorsommerliche Witterung. 27 Grad und Sonnenschein empfingen uns am Flughafen, der Frühling hat auch Nordspanien fest im Griff. Das Postkarten-Wetter wird auf den Spielausgang morgen freilich keinen Einfluß haben, da gehören andere Attribute an den Tag gelegt.Die Ausgangslage ist nach dem 1:1 im Hinspiel klar: Der FK Austria MAGNA braucht gegen Real Saragossa zumindest ein Tor, um den Einzug in das Viertelfinale des UEFA-Cups zu schaffen. Und die Spanier nehmen uns ernst. Zumindest die Medien, denn Sportmanager Günter Kronsteiner wurde gefragt, ob er sich mit der Favoritenrolle anfreunden könne, immerhin habe es Saragossa zweimal nicht geschafft, sein Team zu besiegen? Kronsteiner lachte und antwortete: "Wir sind der Favorit? Das ehrt uns." Daran merkt man besonders, dass man sehr wohl Notiz von uns in Europa genommen hat.Dass wir uns nicht verstecken müssen vor Saragossa, wissen wir, dennoch werden Kronsteiner Trainer Lars Söndergaard eine gemäßigte Taktik an den Tag legen. "Wir werden nicht auf Teufel-komm-raus stürmen, aber wir brauchen zumindest ein Tor, deshalb werden wir alles probieren, was möglich sein wird." Dieses Spiel wird ganz anders als jenes in Bilbao. Die Basken legten ohne Rücksicht auf Verluste vom Anpfiff weg los, Saragossa erwartet Kronsteiner abwartender."Es wird ein taktisches Spiel. Wir beherrschen diese Mätzchen, sonst hätten wir das kleine Wunder nicht geschafft, bis in das Achtelfinale vorzustoßen." Auch durch den Ausfall von Stepan Vachousek (gesperrt) wird sich an der Taktik nichts ändern. "Unser taktisches Können hat uns bis hierher gebracht, warum sollten wir daran etwas umstellen?"Sollte es übrigens zu einem Elfmeterschießen kommen, wird Kronsteiner sich auf sein Gefühl verlassen, was die Schützen betrifft. "Wenn notwendig, tausche ich noch ein, wenn einer auf der Bank sitzt, von dessen Fähigkeiten und Nerven ich überzeugt bin." Aber soweit muss es ja gar nicht kommen, dann würde uns allen eine Nervenschlacht erspart bleiben.Auch Saragossa-Coach Victor Munoz erwartet spannendes Match, bei dem jedes Resultat möglich sein wird. "Beide Teams sind sehr gut, für mich stehen die Chancen für beide gleich." Ein spanischer Trainer hat Respekt - das ist selten, bestätigt aber die Arbeit der Veilchen, die morgen, um 20:45 Uhr, nicht vor ausverkauftem Haus antreten werden. 20.000 werden sich im 34.000 Zuschauer fassenden La Romareda einfinden. In der Meisterschaft ist man immer voll. Für uns kann's nur ein Vorteil sein.