10.11.2005, 00:00 Uhr

ERNST DOSPEL FÄLLT BIS JAHRESENDE AUS

Ernst Dospel fällt bis Jahresende aus

In dieser Jubelpose wie auf unserem Foto werden wir Ernst Dospel heuer sicher nicht mehr sehen. Der Absdorfer setzte nach dem Rapid-Spiel (22.10.) endgültig ein Ende unter den normalen Trainingsbetrieb, Spezialeinheiten sowie Solotrainings bestimmen seitdem seinen Alltag bei der Austria. Das fast Unglaubliche an seinem unendlich langen Leidensweg: Die Schmerzen im Beckenbereich begleiten ihn seit weit mehr als einem Jahr, genauer gesagt, seit dem 9:0 in Bregenz am 22. August 2004. Dospel kann sich bestens erinnern. Beim Spiel im Ländle kam bereits in der ersten Halbzeit ganz langsam ein Schmerz. Was er damals noch nicht wußte - das war der Anfang der unendlichen Geschichte. "Die Probleme waren nie so gravierend, dass ich nicht trainieren hätte können. Sie waren ständig da, aber wir haben geglaubt, dass wir das mit Massagen und Dehnungsübungen hinbekommen. Zudem war auch damals gar keine Zeit, um auszusetzen. Mit Europacup, Nationalteam und Meisterschaft hatten wir ja alle drei Tage ein Spiel. Ich habe immer gehofft, dass es irgendwann aufhört und gemeinsam mit den Trainern und der medizinischen Abteilung festgelegt, dass wir uns bis in den Winter reinretten und ich mich im Urlaub auskurieren kann." Leider war nur der Wunsch Vater des Gedanken. Mit der ständigen Belastung sind die Schmerzen immer größer geworden und die Ursache immer komplexer. War es anfangs "nur" ein Problem der Adduktoren, sind im Laufe der Wochen immer mehr Muskeln in Mitleidenschaft gezogen worden, ein Zahnrad hat (leider) in das andere gegriffen. Zum Schluß konnte der 29jährige nicht einmal mehr schmerzfrei schlafen. Das England-Spiel hat er schon ausgelassen, gegen Rapid hat er noch durchgebissen, dann war der Ofen aus. "Das war der Supergau", sagt Dospel, der dann schon von den Adduktoren bis in den Bauch-, Becken- und Gesäßbereich alles spürte. "Der Hüftbeuger hat mit der Zeit seine Funktion verloren und die angrenzenden Muskelbereich durcheinander gebracht, das System hat verrückt gespielt." "Ich habe dann klar gestellt, dass ich das alles ausheilen lassen möchte. Das geht nicht von heute auf morgen und ich wollte mir die schmerzstillenden Mittel auch nicht mehr geben. Ich werde jetzt bis zur Winterpause kein Spiel mehr bestereiten, möchte dafür am 3. Jänner völlig gesund zurück kehren." Dass es eine frustrierende Zeit war, liegt auf der Hand, jetzt wird mit Spezialisten und verschiedensten Therapien im täglichen Training an seiner raschen Gesundung gearbeitet. Selbst an ein lockeres Laufprogramm ist derzeit noch nicht zu denken. Erst müssen die Probleme und Schmerzen weg, dann kann er wieder normal einsteigen in das Mannschaftsprogramm. "Ich habe mir dadurch sogar einen falschen Gang angelernt. Ich bin froh, wenn die Sache vorrüber ist." Fans müssen sich also darauf einstellen, dass sie ihren "Dospelinho" im Herbst nicht mehr auf dem Platz sehen werden.

Tabelle
Pl. Mannschaft Spiele Pkt
1. FC Red Bull Salzburg 36 81
2. FK Austria Wien 36 63
3. SK Puntigamer Sturm Graz 36 60
4. CASHPOINT SCR Altach 36 53
5. SK Rapid Wien 36 46
6. FC Flyeralarm Admira 36 46
7. SV Mattersburg 36 43
8. RZ Pellets WAC 36 42
9. SKN St. Pölten 36 37
10. SV Guntamatic Ried 36 35
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